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Nach der Bundestagswahl: Ein paar Fragen zur Geschichte und zur Zukunft

misterQM / photocase.com
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Wie war das eigentlich früher, als nur drei Parteien im Bundestag waren? Da gab es Regierungen in jeder denkbaren Konstellation, OBWOHL die Parteien da angeblich alle viel weiter von einander entfernt waren. Wie hat damals die Große Koalition funktioniert? Hatte da vorher keine der beiden Seiten eine Koalition ausgeschlossen? Wie war das mit der sozial-liberalen Koalition? Wie war die FDP, dass sie das mitgemacht hat? Und wie die SPD? Und was hat sich geändert seither? Sind die Parteien wirklich nicht mehr unterscheidbar? Nehmen nur noch Parteimitglieder die Unterschiede wahr oder sind die alle verrückt? Oder verstehen die Bürgerinnen und Bürger nichts mehr von Politik?

Haben die Menschen früher wirklich mehr von Politik verstanden oder war die Gesellschaft noch klarer gegliedert und man wusste, wo man hingehörte, welche Partei für einen da war? Wie haben die Menschen gelernt, wie Demokratie funktioniert? Haben die Menschen früher mehr oder weniger von Politik erwartet? Als die Parteien noch richtig viele Mitglieder hatten, konnte man da mehr mitmachen oder weniger? Haben früher die Medien besser berichtet, analysiert und erklärt? Wie wurde eigentlich vor Sabine Christiansen im Fernsehen über Politik diskutiert? War früher wirklich alles besser? Und wenn ja: Wir kriegen wir das wieder hin?

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Kommentare

Swen Wacker

Ich den­ke, die Antwort auf Deine Frage „Haben die Men­schen frü­her wirk­lich mehr von Poli­tik ver­stan­den oder war die Gesell­schaft no­ch kla­rer geglie­dert und man wuss­te, wo man hin­ge­hörte, wel­che Par­tei für ei­nen da war?“ hat mit den Umbrüchen in der Gesellschaft zu tun. Wir ha­ben heu­te nicht mehr so aus­ge­präg­te Schichten/Klassen wie no­ch vor 50 Jahren son­dern sind aus­dif­fe­ren­zier­ter ge­wor­den (und re­den wohl auch des­halb von Milieus): http://de.wikipedia.org/wiki/Soziales_Milieu#Sozialgeschichte_und_historische_Wahlforschung

Steffen

Danke für den Hinweis. Wenn al­so kei­ne Bindung mehr Bevölkerungsgruppen da­zu bringt, be­stimm­ten Parteien an­zu­ge­hö­ren und zu wäh­len, dann hängt das im­mer von der in­di­vi­du­el­len po­li­ti­schen Bildung und dem ei­ge­nen Lebensstil ab. Das ist na­tür­li­ch ziem­li­ch viel ver­langt – im­mer­hin ist Politik nicht im­mer toll.

Ein paar Antworten zu frü­he­rern Koalitionen ha­be ich auch hier ge­fun­den: http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2013/oktober/merkelland-die-blockierte-demokratie

Sabine W

Früher war al­les bes­ser …. kommt im­mer dar­auf an, wie viel frü­her. Früher hat­ten wir auch no­ch ei­nen Kaiser, frü­her lie­ßen si­ch die Menschen von ei­ner Partei über­töl­peln und wir hat­ten ei­ne Weile Nationalsozialisten an der Macht. Früher wäh­rend der Wirtschaftswunderzeit war man in ei­nem eu­pho­ri­schen Aufschwung und vie­le Menschen woll­ten in al­len Bereichen, auch der Politik, teil ha­ben nach der Lähmung di­rekt nach dem Krieg.
Früher hat­ten wir den Ostblock als iden­ti­fi­zier­ten Feind. 

Schauen wir doch mal ge­n­au ins Heute. Es gibt deut­li­ch mehr Menschen, die wirk­li­ch gut in­for­miert sind über das, was in Deutschland und in der Welt pas­siert. Skandale je­der Art, nicht nur Klatsch und Tratsch be­tref­fend, son­dern auch po­li­ti­sche, wer­den auf­ge­deckt. Wir sind al­ler­dings heu­te we­sent­li­ch mehr da­von ge­prägt, nicht selbst ins Schussfeld zu kom­men. Dies gilt so­wohl für den Normalbürger als auch für Parteien. Weder möch­te man ei­nen Shitstorm auf Facebook er­le­ben son­dern in der Presse zer­fetzt wer­den.

Die Angst vor Skandalen oder auf­grund be­stimm­ter Handlungen fer­tig ge­macht zu wer­den, nach­dem man et­was ent­schie­den hat, prägt Politiker ge­n­au wie Führungspersonen in Wirtschaft und Verwaltung. 

Bestes ak­tu­el­les Beispiel da­für ist die Kieler Oberbürgermeisterin. Mag man von ih­rem Verhalten der letz­ten Wochen NACH der Entscheidung hal­ten was man will, im­mer­hin hat sie si­ch ge­traut, ei­ne Entscheidung für die Stadt Kiel zu tref­fen. Und was pas­siert? Sie wird von der Presse und al­len – selbst der ei­ge­nen – Parteien fer­tig ge­macht, so dass es si­ch ge­sund­heit­li­ch nie­der­schlägt und sie si­ch der gan­zen THematik durch Krankheit ent­zieht bzw. ent­zie­hen muss. 

Dabei ist es doch letzt­li­ch so, dass man ge­ra­de dann vor­an­kommt, wenn man be­reit ist, Entscheidungen, mö­gen sie auch ein­mal un­be­quem oder fal­sch sein, auf lan­ge Sicht, zu tref­fen und da­zu zu ste­hen, Fehler ggf. ein­zu­ge­ste­hen, wenn es wirk­li­ch mal fal­sch war, dann auf­zu­ste­hen und wei­ter­zu­ma­chen.
Aber so, wie ak­tu­el­les Handeln ins­be­son­de­re der Medien ist, eben nicht sach­li­ch und neu­tral son­dern im­mer auch ein Stück per­sön­li­ch zu wer­den, wird nie­mand mo­ti­viert, si­ch ak­tiv am po­li­ti­schen Leben zu be­tei­li­gen oder gar als Frontmann oder Frontfrau sei­nen Kopf hin­zu­hal­ten.
Ich könn­te si­cher no­ch ei­nen Kilometer lang zu den an­de­ren auf­ge­wor­fe­nen Fragen Stellung be­zie­hen … aber das will doch kei­ner le­sen 😉

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