Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Raspberry Pi : Fernsteuerte Musik per MPD und Android

Foto: Some rights reserved by Fernando Candeias

Steffen Voß

Wie bereits erzählt, habe ich vor ein paar Tagen, meinen Raspberry Pi bekommen und angefangen mit dem Minicomputer herumzuspielen. Nach dem Blitzerfolg mit dem laufenden Betriebssystem kommt jetzt schon das nächste Highlight: Das Raspberry Pi läuft jetzt mit Music Player Daemon (MPD) und lässt sich per Smartphone gesteuert dazu überreden MP3s und Internetradios abzuspielen.

MPD ist ein Service, der wie ein normaler MP3-Player Musik und Radiostreams abspielt. Die Software lässt sich von beliebigen anderen Geräten mit einer entsprechenden Client-Software steuern.

Für die Installation von MPD hat mir dieses Forum geholfen. Allerdings ist in der Anleitung ein Tippfehler: Die Pakete heißen natürlich mpd und mpc und nicht pmd.

Wenn man den modprobe Befehl nicht nach jedem Neustart wieder manuell laden will, kann man das Modul snd_bcm2835 einfach in der /etc/modules eintragen.

In dem Forum heißt es dann lapidar, dass man die /etc/mpd.conf anpassen soll. Ein paar sehr hilfreiche Tipps gibt es im Wiki von Ubuntuusers. Am wichtigsten ist aber, dass man die bind_to_address Zeile auskommentiert oder so anpasst, dass man lokal drauf zugreifen kann. Standard-mäßig sind hier nur Zugriffe vom Raspberry Pi zugelassen.

Nun sollte man ein paar MP3s auf den Raspberry kopieren. Am einfachsten geht das per SSH. Man kann sich dafür eine Verbindung in Nautilus einrichten und dann einfach Dateien auf den Raspberry Pi kopieren, wie in jedes lokale Verzeichnis.

Wer Radio-Streams hören will, kann sich für jede Station eine .m3u-Playlist in dem Playlist Verzeichnis anlegen. In der Datei muss dann die URL des Streams stehen.

Mit Droid MPD auf dem Android-Gerät, QMPDClient unter Linux oder WinMCC unter Windows kann man nun auf den MPD-Server zugreifen. In Droid MPD gibt es in den Einstellungen den Punkt „Server DB aktualisieren“ – damit liest MPD alle vorhandenen MP3s ein. Und schon kann man Musik ferngesteuert über den Raspberry Pi abspielen.

Ein offener Punkt ist jetzt noch, dass der Sound bisher nur über den HDMI-Ausgang gegeben wird und nicht über die Kopfhörer-Buchse. Ich glaube, dass das entweder mit dem Kernel-Modul noch nicht geht oder dass es eine Einstellung ist. Da muss ich noch einmal forschen.

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Kommentare

Hauke
Hauke:

der beste client ist für linux-betriebssysteme der gmpc, laut eigener aussage soll der auch auf windows laufen (ungetestet) und ist entgegen der vermutung, die der name aufwirft, nicht von gnome abhängig…

für andere sound ausgaben musst du diese in der konfiguration spezifizieren, so habe ich mir selber 2 ausgaben defniert, einfach alsa:

audio_output {
type „alsa“
name „My ALSA Device“
device „hw:0,0“ # optional
format „44100:16:2“ # optional
mixer_device „default“ # optional
mixer_control „PCM“ # optional
mixer_index „0“ # optional
}

und den mpd eigenen httpd stream

audio_output {
type „httpd“
name „My HTTP Stream“
encoder „vorbis“ # optional, vorbis or lame
port „8000“
quality „5.0“
format „44100:16:1“
}

12.6.2012 um 19:58
Steffen
Steffen:

Mmmh. Aber die Audio-Buchse krieg ich damit nicht, oder? Genau den ersten Block hab ich in der mpd.conf stehen. Der stand da schon vorher. Und dann geht der Sound über HDMI. Welches Device muss ich angeben, damit ich an die Klinke komme?

12.6.2012 um 21:56
Steffen
Steffen:

Meine heutige, abendliche Bastelei hat ergeben, dass der Sound über HDMI geht, wenn HDMI angeschlossen ist. Wenn ich das Kabel bei Booten ziehe, kommt der Sound über den analogen Ausgang. Das hilft mir erst einmal weiter. Aber trotzdem: gibt es eine Möglichkeit beide Wege zu nutzen?

Für den nächsten Schritt werden ich mir wohl auch mal einen WLAN-Stick zulegen.

