Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

BILD vs. Leser : Der Werbe-Krieg

Times Square Werbung
Symbolbild bild.de | Foto: Matthew Mendoza - CC BY-SA 2.0

Steffen Voß

Bild.de sperrt jetzt Nutzer von Ad-Blockern aus. Andere Web-Angebote wollen diesem Beispiel folgen. BILD droht seinen Lesern sogar mit Abmahnung, wenn sie versuchen, die Werbung auszublenden. Nun gibt es den Gegenschlag: Das Pro-Ad-Blocker-Plugin für WordPress. Das fordert Nutzer ohne Ad-Blocker dazu auf, einen zu installieren und weist ihnen den Weg.

Als Nicht-BILD-Leser wäre das glatt an mir vorbei gegangen, wenn ich nicht von der BILD-Aktion gelesen hätte. Dabei hatte ich kürzlich erst den klassischen Ad-Blocker ersetzt. Werbung stört mich in der Regel nicht. Mich stören die Tracker. Diesen Seiten geht es in der Regel gar nicht darum, bunte Werbebildchen neben ihren Artikeln anzuzeigen – Es geht darum, die Nutzungsdaten ihrer Leser an möglichst viele Datensammler zu verkaufen oder zu verschenken.

PrivacyBadger von der EFF

Die Electronic Frontier Foundation hat deswegen PrivacyBadger entwickelt. Bisher hat AdBlock-Edge bei mir die Werbung und Ghostery die Tracker gesperrt. PrivacyBadger will die besten Funktionen aus beiden Systemen vereinigen – ohne bezahlte Whitelists und ohne wiederum selbst Daten zu sammeln. Da PrivacyBadger auf kein zentrales Verzeichnis zugreift, lernt es es nach und nach und in jedem Browser wieder neu, was ein Tracker ist und was nicht.

Ich finde die Lösung fair: Zeigt mir Eure Werbung, aber lasst mich unbehelligt surfen.

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Kommentare

Piet Lu
Piet Lu:

Wäre Werbung auf 90% aller Internetseiten nich so penetrant, überdimensioniert und aufdringlich, würde ich auf den Adblocker wohl auch verzichten, nur leider wird man auf den meisten Seiten so dermaßen mit Werbung zugepflastert, dass das amerikanische Free-TV glatt neidisch wird.
Ich hab nichts gegen dezente Werbung, aber wenn die Werbung mehr als 50% der Internetseite ausmacht, den Text verdeckt und nur per winzig kleinen Buttons zu schließen ist, nein, danke. Dann schieb ich dem den Riegel vor.
Gäbe es bei den Webseitenbetreiber in puncto Werbungschalten ein Umdenken, dann werden bestimmt auch wieder viele auf die Blocker verzichten, bin ich mir sicher.
Und auch auf Youtube: 30 Sekunden Werbung vor 20 Sekunden kurzen Clips ist einfach unverhältnismäßig.

Auch die Tracker sehe ich einfach als unnütz und vollkommen übertrieben oft und zu viel eingesetzt

26.10.2015 um 18:49
chris_blues
chris_blues:

Wäre Werbung nicht (fast?) immer mit Tracking verbunden, so könnte man drüber nachdenken. Hab schon öfter auf bestimmten Blogs z.Bsp. AdBlock abgeschaltet. Nur leider ging dann immer Ghostery in die vollen und meldete mehrere Tracker. Das ist absolut inakzeptabel! Werbung einblenden, um die jeweilige Website zu unterstützen – ja. Wenn ich dann verfolgt werde – nein!

27.10.2015 um 17:38
hanswurst
hanswurst:

Hallo,

bitte recherchiere etwas mehr über deine Add-Ons die angeblich der Privatsphäre dienen. Ghostery ist ein U-Boot!

https://de.wikipedia.org/wiki/Ghostery#Kritik

Wie wäre es, wenn du deine ganzen Ghostery-Artikel mit einem entsprechenden Hinweis versiehst?

http://linuxundich.de/gnu-linux/update-auf-ghostery-5-4-6-aktiviert-anzeigennetzwerk-im-beliebten-privacy-addon/

Wer bloggt, trägt Verantwortung.

30.10.2015 um 07:02
Steffen Voß
Steffen Voß:

Von einem Hanswurst lass ich mir natürlich gerne erkläre, wie ich zu bloggen habe. Dass Ghostery über Ghostrank Daten sammelt, sagt die Funktion schon, wenn sie eingeschaltet werden will. Wer mit dem Plugin Tracking verhindern will, wird sich nicht von Ghostery tracken lassen. Diese Gerüchte über die angebliche Weitergabe der Daten an Reklamefirmen, gab es damals noch nicht. Und wie ich aktuell schrieb, nutze ich mittlerweile PrivacyBadger statt Ghostery. Da würde ich von meinen kritischen LeserInnen verlangen, dass sie aufs Datum der Artikel achten.

30.10.2015 um 07:24

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