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Wordpress: Software verändert sich. Sprache auch.

Foto: Phil Whitehouse - CC BY 2.0

WordPress soll gender-gerecht werden! Die Aufregung war groß, vor allem als im letzten Jahr WordPress-Guru Vladimir Simović aka Perun erklärte „Warum es wichtig ist, dass WordPress frei von Ideologien bleibt“. Nun ist es aber so: Software verändert sich. Sprache auch.

Open-Source Projekte starten oft als Hobby einer einzelnen Person, die ihre Arbeit der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. Viele Projekte ignoriert die Öffentlichkeit. Einige schlagen ein und werden groß. So wie das Blog-Redaktionsystem WordPress.

Zunächst sind dann alle froh, dass das Projekt steht und die Software läuft. Dann kommen Leute aus anderen Ländern an und wollen die Bedienoberfläche auch in ihrer Sprache haben. Jemand beginnt mit der Übersetzung.

Mit der ersten Übersetzung werden Sprach-Standards gesetzt: Wie heißen denn jetzt diese zusätzlichen Teile der Software, die man dazuladen kann, um die Funktionalität des Systems zu erweitern? Modul? Erweiterung? Oder behält man einfach das Englische Wort? Extension? Plugin? Addon?

Diese und andere Fragen werden bei der ersten Übersetzung entschieden und dann in der Regel nie wieder angetastet. Alle sind froh, dass es eine vollständige, deutsche Sprachversion gibt.

Die Welt dreht sich. Das Internet verändert sich. Die Community verändert sich. Wichtige Teile der Software werden von Grund auf neu geschrieben. Alte Zöpfe werden abgeschnitten, Ballast über Bord geworfen. Den Kern der Übersetzungen packt aber niemand wieder an. Was aber vor 10 Jahren ganz klar ein „Modul“ war heißt in aktuellen Projekten wie Nextcloud „App“. Alle, die neu mit Nextcloud starten, verstehen das.

Das Projekt „Stringintelligenz“ ist gestartet, die aktuellen Bezeichnungen in der deutschen Bedienoberfläche von WordPress zu hinterfragen. Anlass dafür waren die durchgehend männlichen Bezeichnungen in der deutschen Übersetzung wie „Benutzer“ oder „Administrator“.

Die Motivation war also durchaus eine gender-gerechte Sprachversion, in der sich Menschen aller Geschlechter wiederfinden. In dem Screenshot von Vladimir Perun sieht man nun lauter Gender-Sternchen: Administrator*in, Redakteur*in usw. Den Kritikern des Sternchens gibt das natürlich Gänsehaut. Tatsächlich ist es aber so, dass die Rollen-Namen die größte Herausforderung waren, wie der Entwickler des Projekts Caspar Hübinger beim „Presswerk-Podcast“ erklärt. Für die meisten anderen Begriffe hat er Formulierungen gefunden, die oft vermutlich gar nicht auffallen und sogar kürzer sind. Und in der aktuellen Version heißt „Administrator*in“ jetzt „Administration“.

„Benutzerdefinierten Felder“ werden „Eigene Felder“

Eine der Lösungen ist, dass jetzt nicht mehr die „Benutzer“ verwaltet werden, sondern deren „Profile“. Die „Benutzerdefinierten Felder“ heißen jetzt „Eigene Felder“ und in den folgenden Beschreibungen wird einfach nur noch von den „Feldern“ gesprochen.

Ich muss mich nur selten mit den Rechte-Rollen beschäftigen. Ich muss jede Mal nachschauen, welche Rolle welche Rechte hat. Im Grunde wäre es deswegen egal, wie die heißen – und wenn sie „Super-Wichtig“, „Nicht-Ganz-So-Wichtig“ und „Unwichtig“ hießen… Man kann aber auch schauen, wo diese Begriffe überhaupt verwendet werden, und ob man das Rechte-System nicht gleich intuitiver machen könnte.

In der Profil-Verwaltung zum Beispiel kann ich einstellen, welche Rolle jemand hat. Wenn in dem Dropdown stünde, was die Rechte konkret sind, wäre das für mich eine große Hilfe: „Nur Lesen“, „Schreiben“, „Schreiben + Veröffentlichen“, „Schreiben + Veröffentlichen + Administrieren“ – Das wiederum wäre nicht nur eine Übersetzung aus dem Englischen, sondern eine Verbesserung, die gerne auch im Englischen übernommen werden sollte.

Ich finde es schade, dass diese Projekt teilweise auf solch eine Ablehnung gestoßen ist. Aber das hatte der Linguist Anatol Stefanowitsch in seinem Vortrag auf dem 29c3 bereits gefragt: Warum ist es für Menschen die sich das „Hacken“ auf die Fahnen geschrieben haben, so schwer auch die Sprache so zu hacken, dass sie besser passt?