13.6.2012 um 00:29
Hauke
Hauke:

hmmm, ich habe leider selber keinen raspberry und der server den ich verwende hat kein hdmi (so dass hw0:0 immer auf den klinke ausgang mappt)

vlt. hilft dir das hier weiter: http://superuser.com/questions/53957/what-do-alsa-devices-like-hw0-0-mean-how-do-i-figure-out-which-to-use

13.6.2012 um 13:41
Johannes
Johannes:

Hiermit sollte es funktionieren:
sudo amixer cset numid=3 1

3 ist der control für „PCM Playback Route“, den auf 1 zu setzen lässt den Sound über den 3.5mm Jack laufen, auf 2 läuft er über HDMI, bei 0 stellt er sich automatisch um, je nachdem was gerade eingesteckt ist (vermutlich hat HDMI eine höhere Priorität als Analog).
Quelle: http://mitchtech.net/raspberry-pi-audio/

23.6.2012 um 14:13
ZeissS
ZeissS:

Habe gerade an meinem neuen Raspberry PI Musik dank deiner Beschreibung zum laufen gekriegt. Allerdings funktioniert bei mir die Audio-Buchse problemlos.

Evtl weil ich nur einen Bildschirm, keinen TV am Raspberry angeschlossen habe? Bei mir geht es auf jeden fall gerade problemlos auch mit angeschlossenem Monitor.

29.6.2012 um 21:46
Duxon
Duxon:

Hallo, schöne Idee. habe das heute auch ausprobiert und nun läuft es.

Knackt das bei Euch aber auch so hässlich, wenn ihr im Track auf eine andere Stelle springt oder einen neuen Titel startet? Ich gehe über die Klinke und da kratzt es kurz furchtbar.

7.7.2012 um 14:14
Steffen Voß
Steffen Voß:

ich glaube, es knackt nur, wenn ich die Ausgabe starte. Aber das ist tatsächlich häßlich.

8.7.2012 um 18:09
Michael
Michael:

Ich habe das gleiche Problem mit dem Knacken beim manuellen Springen. Ich würde mich freuen, wenn das jemand rausfindet. Bin selber auf der Suche nach einer Lösung

10.7.2012 um 09:42
Eike
Eike:

Hi,

habe mich nun auch daran probiert. Läuft bei euch die Wiedergabe flüssig? ich habe doch häufiger mal ein Knacken oder eine Verzögerung. Welches Linux verwendet ihr (ich verwende Arch ARM) und wie groß habt ihr den Puffer von MPD eingestellt? (ich hab momentan die standardmäßigen 2048kbyte). Oder bewegen wir uns schon an der Leistungsgrenze des raspberry pi (im Hintergrund laufen noch samba und cups)?

10.7.2012 um 21:04
Ingmar
Ingmar:

Moin moin aus Leck,
Ich habe auch Knacken auf dem Analogausgang beim Umschalten von Radiostationen oder beim Starten von MP3s. Über HDMI habe ich die Geräusche nicht. Der Soundtreiber ist ja noch Alpha, da werden wir wohl noch warten müssen, bis das Inet-Radio HIFI tauglich wird. Ich nutze auch Archlinuxarm 3.1.9-28.
Zusätzlich habe ich einen IR-Receiver TSOP31238 mit 2 Widerständen an den GPIO gelötet und lirc mir lirc_rpi (Lirc GPIO Modul) installiert. Die Sender werden über die Fernbedienung via irexec umgeschaltet. Irexec ruft dabei mpc auf. Jetzt fehlt mir nur noch lcd4linux für mein GLCD2USB, dann bin ich glücklich 😉

11.7.2012 um 12:19
Günther
Günther:

Das mit dem Knacken scheint ein bekanntes Problem zu sein: http://www.raspberrypi.org/phpBB3/viewtopic.php?t=8783&p=110770 Am Ende ist auch ein Fix genannt, habe ihn aber noch nicht ausprobiert…

12.7.2012 um 11:33
Thomas
Thomas:

leider hat das Firmware-Update die Geräusche bei mir nicht beseitigt…

14.7.2012 um 15:56
Matin
Matin:

Servus zusammen! Auch bei uns in Österreich gibt’s mittlerweile RaspberryPi, und bei mir läuft der MPD mittlerweile auch (auf Debian), jedoch habe ich das Problem, dass die wiedergabe, egal ob in der bash oder in der Graphischen Oberfläche extram ruckt. Ca 1 sec Ausgabe – dann Pause, dann wieder die nächste sec.
Ausgabe erfolgt z.Zeit über HDMI auf einen Panasonic TV.

Kann man hier vielleicht einen Daten-Buffer erhöhen oder woran könnte das sonst liegen?

