Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Datenschutz : Tracking-​Wahnsinn bei Spiegel-​Online

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Steffen Voß

„Wir behandeln Ihre Daten vertraulich und geben sie nicht weiter,” schreibt SPIEGEL ONLINE in seiner Datenschutz-​Erklärung, „außer an eng gebundene Dienstleister, die in unserem Auftrag zum Beispiel Abonnements, Zahlungsdienstleistungen, Services, Videoauslieferung oder Anzeigengeschäfte abwickeln.” Und das sind ganz schön viele Dienstleister. Netz-​Aktivist und D64-​Vorstand Henning Tillmann hat sich das mal angeschaut.

Bei jedem Aufruf von spiegel.de gibt SPIEGEL ONLINE die Daten der Nutzerinnen und Nutzer an externer Datensammler weiter. Wer das ist und was die machen, weiß wahrscheinlich bei Spiegel Online niemand. Aber freundlicherweise bietet das Nachrichtenmagazin Links zum Opt-​Out für alle 31 Datensammler an. Damit soll dann sichergestellt werden, dass keine Daten mehr weitergegeben werden.

Henning Tillmann hat das ausprobiert und ein Video aus dem Klick-​Marathon gemacht:

„Mein Versuch: Alle Drittanbieter-​Trackingsysteme auf SPIEGEL ONLINE deaktivieren. Das war ein Spaß! Hier wird die Datenschutz-​Grundverordnung (DSGVO) sehr benutzerfreundlich ausgelegt! Danke!”

Opt-​Out bei SPIEGEL ONLINE Drittanbietern. FUN! FUN! FUN!

Die Opt-​Out-​Funktionen sind zum Teil sehr versteckt und zum Teil nicht zu finden. Nach einer Viertel Stunde klicken, suchen, klicken, stellt Henning Tillmann fest, dass er leider nicht erfolgreich war. Andere Websites bieten die Möglichkeit, alle Tracking-​Verfahren auf einmal abzuschalten oder sie zumindest einzeln in einer übersichtlichen Box abzuschalten. Eigentlich müsste es sogar genügen, wenn Leserinnen und Leser in ihrem Browser „Do-​not-​track” einschalten.

Weil das viele Website-​Betreiber nicht tun, gibt es Plugins wie den „Privacy Badger” von der Eletronic Frontier Foundation (EFF). Der erkennt und blockiert Tracking-​Verfahren. Weil das oft dazu führt, dass Reklame nicht mehr angezeigt wird, missinterpretieren Seiten wie BILD.de oder spiegel.de den Privacy Badger als Ad-​Blocker und zeigen die Seiten nicht mehr richtig an. Damit kann ich leben – ich lese dadurch einfach kein spiegel.de oder bild.de mehr.

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Kommentare

Titus von Unhold
Titus von Unhold:

Lang leben Pi-​Hole und uMatrix

27. August 2018 um 17:10
Steffen
Steffen:

Pi-​Hole muss ich mir auch mal wieder installieren.

27. August 2018 um 18:09
Martin Frantz
Martin Frantz:

Pi-​Hole ist auf jeden Fall eine empfehlenswerte Option. Nach der Installation erhält man über die Logging-​Daten direkten Einblick, welche DNS-​Anfragen herausgefiltert werden – es sind auf jeden Fall sehr viele (hängt natürlich von den eingesezten Endgeräten ab).

29. Januar 2019 um 8:36
aexl
aexl:

Also ich kann SpOn auch mit Privacy Badger lesen. (Ein Klick auf deren Hinweis reicht.) Warum Pi-​Hole wenn PB (zumindest dafür) reicht?

18. Mai 2019 um 8:33
Steffen Voß
Steffen Voß:

PiHole wirkt auf allen Geräten und bei allen Programmen. Das hält zum Beispiel Windows 10, die NVidia-​Treiber, das Fire-​TV usw. davon ab, auf alle erdenklichen Arten in der Gegend rumzufunken. Es geht mir ja nicht um den Adblocker, sondern um den Schutz meiner Daten.

22. Mai 2019 um 22:49

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