Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Nach der Bundestagswahl : Ein paar Fragen zur Geschichte und zur Zukunft

misterQM / photocase.com
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Steffen Voß

Wie war das eigentlich früher, als nur drei Parteien im Bundestag waren? Da gab es Regierungen in jeder denkbaren Konstellation, OBWOHL die Parteien da angeblich alle viel weiter von einander entfernt waren. Wie hat damals die Große Koalition funktioniert? Hatte da vorher keine der beiden Seiten eine Koalition ausgeschlossen? Wie war das mit der sozial-liberalen Koalition? Wie war die FDP, dass sie das mitgemacht hat? Und wie die SPD? Und was hat sich geändert seither? Sind die Parteien wirklich nicht mehr unterscheidbar? Nehmen nur noch Parteimitglieder die Unterschiede wahr oder sind die alle verrückt? Oder verstehen die Bürgerinnen und Bürger nichts mehr von Politik?

Haben die Menschen früher wirklich mehr von Politik verstanden oder war die Gesellschaft noch klarer gegliedert und man wusste, wo man hingehörte, welche Partei für einen da war? Wie haben die Menschen gelernt, wie Demokratie funktioniert? Haben die Menschen früher mehr oder weniger von Politik erwartet? Als die Parteien noch richtig viele Mitglieder hatten, konnte man da mehr mitmachen oder weniger? Haben früher die Medien besser berichtet, analysiert und erklärt? Wie wurde eigentlich vor Sabine Christiansen im Fernsehen über Politik diskutiert? War früher wirklich alles besser? Und wenn ja: Wir kriegen wir das wieder hin?

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Kommentare

Swen Wacker
Swen Wacker:

Ich denke, die Antwort auf Deine Frage „Haben die Men­schen frü­her wirk­lich mehr von Poli­tik ver­stan­den oder war die Gesell­schaft noch kla­rer geglie­dert und man wusste, wo man hin­ge­hörte, wel­che Par­tei für einen da war?“ hat mit den Umbrüchen in der Gesellschaft zu tun. Wir haben heute nicht mehr so ausgeprägte Schichten/Klassen wie noch vor 50 Jahren sondern sind ausdifferenzierter geworden (und reden wohl auch deshalb von Milieus): http://de.wikipedia.org/wiki/Soziales_Milieu#Sozialgeschichte_und_historische_Wahlforschung

25.9.2013 um 11:57
Steffen
Steffen:

Danke für den Hinweis. Wenn also keine Bindung mehr Bevölkerungsgruppen dazu bringt, bestimmten Parteien anzugehören und zu wählen, dann hängt das immer von der individuellen politischen Bildung und dem eigenen Lebensstil ab. Das ist natürlich ziemlich viel verlangt – immerhin ist Politik nicht immer toll.

Ein paar Antworten zu früherern Koalitionen habe ich auch hier gefunden: http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2013/oktober/merkelland-die-blockierte-demokratie

25.9.2013 um 22:07
Sabine W
Sabine W:

Früher war alles besser …. kommt immer darauf an, wie viel früher. Früher hatten wir auch noch einen Kaiser, früher ließen sich die Menschen von einer Partei übertölpeln und wir hatten eine Weile Nationalsozialisten an der Macht. Früher während der Wirtschaftswunderzeit war man in einem euphorischen Aufschwung und viele Menschen wollten in allen Bereichen, auch der Politik, teil haben nach der Lähmung direkt nach dem Krieg.
Früher hatten wir den Ostblock als identifizierten Feind.

Schauen wir doch mal genau ins Heute. Es gibt deutlich mehr Menschen, die wirklich gut informiert sind über das, was in Deutschland und in der Welt passiert. Skandale jeder Art, nicht nur Klatsch und Tratsch betreffend, sondern auch politische, werden aufgedeckt. Wir sind allerdings heute wesentlich mehr davon geprägt, nicht selbst ins Schussfeld zu kommen. Dies gilt sowohl für den Normalbürger als auch für Parteien. Weder möchte man einen Shitstorm auf Facebook erleben sondern in der Presse zerfetzt werden.

Die Angst vor Skandalen oder aufgrund bestimmter Handlungen fertig gemacht zu werden, nachdem man etwas entschieden hat, prägt Politiker genau wie Führungspersonen in Wirtschaft und Verwaltung.

Bestes aktuelles Beispiel dafür ist die Kieler Oberbürgermeisterin. Mag man von ihrem Verhalten der letzten Wochen NACH der Entscheidung halten was man will, immerhin hat sie sich getraut, eine Entscheidung für die Stadt Kiel zu treffen. Und was passiert? Sie wird von der Presse und allen – selbst der eigenen – Parteien fertig gemacht, so dass es sich gesundheitlich niederschlägt und sie sich der ganzen THematik durch Krankheit entzieht bzw. entziehen muss.

Dabei ist es doch letztlich so, dass man gerade dann vorankommt, wenn man bereit ist, Entscheidungen, mögen sie auch einmal unbequem oder falsch sein, auf lange Sicht, zu treffen und dazu zu stehen, Fehler ggf. einzugestehen, wenn es wirklich mal falsch war, dann aufzustehen und weiterzumachen.
Aber so, wie aktuelles Handeln insbesondere der Medien ist, eben nicht sachlich und neutral sondern immer auch ein Stück persönlich zu werden, wird niemand motiviert, sich aktiv am politischen Leben zu beteiligen oder gar als Frontmann oder Frontfrau seinen Kopf hinzuhalten.
Ich könnte sicher noch einen Kilometer lang zu den anderen aufgeworfenen Fragen Stellung beziehen … aber das will doch keiner lesen 😉

9.10.2013 um 13:43

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