Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Jubiläum : 10 Jahre auf Twitter

Twitter und Kaffee
Foto: Sole Treadmill - CC BY 2.0

Steffen Voß

„Twitter ist für Politiker, Medienleute und Journalisten,“ sagte mal eine Kollegin bei einem Workshop sozialdemokratischer Social-Media-Manager aus dem Ostseeraum. Für mich fühlt sich das tatsächlich so an. Doch wenn ich mir die Followerzahlen von Fußballern und Youtuberinnen anschaue, dann könnte das auch meine Fliterblase sein. In den letzten 10 Jahren habe ich fleißig daran bewerkelt.

Am 10. Oktober 2007 um 13:11 Uhr muss ich gerade in meinem WG-Zimmer am Computer gesessen haben. Denn zu diesem Zeitpunkt habe ich mich bei Twitter angemeldet und Smartphones hatten wir damals noch nicht. Das iPhone wurde erst einen Monat später in Deutschland auf den Markt gebracht.

Ich habe damals von zu Hause aus freiberuflich gearbeitet und Websites gebaut. Auf Twitter waren meine Kolleginnen und Kollegen. Ich erinner mich noch, dass ich irgendein lautes Geräusch aus der Innenstadt hörte und sich auf Twitter auch @aristokitten und @denniserdmann drüber unterhielten. Ich weiß gar nicht mehr, was das war. Aber das war ein wenig, als säßen die im Büro nebenan.

Erinnert ihr Euch noch, dass Twitter damals auch die beiden ersten Kieler Internet-Stars hervor gebracht hat? MC Winkel und Anna Grassi? Heute würde man die wohl Influencer nennen.

Ich hab dann meinen heutigen Job über Twitter bekommen. Ich glaube, @bauhausmensch hatte das Stellenangebot von @spd_amin retweetet und die SPD suchte damals, was ich eher mittelmäßig erfolgreich versucht habe, der Wirtschaft in Schleswig-Holstein zu verkaufen.

Zwischenzeitlich hatte ich mal die Lust an Twitter verloren. Ich hab da dann nur den RSS-Feed aus meinen Blog reinlaufen lassen. Aber wenn ich den Blogpost von damals lese, kann ich das auch wieder nachvollziehen. Facebook war damals interessanter als Twitter. Seit ein paar Jahren bin ich wieder voll dabei.

„Fernsehen macht die Dummen dümmer und die Klugen klüger,“ soll Günther Jauch einmal gesagt haben. Für mich gilt das für jedes Medium. An Twitter mag ich heute, dass dort interessante Menschen sehr erreichbar sind. Ich folge da zwar auch immer noch gerne den Leuten, die ich in Kiel treff. Ich folge aber auch gerne Journalistinnen und Journalisten – viel lieber als den offiziellen Accounts der Medien. Denn ich habe den Eindruck, wenn die persönlich Artikel teilen, dann ist das noch einmal wichtiger. Dann sind das Artikel, die denen am Herzen liegen.

Ich folge gar nicht so vielen Menschen aus der Politik. Die habe ich alle bei Facebook. Da brauch ich nicht auch noch auf Twitter „Nette Leute, gute Gespräche“-Posts. Ich folge dafür gerne Leuten aus der Wissenschaft, Lehrerinnen und Lehrern, Juristinnen, Pastoren, Musikerinnen, Schriftstellern usw. Dieses breite Spektrum von Menschen und Themen finde ich inspirierend. In meiner Timeline ist so immer etwas los. Bei Facebook passiert dagegen fast nichts.

In letzter Zeit habe ich den Eindruck, dass ich auf Blogposts per Twitter viel mehr Feedback bekomm als per Facebook – obwohl man dort ja eigentlich besser diskutieren könnte. Allerdings ist das bei Twitter immer zeitlich sehr begrenzt, während bei Facebook auch nach Tagen noch Reaktionen kommen können.

Bei Live-Events ist Twitter ohnehin durch nichts zu ersetzen. Auf der re:publica kann man sich darüber finden – der Eurovision Song Contest ist nur dank gemeinschaftlichen Lästerns zu ertragen, beim Tatort sind die Kommentare meist besser als die Handlung.

Pläne für die Zukunft?

Irgendwann möchte ich mal eine Twitterlesung aus meinen Likes machen. Ich komm da aber nicht zu.

Mmmh, jetzt weiß nicht nicht, wie ich diesen Blogpost beenden soll. Ausblenden wäre cool. Vielleicht mit einem Appell: Melde Dich bei Twitter an und folge mir.

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