Ideologie = Ideen, die einer Logik folgen

Ja, die Vorstellung, dass Ungleichbehandlung abgeschafft gehört, ist eine Ideologie: Ihre Anhänger*innen wollen, dass Menschen aller Geschlechter-Identitäten die gleichen Rechte haben. Wer diese Idee für richtig hält, findet logisch, dass das dann auch im Sprechen gilt. Und um konkret auf Vladimir Simovićs Vorwurf zu antworten: Open-Source ist eine Ideologie von WordPress. Einen Closed-Source Blob im WordPress-Core würde niemand akzeptieren, egal wie genial seine Funktionen wären.

Nun gibt es diese alternative Sprachversion als Plugin, das man sich zusätzlich installieren kann. Es stellt ein paar wichtige Fragen an die Übersetzungs-Community von WordPress und es stellt auch ein paar Frage grundsätzlich an die Entwicklung der Bedienungsoberfläche. Sind Männer, die etwas tun tatsächlich die beste Metapher, um zu erklären, was Teile von WordPress tun? Die Community sollte dem Projekt „Stringintelligenz“ eine Chance geben, WordPress zu verbessern. Es hat doch gerade erst begonnen.

Kommentare

Vlad

Hallo Steffen,

si­ch nur auf Anatol Stefanowitsch zu be­ru­fen ist ein biss­chen zu ein­sei­tig. In dem von dir ver­link­ten Artikel ha­be ich auf ein paar Gegenstimmen ver­linkt und hier ein wei­te­res Statement ei­nes an­de­ren Sprachforschers:

Grammatisches Geschlecht ≠ bio­lo­gi­sches Geschlecht:

„Das Genus in den in­do­eu­ro­päi­schen Sprachen ist ent­stan­den durch Zweiteilung in Bezeichnungen für Belebtes (spä­ter Maskulinum) und Unbelebtes (spä­ter Neutrum). Das Femininum kam als drit­tes Genus hin­zu und spe­zia­li­sier­te si­ch auf Kollektiva und Abstrakta. Mit dem na­tür­li­chen Geschlecht weib­li­ch hat­te es nichts zu tun, und da­bei ist es bis heu­te im Wesentlichen ge­blie­ben.“

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/kultur/essay-das-missbrauchte-geschlecht-1.3402438

„Ja, die Vorstellung, dass Ungleichbehandlung ab­ge­schafft ge­hört, ist ei­ne Ideologie: Ihre Anhänger*innen wol­len, dass Menschen al­ler Geschlechter-Identitäten die glei­chen Rechte ha­ben.“

Netter rhe­to­ri­scher Trick, weil je­der der an­de­rer Meinung ist, ist dann au­to­ma­ti­sch ge­gen glei­che Rechte für al­le.

Mit dem sog. Gender-Mainstreaming wird man im­ho kei­ne Ungleichheiten ab­schaf­fen son­dern nur neue schaf­fen. Probleme gibt es bei Lesegeräten, bei Menschen mit Leseschwächen und vor al­lem bei Menschen, de­nen deut­sche Sprache nicht die Muttersprache ist. Also bei Bevölkerungsschichten, die es eh schon sehr schwer ha­ben.

Wenn man Ungleichheiten ab­schaf­fen möch­te, dann er­le­digt man dies mit kon­kre­ten Maßnahmen vor Ort: z.B. in dem man sei­nen Söhnen und Töchtern als Vorbild dient… et­was was ich tag­täg­li­ch zu­sam­men mit mei­ner Frau un­se­ren Kindern vor­le­be.

„Sind Männer, die et­was tun tat­säch­li­ch die be­s­te Metapher, um zu er­klä­ren, was Teile von WordPress tun?“

Ich weiß jetzt nicht ob das auf mi­ch und mei­nen Text ab­zielt, aber falls ja, die­ser Text ist ei­ne ge­mein­sa­me Arbeit von mei­ner Frau und mir. 😉

Grüße

Steffen Voß

Hej, dan­ke für die flot­te Antwort!
bei der Frage nach dem gram­ma­ti­ka­li­schen Geschlecht bist Du in ei­ner an­de­ren Diskussion. Es geht nicht dar­um, ob es „der Benutzer“ oder „die Benutzer“ oder „das Benutzer“ heißt. Es geht dar­um, dass „Benutzer“ männ­li­che Personen be­zeich­net und „Benutzerin“ weib­li­che.

Wenn man nur von „Benutzern“ spricht, sind nur die männ­li­chen Personen ex­pli­zit ge­nannt. Über das Konstrukt des ge­ne­ri­schen Maskulinums sol­len im­pli­zit Frauen mit­ge­meint sein. Der Begriff schließt sie aber ex­pli­zit aus, weil es ei­nen weib­li­chen gibt.