22.7.2012 um 09:39
Martin
Martin:

Nachtrag: Hab doch glatt einen MP3 Track gefunden der sich ruckfrei abspielen lässt. Die MP3 hat 2 Besonderheiten, die jedoch beide eher unlogisch für die Ursache wären:

1.) die MP3 ist die erste Datei im Verzeichnis (alph.)
2.) die Datei ist mit 320 kBPS abgespeichert, Problem-Dateien (alle anderen Test MP3) nur mit 256 KBPS. Bei einem Performance Problem würde wohl die 256er besser funktionieren als die 320er, da ja weniger Daten pro Sekunde anfallen…
Bin gepannt obs noch jemanden so geht wir mir! – Danke übrigens an den Author für seine tolle Zusammenfassung. Damit bin ich als Linux Neuling immerhin so weit gekommen 🙂

22.7.2012 um 21:40
Eike
Eike:

Hallo Martin. Ich schrieb ja oben schonmal, dass ich ebenfalls mit Rucklern und Aussetzern zu tun hatte.
Tatsächlich kann man einen Puffer erhöhen und bei mir hat die Verdopplung der Puffergrösse von den standardmässigen 2mb auf 4mb scheinbar alle Probleme beseitigt. öffne einfach deine mpd.conf (unter arch liegt die in /etc) und lege dort eine Zeile

audio_buffer_size „4096“

an.

23.7.2012 um 02:28
Martin
Martin:

Hi Eike,
ich hab die Änderung auch durchgeführt, wurde zwar besser, aber ist noch immer vorhanden. Ich glaub schön langsam, dass es daran liegt, dass meine SD Karte vielleicht zu langsam ist.

30.7.2012 um 08:41
best
best:

Hat von euch jemand eine Lösung für das „Knacken“ gefunden ? Die Informationen die ich bis jetzt habe deuten darauf hin das der „Chip“ nur 11-12Bit Sound schafft und keinen 16Bit und das die Sinuskurve nicht sauber ist.

14.10.2012 um 16:38
Jan
Jan:

Hats schonmal einer mit einem USB Audio Interface versucht? Damit könnte man ausschließen, dass es sich um ein Performance Problem handelt. Ich überlege, mir ein InternetRadio mit einem Pi drin zu bauen.

30.10.2012 um 12:31
FM_81
FM_81:

Bei mir geht das mit USB-Audio-Interface recht gut. (Behringer UAC202) Habe allerdings nur MPD drauf laufen, keinen Client, auch keine graphische Oberfläche. Also quasi ein minimales Debian, habe nicht das fertige Image genommen.

30.10.2012 um 16:07
Steffen Voß
Steffen Voß:

Ich hab das Knacken zwischen den Tracks bei MPD jetzt weg bekommen. Dazu habe ich den Gapless-Modus eingeschaltet, den Buffer auf 4096 verdoppelt und buffer_before_play auf 10% gestellt.

18.11.2012 um 15:41
The_Lux
The_Lux:

Hey hey,

ich habe nach eurer Anleitung nun auch endlich meinen kleinen RaspPi mit MPD zum laufen bekommen. Nun wollte ich gerne die Servergespeicherte M3U über Droid MPD auswählen, allerdings habe ich keine Ahnung wo ich das machen kann.
Ich finde diese Einstellung nicht. Könnt ihr mir da helfen?

17.12.2012 um 21:55
silo2001
silo2001:

Super Anleitung. hat bei mir alles Out-of-the-Box funktioniert, nur das Playlist hinzufügen war ein wenig tricky : Wiedergabelisten-Manager dann auf die Einstellungen unden und Server Wiedergabeliste auswählen.

Knacken habe ich übrigens nur wenn ich zwischen Radiosendern umschalte, bei mp3 keine Probleme…

24.1.2013 um 00:20
sebo28
sebo28:

Hallo,
Ich verwende den RPI als DLNA Renderer, das ganze läuft über den HDMI Ausgang und funktioniert wirklich perfekt,
er erkennt beim Bootvorgang den angeschlossenen Audio Out, das Problem mit dem knacken ist bei mir bei 3,5 mm Buchse auch der Fall

3.7.2013 um 12:30
SeBa
SeBa:

Hallo!

Läuft alles super mit dem MP3PLayer.
Allerdings hngt sich mein MPD server nach einiger Zeit auf.
Also nicht wirklich ein Crash aber ich kann mit keinem Smartphone mehr auf den Raspi zugreifen und den Server steuern.
Stromlos und dann gehts wieder.??????

5.7.2015 um 00:23
Steffen Voß
Steffen Voß:

@SeBa: Das habe ich nur, wenn ich einen Radio-Stream länger laufen lass. Eine Lösung habe ich dafür aber leider auch noch nicht gefunden.

5.7.2015 um 10:27
SeBa
SeBa:

@Steffen Voß: Schade weil der Raspi steht in der Küche und duelt den ganzen Tag. Abends stellt meine Frau den Player auf Pause. Nächsten Morgen ist es dann glück ob man drauf kommt oder nicht.
Danke dennoch 🙂

5.7.2015 um 16:51

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