Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Firefox : Ein Schuss vor den Bug der Werbe-Tracker

Surfer auf der Welle
Ich weiß, wo Du letzten Sommer gesurft hast | Foto: afu007 - CC BY 2.0

Steffen Voß

Der neue Firefox will die kommerzielle Überwachung der Benutzer so weit wie möglich verhindern. Die neueste Version von Mozillas Browser blockiert im Privaten Modus alle erkannten Tracker. Ein „verantwortungsbewusstes Signal an die Werbeindustrie“ nennt das der Firefox-Chef Mark Mayo im Interview mit heise.de.

Gerade gestern habe ich darüber gesprochen: Es ist nicht die Werbung, die mich stört, sondern das Tracking. Auf den großen, deutschen News-Portalen zeigt mir der PrivacyBadger oft mehrere Dutzend Adressen angezeigt, an die meine Nutzungsdaten weitergegeben werden. Dabei habe ich meinen Browser auf „Do Not Track“ gestellt. Würden diese Portalen meinen Willen als Kunden ernst nehmen, müssten sie das Tracking unterlassen.

Firefox unterstützt schon lange „Do Not Track“ und geht jetzt einen Schritt weiter, weil sich kaum einer daran hält:

„Er lädt keine Inhalte von Dritten, die anscheinend den Benutzer über verschiedene unabhängige Websites hinweg tracken. Wir beziehen uns dabei auf die klassische Definition von Tracking der Electronic Frontier Foundation (EFF). Es könnte ein Stück JavaScript, ein Bild oder was auch immer sein, das von einer dritten Seite kommt und auf vielen Websites eingebunden ist.“

Zunächst soll das nur im Privaten Modus so sein. Den müssen Benutzer extra starten. Mark Mayo glaubt deswegen nicht, dass es auf Seiten der Reklamebranche zu großen Auswirkungen kommt:

„Es gab nicht viel Panik oder Ärger, nachdem wir einmal erklärt haben, wie es funktioniert. Sogar der internationale Werbewirtschaftsverband IAB (Internet Advertising Bureau) musste kürzlich einräumen, dass sie vielleicht einen großen Fehler gemacht haben, indem sie die Rendite über die Bedürfnisse der Benutzer gestellt haben.“

Ausgenommen sind Anbieter, die sich an „Do Not Track“ halten.

Für Mozilla dürfte es einfach sein, die Tracker auch im normalen Modus zu blockieren. Der Browserhersteller zeigt der Überwachungsindustrie damit die Instrumente: Wenn sich die Nutzer wünschen, dass ihre Privatsphäre respektiert wird, dass müssen die Unternehmen das respektieren. Ansonsten müssen sie damit leben, dass die Nutzer auch die Werbung ausblenden, wenn sie nur mit Tracking zu sehen ist.

Firefox 42 erscheint am 2. November 2015 – Wer die Update-Funktion nicht ausgeschaltet hat, bekommt die neuen Features dann automatisch.

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