Ich fin­de die Lösung mit „Profil“ statt „Benutzer“ ziem­li­ch schlau, denn ge­nau­ge­nom­men wer­den ja gar nicht die Benutzerinnen und Benutzer ver­wal­tet, son­dern de­ren Profile. 

Glaube mir: Ich bin auch kein Freund da­von, die­se Sache auf die Spitze zu trei­ben, denn so­weit ge­be ich Dir recht: WordPress ist nicht der Platz um in die­ser Sache ein Zeichen zu set­zen. Dafür le­ben zu vie­le Menschen da­von, WordPress auch an Leute zu ver­kau­fen, die mit so ei­nem Exempel nichts an­fan­gen kön­nen.

Ich glau­be aber, dass es oft klu­ge Lösungen ge­ben kann, die WordPress tat­säch­li­ch für al­le bes­ser be­nutz­ba­rer ma­chen kön­nen – und gleich­zei­tig müs­sen si­ch Frauen nicht mehr mit­ge­meint füh­len.

Vlad

Hallo Steffen,

dan­ke für dei­ne schnel­le Antwort:

„Wenn man nur von „Benutzern“ spricht, sind nur die männ­li­chen Personen ex­pli­zit ge­nannt. Über das Konstrukt des ge­ne­ri­schen Maskulinums sol­len im­pli­zit Frauen mit­ge­meint sein. Der Begriff schließt sie aber ex­pli­zit aus, weil es ei­nen weib­li­chen gibt.“

Wenn ich mir das von dir durch­le­se, dann weiß ich nicht ob du den Text des Sprachforschers ge­le­sen hast. Genau dem wi­der­spricht er, was du be­haup­test. Das bio­lo­gi­sche Geschlecht hat mit dem gram­ma­ti­schen Geschlecht nichts zu tun. Und da­mit ist die­ser Sprachforscher nicht al­lein.

Denn son­st wä­ren ja „die Männer“ (Mehrzahl) auch al­le auf ein­mal weib­li­ch. Die Gabel wä­re dann ei­ne Frau und der Stuhl ein Mann. Das er­gibt kei­nen Sinn.

„Ich glau­be aber, dass es oft klu­ge Lösungen ge­ben kann, die WordPress tat­säch­li­ch für al­le bes­ser be­nutz­ba­rer ma­chen kön­nen“

Gibt es Untersuchungen, die be­le­gen, dass Nutzer WP nicht be­die­nen kön­nen oder konn­ten, weil wo jetzt „Profil“ steht vor­her „Benutzer“ stand? Gibt es evtl Untersuchungen, die be­le­gen, dass es jetzt bes­ser klappt? Was darf ich mir un­ter „klu­ge Lösungen“ vor­stel­len?

Viele Grüße

Steffen Voß

Sprache ist ge­sell­schaft­li­che Konvention. Entsprechend ist es ei­ne Sache, was die Linguistik dar­über sagt wie gram­ma­ti­ka­li­sches und na­tür­li­ches Geschlecht zu­sam­men hän­gen. Eine an­de­re Sache ist, wie Menschen heut­zu­ta­ge spre­chen.

Es gibt vie­le Menschen, die der Meinung sind, dass ein Bäcker kei­ne Bäckerin ist. Und es gibt vie­le Menschen, die der Meinung sind, dass es Rollenbilder prägt, wenn wir von Ärzten und von Schwestern spre­chen. Da kann­st Du auch no­ch 10 Studien von Linguisten her­aus­su­chen, die nach­wei­sen wol­len, dass die­se Menschen fal­sch emp­fin­den.

Ein Großteil un­se­rer Sprachentwicklung statt­ge­fun­den hat in Gesellschaften, in de­nen Männer ge­macht ha­ben und Frauen Beiwerk wa­ren. Insofern ha­ben die Studien so­gar recht. Mit dem „Bäcker“ wa­ren auch die ra­ren Fälle ge­meint, in de­nen Frauen die­sen Beruf aus­ge­übt ha­ben. Der Maßstab war aber der Mann.

An die­sem Punkt kann man si­ch fra­gen, ob si­ch nicht auch Sprache ver­än­dern soll­te, wenn si­ch Gesellschaft ver­än­dert. Wenn Frauen heu­te ge­sell­schaft­li­ch voll an­er­kannt ad­mi­nis­trie­ren, schrei­ben, re­di­gie­ren – war­um soll­ten WordPress dann no­ch wei­ter sind sa­gen: „Männer ad­mi­nis­te­ren, schrei­ben, re­di­gie­ren und Frauen manch­mal auch.“

Vor al­lem, wenn es si­ch so ein­fach lö­sen lässt wie „Benutzerdefinierten Felder“ in „Eigene Felder“ um­zu­be­nen­nen.

