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Firefox: Ein Schuss vor den Bug der Werbe-Tracker

Surfer auf der Welle
Ich weiß, wo Du letzten Sommer gesurft hast | Foto: afu007 - CC BY 2.0

Der neue Firefox will die kom­mer­zi­el­le Überwachung der Benutzer so weit wie mög­li­ch ver­hin­dern. Die neu­es­te Version von Mozillas Browser blo­ckiert im Privaten Modus al­le er­kann­ten Tracker. Ein „ver­ant­wor­tungs­be­wuss­tes Signal an die Werbeindustrie“ nennt das der Firefox-Chef Mark Mayo im Interview mit heise.de.

Gerade ges­tern ha­be ich dar­über ge­spro­chen: Es ist nicht die Werbung, die mi­ch stört, son­dern das Tracking. Auf den gro­ßen, deut­schen News-Portalen zeigt mir der PrivacyBadger oft meh­re­re Dutzend Adressen an­ge­zeigt, an die mei­ne Nutzungsdaten wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Dabei ha­be ich mei­nen Browser auf „Do Not Track“ ge­stellt. Würden die­se Portalen mei­nen Willen als Kunden ern­st neh­men, müss­ten sie das Tracking un­ter­las­sen.

Firefox un­ter­stützt schon lan­ge „Do Not Track“ und geht jetzt ei­nen Schritt wei­ter, weil si­ch kaum ei­ner dar­an hält:

„Er lädt kei­ne Inhalte von Dritten, die an­schei­nend den Benutzer über ver­schie­de­ne un­ab­hän­gi­ge Websites hin­weg tra­cken. Wir be­zie­hen uns da­bei auf die klas­si­sche Definition von Tracking der Electronic Frontier Foundation (EFF). Es könn­te ein Stück JavaScript, ein Bild oder was auch im­mer sein, das von ei­ner drit­ten Seite kommt und auf vie­len Websites ein­ge­bun­den ist.“

Zunächst soll das nur im Privaten Modus so sein. Den müs­sen Benutzer ex­tra star­ten. Mark Mayo glaubt des­we­gen nicht, dass es auf Seiten der Reklamebranche zu gro­ßen Auswirkungen kommt:

„Es gab nicht viel Panik oder Ärger, nach­dem wir ein­mal er­klärt ha­ben, wie es funk­tio­niert. Sogar der in­ter­na­tio­na­le Werbewirtschaftsverband IAB (Internet Advertising Bureau) mus­s­te kürz­li­ch ein­räu­men, dass sie viel­leicht ei­nen gro­ßen Fehler ge­macht ha­ben, in­dem sie die Rendite über die Bedürfnisse der Benutzer ge­stellt ha­ben.“

Ausgenommen sind Anbieter, die si­ch an „Do Not Track“ hal­ten.

Für Mozilla dürf­te es ein­fach sein, die Tracker auch im nor­ma­len Modus zu blo­ckie­ren. Der Browserhersteller zeigt der Überwachungsindustrie da­mit die Instrumente: Wenn si­ch die Nutzer wün­schen, dass ih­re Privatsphäre re­spek­tiert wird, dass müs­sen die Unternehmen das re­spek­tie­ren. Ansonsten müs­sen sie da­mit le­ben, dass die Nutzer auch die Werbung aus­blen­den, wenn sie nur mit Tracking zu se­hen ist.

Firefox 42 er­scheint am 2. November 2015 – Wer die Update-Funktion nicht aus­ge­schal­tet hat, be­kommt die neu­en Features dann au­to­ma­ti­sch.

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