Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Lesetipp : „Adressat unbekannt“

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Steffen Voß

Dieses Büchlein hat es in sich: Auf nur 96 kleinen Seiten erzählt die Autorin Kressmann Taylor die Freundschaft zweier Männer in der Nazi-​Zeit. Max Eisenstein und Martin Schulse betreiben in San Francisco eine gut gehende Galerie. Max ist deutscher Jude. Martin zieht 1932 zurück nach Deutschland und wird dort langsam zum glühenden Nazi.

Aus den Briefen, die sich Max und Martin gegenseitig schicken, bekommt man die Veränderung Schritt für Schritt mit. Max versucht aus der Ferne die Verwandlung seines Freundes zu verstehen oder sogar aufzuhalten, doch es gelingt ihm nicht. 

„Adresse unbekannt“ wurde erstmals 1938 veröffentlicht und war damals ein echter Hit. Auch heute könnte das Thema nicht aktueller sein. Wie verwandeln sich Menschen in blinde Gefolgsleute von Fanatikern? Was sind sie bereit dafür zu tun und wie unmenschlich ist eine fanatisierte Gesellschaft?

Das Buch hat ein ebenfalls lesenswertes Nachwort von Elke Heidenreich, ist im Atlantik-​Verlag erschienen und kostet 10 Euro.

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