Ich weiß nicht, wie groß der Frauenanteil in der WordPress-Community ist – wie vie­le Frauen am Core ar­bei­ten, wie vie­le Frauen auf WordCamps spre­chen. Meine Erfahrung aus an­de­ren Open Source Projekten ist: Vermutlich nicht 50%. 

Wenn wir aber der Meinung sind, dass Frauen das na­tür­li­ch könn­ten, kann man si­ch ja fra­gen wel­che Faktoren da­bei ei­ne Rolle spie­len. Die Sprachdateien wer­den am Ende si­cher nicht die größ­te Rolle da­bei spie­len. Aber war­um nicht?

Ich ver­steh die­ses en­ga­gier­ten Widerstand nicht ge­gen Änderungen, die ei­nen Bruchteil des Backends be­tref­fen. Neulingen wer­den die meis­ten da­von über­haupt nicht auf­fal­len. Wenn WordPress „Plugins“ in „Apps“ um­be­nen­nen wür­de, wä­re der Widerstand ver­mut­li­ch ähn­li­ch groß und ich ver­steh nicht, war­um sol­che Veränderungen so be­droh­li­ch emp­fun­den wer­den.

Anon

Stringintelligenz macht ge­nauso wie an­de­re halb­ga­re Versuche an der Sprache Rumzudoktern den Fehler, dass es die Bedeutung ent­stellt. Ein Benutzer ist halt was an­de­res als ein Benutzender und eben­so was an­de­res als ein Profil.

seben

Wer si­ch und sein Leben un­be­dingt durch­gen­dern will, soll si­ch das ent­spre­chen­de Plugin la­den und bit­te die Allgemeinheit mit dem Rotz in Ruhe las­sen.

Caspar Hübinger

(Hintergrund die­ses Kommentars: Ich bin der Autor des be­spro­che­nen WordPress-Plugins.)

„Das Femininum kam als drit­tes Genus hin­zu und spe­zia­li­sier­te si­ch auf Kollektiva und Abstrakta. Mit dem na­tür­li­chen Geschlecht weib­li­ch hat­te es nichts zu tun, und da­bei ist es bis heu­te im Wesentlichen ge­blie­ben.“

… sagt Peter Eisenberg, ein Sprachwissenschaftler und Duden-Autor. Das ist im Wesentlichen ei­ne sprach­his­to­ri­sche Aussage, und wen die­ser Aspekt be­son­ders fas­zi­niert, wird Freude an ei­ner Untersuchung von Ursula Doleschal im glei­chen Kontext haben.[1]

Den Stand psy­cho­lin­gu­is­ti­scher Forschung, bei der es u.a. um die Wahrnehmung von Sprache durch Individuen geht, die nicht al­le­samt den aka­de­mi­schen Bildungshorizont ei­nes Germanisten ha­ben, streift Eisenberg mit sei­nem Artikel in der Süddeutschen nicht ein­mal.

Stand psy­cho­lin­gu­is­ti­scher Forschung ist es, dass das ge­ne­ri­sche Maskulinum in Bezug auf mensch­li­che Wahrnehmung eben nicht „ge­ne­ri­sch“ funk­tio­niert, son­dern die Entscheidung des „Gemeint-seins“ der wahr­neh­men­den Person über­lässt.

Im Kontext des user ex­pe­ri­en­ce de­si­gn in der Software-Entwicklung er­gibt si­ch dar­aus ei­ne nicht ganz tri­via­le Fragestellung, und an die­ser Stelle hakt das Interesse hin­ter dem WordPress-Plugins ein. Es be­trach­tet gender-neutrale bzw. gender-sensitive Sprache als als Mittel um Zweck der Verbesserung von user ex­pe­ri­en­ce. Idealerweise geht es dar­um, die la­ten­te Frage des Geschlechts aus der Sprache im user in­ter­face zu eli­mi­nie­ren, um Ablenkung und co­gni­ti­ve load zu re­du­zie­ren. Wo die Eliminierung prak­ti­sch schlecht mög­li­ch ist, soll geschlechter-gerecht for­mu­liert wer­den.

Kurz: Das Plugin ver­steht si­ch als UX-Experiment. Es setzt Bemühungen, die im eng­li­schen WordPress Core be­gon­nen haben[2][3], in den lo­ka­li­sier­ten Kontext fort. Grundsätzlich geht es um Vereinfachung und leich­te­res Verständnis des user in­ter­face. Gender-bezogene sprach­li­che Anpassungen sind ein Teil da­von.

[1]http://www.linguistik-online.de/11_02/doleschal.html
[2]https://core.trac.wordpress.org/changeset/30089
[3]https://core.trac.wordpress.org/ticket/36702

Stefan Kremer

Vor (fast) 10 Jahren hiess Nextcloud no­ch own­Cloud und »Modul« hieß dort schon im­mer »App«. Alle, die schon im­mer mit own­Cloud ge­ar­bei­tet ha­ben, es im­mer no­ch tun und nicht auf die nex­te Sau set­zen, die ge­ra­de durch’s Dorf ge­trie­ben wird, ver­ste­hen das ;-).

Ansonsten bin ich ein gro­ßer Freund von Caspars Bemühungen die Welt ein klei­nes biss­chen bes­ser, weil ge­rech­ter zu ma­chen.

Das Fräulein E.

Menschinnen und Menschen pro­gram­mier­ten, so das Kindinnen und Kinder spie­lend ler­nen kön­nen.

Das Genus (gram­ma­ti­sche Geschlecht) hat nur sehr sel­ten et­was mit dem Sexus (bio­lo­gi­sches Geschlecht) zu tun. 🙂

Die Menübezeichnung ist in WordPress user und nicht pro­fi­le. Aber ich fin­de die Umbenneng gut und zum Bereich Profil könn­te man Profil be­ar­bei­ten sa­gen.
Benutzerdefinierte Felder in ei­ge­ne Felde um­zu­be­nen­nen, ist an si­ch auch nicht schlecht, da das Wort sehr sper­rig ist. Die Originalbezeichnung Common Fields ge­fällt mir no­ch bes­ser. Man hat ja auch Customizer wie­der um­be­nannt. Custom Post Type wird auch im­mer ge­läu­fi­ger.
Zudem möch­te ich no­ch be­to­nen und auch Danke sa­gen, dass die Arbeit der frei­wil­li­gen Übersetzter ei­ne groß­ar­tig ist. 🙂

Bego Mario Garde

„Software än­dert si­ch. Sprache auch“ – was für ei­ne schö­ne und ge­lun­ge­ne Einleitung für die­sen Beitrag. Danke, dass hier auch mal je­mand die Perspektive der Übersetzer ein­ge­nom­men hat, die stän­dig vor der Herausforderung ste­hen, für eng­li­sche, oft fach­spe­zi­fi­sche Texte das pas­sen­de deutsch­spra­chi­ge Gegenstück zu fin­den. Den Übersetzern ist das bis­her mit viel Liebe zum Detail und vie­len (aus mei­ner Erfahrung nicht im­mer ganz ein­fa­chen) Diskussionen sehr gut ge­lun­gen. Vom Ergebnis pro­fi­tie­ren wir al­le.

Die Community des OpenSource-Projekts WordPress hat si­ch im­mer da­für stark ge­macht, dass nie­mand (u.a.) we­gen Herkunft, Religion oder auch Geschlecht dis­kri­mi­niert wird. Der Translation Style Guide, das lan­ge vor der Diskussion um das Plugin „Stringintelligenz“ ge­mein­schaft­li­ch er­ar­bei­te­te Rahmenwerk für WordPress-Übersetzer, schreibt ver­bind­li­ch vor, dass al­le Übersetzer ei­ne „sprach­li­che Gleichbehandlung von Frauen und Männern an­zu­stre­ben“. Der Style Guide weist aber auch dar­auf hin, dass es häu­fig kei­ne „prak­ti­ka­blen, glei­cher­ma­ßen ver­ständ­li­chen und sti­lis­ti­sch an­spre­chen­der Alternativen“ gibt. Hier hilft das Plugin „Stringintelligenz“, sol­che Alternativen zu fin­den und auf ih­re Praktikabilität zu prü­fen: „Passt das Wort da über­haupt hin? Welche Auswirkungen hat das? Ist das ge­nauso ver­ständ­li­ch? …“

Während je­der im Übersetzungs-Team, der ei­ne Übersetzung frei­gibt, auch ei­ne Entscheidung trifft, wur­den nach mei­ner Erfahrung ge­wich­ti­ge Entscheidungen im­mer ge­mein­schaft­li­ch im Team dis­ku­tiert. Das Ziel al­ler Übersetzer ist nach wie vor, WordPress für die Gemeinschaft al­ler WordPress-Nutzer und -Nutzerinnen op­ti­mal zu ma­chen. Manchmal, das zeigt die­se Diskussion, ist das schwie­rig. Entscheiden kann aber nur, wer auch an der Diskussion teil­nimmt. Wer si­ch nicht be­tei­ligt, gleich­zei­tig aber von un­de­mo­kra­ti­schen, will­kür­li­chen Alleingängen Einzelner fa­bu­liert, hat – par­don – kei­ne Ahnung, wo­von er/sie spricht. Von ei­ni­gen, die sehr laut­stark Vorwürfe ge­äu­ßert ha­ben hät­te ich mir ge­wünscht, dass sie Absichten er­st ein­mal hin­ter­fragt und dann an ei­ner ge­mein­schaft­li­chen, kon­struk­ti­ven Diskussion teil­ge­nom­men hät­ten.

„Wer si­ch und sein Leben un­be­dingt durch­gen­dern will, soll si­ch das ent­spre­chen­de Plugin la­den und bit­te die Allgemeinheit mit dem Rotz in Ruhe las­sen.“

Diesem Kommentar möch­te ich ganz hef­tig wi­der­spre­chen. Es geht nicht um die Durchsetzung in­di­vi­du­el­ler Ideologien, son­dern dar­um, wie die Vorgaben der Community (s.o.) um­ge­setzt wer­den kön­nen. Statt ei­nes an­dau­ern­den Bashing soll­ten wir de­nen dank­bar sein, die mu­tig sprach­li­che Alternativen mit dem Plugin „Stringintelligenz“ auf­ge­zeigt ha­ben. Wir kön­nen ger­ne dis­ku­tie­ren, ob die­se Alternativen al­le gut sind. Nichts zu tun und „die Allgemeinheit mit dem Rotz in Ruhe las­sen“ wä­re der fal­sche Weg.

„Software än­dert si­ch. Sprache auch.“ – Eben.

Bego Mario Garde

@Vlad

Gibt es Untersuchungen, die be­le­gen, dass Nutzer WP nicht be­die­nen kön­nen oder konn­ten, weil wo jetzt „Profil“ steht vor­her „Benutzer“ stand?

Rosa Louise Parks wur­de laut Wikipedia „am 1. Dezember 1955 in Montgomery, Alabama ver­haf­tet, weil sie si­ch wei­ger­te, ih­ren Sitzplatz im Bus für ei­nen wei­ßen Fahrgast zu räu­men.“ Gab es ei­ne Untersuchung, die be­legt, dass sie mit ei­nem Stehplatz nicht ans Ziel ge­kom­men wä­re? Konnte sie et­wa nicht in dem Bus mit­fah­ren, in dem Sitze für Weiße re­ser­viert wa­ren?

Rosa Louise Parks fühl­te si­ch dis­kri­mi­niert und emp­fand es als un­ge­recht, dass sie ih­ren Sitzplatz an ei­nen Weißen ab­ge­ben soll­te. In der WordPress-Community ha­ben si­ch Frauen ge­äu­ßert, die si­ch durch Teile der Übersetzung dis­kri­mi­niert füh­len. WordPress mag für die­se Frauen ge­nauso funk­tio­nie­ren wie für al­le an­de­ren Nutzer, trotz­dem bleibt die Übersetzung für sie dis­kri­mi­nie­rend.

Johannes

Das gan­ze *in ist mei­ner Meinung nach se­xis­ti­sch. Ein Lehrer ist ein Lehrer egal ob man oder Frau. Genauso kann ein Benutzer männ­li­ch oder weib­li­ch sein. Was hier ge­trie­ben wird ist das Gegenteil von Gleichberechtigung näm­li­ch Spaltung.
Und wer Module nicht ver­steht dem hel­fen auch kei­ne Apps son­dern der be­nö­tigt Grundbildung.
Arme deut­sche Sprache.

abbc

Danke Johannes!

Genau das den­ke ich auch. Vollkommen rich­tig.

Bego Mario Garde

Arme deut­sche Sprache? Ich freue mi­ch, dass ich mi­ch auf Deutsch sehr prä­zi­se aus­drü­cken kann. Der Titel Bürokaufmann be­zeich­net zum Beispiel ei­nen Beruf, der von ei­ner männ­li­chen Fachkraft aus­ge­führt wird; für die weib­li­che Fachkraft gibt es den Titel Bürokauffrau. Würde ei­ne Software, die für Büroangestellte ent­wi­ckelt wur­de, nur Anweisungen ent­hal­ten, wie der Bürokaufmann das Programm nut­zen kann, wür­den si­ch Anwenderinnen zu Recht dis­kri­mi­niert füh­len. Dabei wä­re es nicht ein­mal schwie­rig, ei­ne Gleichbehandlung zu er­rei­chen, z.B. durch ver­wen­dung des Begriffs „Bürokaufleute“.

Frauen wer­den in Deutschland be­nach­tei­ligt. Das ist kei­ne Ideologie, die ir­gend­wel­che Spinner ver­brei­ten wol­len, son­dern ei­ne mess- und fest­stell­ba­re Tatsache. Die Bundesregierung hat ge­ra­de fest­ge­hal­ten, dass Frauen über­all in Europa we­ni­ger ver­die­nen als Männer. In Deutschland liegt der Unterschied bei 21%. (Quelle: BMFSFJ) Wen wun­dert es da, dass Frauen sen­si­bel dar­auf ach­ten, ob sie an­ge­spro­chen oder nur „mit­ge­meint“ sind? Mehr Sensibilität für ei­ne Gleichbehandlung ein­zu­for­dern, hat nichts mit Ideologie zu tun.

Bei der gan­zen Diskussion geht es nicht um Inhalte von Blogbeiträgen und -Seiten. Es geht dar­um wie die Übersetzungen der Menüs im WordPress-Backend mög­lichst ge­recht (und da­mit ge­schlechts­neu­tral) sein kann. Das Plugin „Stringintelligenz“ soll­te de­nen, die si­ch an der Übersetzung be­tei­li­gen, zei­gen, wie si­ch Übersetzungs-Varianten aus­wir­ken. Dabei ist schon sehr früh her­aus­ge­kom­men, dass die Verwendung ei­nes Trenn-Zeichens (z.B. in Benutzer*innen) nicht bar­rie­re­frei wä­re, weil Screenreader das Sternchen mit vor­le­sen und da­mit den Begriff un­les­bar ma­chen. Wer si­ch im­mer no­ch dar­über aus­kotzt, dass „das gan­ze *in […s]ei­ner Meinung nach se­xis­ti­sch“ sei, hat wahr­schein­li­ch die Diskussionen nur zum Teil ver­folgt, meint aber, jetzt mit­re­den zu müs­sen.

WordPress ist Open Source. Wer et­was be­wir­ken möch­te, kann si­ch ak­tiv be­tei­li­gen und an der Übersetzung teil­neh­men. Das ist al­ler­dings Arbeit und setzt ein Grundverständnis der deut­schen Sprache vor­aus. Von de­nen, die das Plugin „Stringintelligenz“ als „Ideologie“ be­zeich­nen und si­ch re­ge (und am liebs­ten an­onym) an der Diskussion be­tei­li­gen, hat si­ch bis­her nach mei­nem Wissen nur ein ein­zi­ger Anwender für ei­nen sehr über­schau­ba­ren Zeitraum an der Übersetzung ei­ni­ger we­ni­ger Zeichenketten be­tei­ligt.

Drop

Es sind im­mer­wie­der die­sel­ben we­ni­gen Personen, die hier das Stringintelligenz-Plugin pro­mo­ten und die Übersetzungen des Plugins am liebs­ten di­rekt im WordPress-Core hät­ten. Gegen die Verwendung ei­nes Plugins hat ei­gent­li­ch nie­mand et­was. Gewehrt wird si­ch nur ge­gen die dik­ta­to­ri­sche Art, wie die Genderungen den Nutzern aufs Auge ge­drückt wer­den sol­len. Nämlich „hin­ten­rum“ und/oder mit Zwang. Und ger­ne auch durch das Löschen ne­ga­ti­ver Bewertungen. Gell Herr Hübinger?

Ließe man den Menschen die Freie Wahl wür­de man recht schnell fest­stel­len, dass WordPress-Nutzer an­de­re, eher tech­ni­sche Sorgen ha­ben. Man be­trach­te da­zu ein­fach mal die Download-Statistiken der po­pu­lärs­ten Plugins mit den Statistiken des Stringintelligenz-Plugins. 

Man wür­de auch er­ken­nen, dass die Überschrift die­ses Artikels („Software ver­än­dert si­ch. Sprache auch.“) ei­ne recht ein­sei­ti­ge Darstellung ist. Zusammen mit dem Artikelinhalt wird ja ge­ra­de­zu so ge­tan als wol­le man die Sprache in der deut­schen WordPress-Gui le­dig­li­ch dem gän­gi­gen ak­tu­el­len Sprachgebrauch an­pas­sen. Das Gegenteil ist aber der Fall. Man will hier, so mei­ne Interpretation, die Menschen er­zie­hen und ih­nen ei­ne Sprache auf­drän­gen, die sie so nicht ver­wen­den und/oder ver­ste­hen. Anbei ein Auszug aus dem Wikipediaartikel zu „Ideologie“. Der zi­tier­te Part trifft mei­ner Meinung nach auf die Promoter der Sprachgenderung in WordPress voll­auf zu, Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ideologie :

Ideologie: Kritischer Rationalismus

In sei­nem Werk Die of­fe­ne Gesellschaft und ih­re Feinde kri­ti­siert Karl R. Popper den to­ta­li­tä­ren Charakter be­stimm­ter Ideologien, ins­be­son­de­re des Nationalsozialismus und des Stalinismus.

Totalitäre po­li­ti­sche Ideologien mit um­fas­sen­dem Wahrheitsanspruch wei­sen oft­mals Elemente von Mythenbildung, Geschichtsklitterung, Wahrheitsverleugnung und Diskriminierung kon­kur­rie­ren­der Vorstellungen auf. Nach den Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus und dem Zusammenbruch des re­al exis­tie­ren­den Sozialismus ist die Skepsis ge­gen­über um­fas­sen­den und mit Heilsversprechungen durch­setz­ten Theoriengebäuden ge­wach­sen, ins­be­son­de­re wenn sie mit Handlungsaufforderungen oder mit der Unterdrückung ab­wei­chen­der Ideen ver­bun­den sind. Ideologiekritik im Sinne von Karl Popper um­fasst da­bei ins­be­son­de­re die Analyse fol­gen­der Punkte:

– Dogmatisches Behaupten ab­so­lu­ter Wahrheiten
– Tendenz zur Immunisierung ge­gen Kritik
– Vorhandensein von Verschwörungstheorien
– uto­pi­sche Harmonieideale
– die Behauptung von Werturteilen als Tatsachen.

Ich bin ganz klar für das kor­rek­te Übersetzen aus dem eng­li­schen Original. Dort wo auf Personen/Personengruppen und de­ren Ableitungen (z.B. Berufsbezeichnungen) Bezug ge­nom­men wird, soll­te man (wo es tech­ni­sch mög­li­ch ist, zB. Im Fließtext von Tutorials und Anleitungen) prag­ma­ti­sche und pas­sen­de Übersetzungen wäh­len. Idealerweise – wo mög­li­ch – durch er­wäh­nen „bei­der“ Geschlechter („Programmierer oder Programmiererin“). Absolut da­ge­gen bin ich beim Versuch, al­le Wörter, die auf „er“ en­den zu gen­dern, weil die­se Wortendung zu „männ­li­ch“ klingt. So wur­de in ei­ner Version des Plugins für den Begriff „Webhoster“ vor­ge­schla­gen, das Wort nach „Webhosting“ zu gen­dern. Absurd.

Bego Mario Garde

Gewehrt wird si­ch nur ge­gen die dik­ta­to­ri­sche Art, wie die Genderungen den Nutzern aufs Auge ge­drückt wer­den sol­len. Nämlich „hin­ten­rum“ und/oder mit Zwang. 

Wer ist dik­ta­to­ri­sch? Übersetzer, die si­ch letzt­end­li­ch für ei­ne Version ent­schei­den müs­sen und das bei gra­vie­ren­de­ren Änderungen per Slack im Übersetzungs-Team ab­stim­men?
Was soll „hin­ten­rum“ und/oder mit Zwang … aufs Auge ge­drückt wer­den? In der Keynote ei­nes WordCamps das Thema vor­zu­stel­len und si­ch an­schlie­ßend Diskussionen zu stel­len ist ge­n­au das Gegenteil von „hin­ten­rum“. Es wird auch nie­mand zu ir­gend­was ge­zwun­gen – oder muss­test du das Plugin „Stringintelligenz“ in­stal­lie­ren? Und was wur­de dir „aufs Auge ge­drückt“? Die kos­ten­lo­se Software WordPress, die du nach Belieben be­nut­zen und nach dei­nen ei­ge­nen Wünschen an­pas­sen kann­st? Oder die kos­ten­los mit­ge­lie­fer­te deutsch­spra­chi­ge Übersetzung, die du auch nach Belieben aus­tau­schen kann­st?
Caspar hat auch kei­ne ne­ga­ti­ven Bewertungen ge­löscht, auch wenn der Kommentar das sug­ge­riert.

Ließe man den Menschen die Freie Wahl wür­de man recht schnell fest­stel­len, dass WordPress-Nutzer an­de­re, eher tech­ni­sche Sorgen ha­ben.

Stimmt. Deshalb wird auch ak­tiv an Lösungen ge­ar­bei­tet. Das Ergebnis mag nicht je­den zu­frie­den­stel­len, aber in­ter­es­san­ter­wei­se mel­den si­ch vor al­lem die laut­stark in Blog-Kommentaren zu Wort, die si­ch an­sons­ten in kei­ner Form an der Weiterentwicklung be­tei­li­gen. Mit wel­cher Erwartungshaltung be­kla­gen ei­gent­li­ch Nutzer Fehler in Open Source-Anwendungen und dro­hen da­mit, künf­tig ei­ne an­de­re Software zu nut­zen? Sollen Entwickler, die ihr Plugin oder Theme kos­ten­los an­bie­ten, in Ehrfurcht er­star­ren? Ganz ab­ge­se­hen da­von – was hat das mit der Übersetzung zu tun? Soll die Übersetzung ab so­fort ein­ge­stellt wer­den, weil an­de­re Dinge auch wich­tig sind?

Man be­trach­te da­zu ein­fach mal die Download-Statistiken der po­pu­lärs­ten Plugins mit den Statistiken des Stringintelligenz-Plugins. 

Du ver­stehst of­fen­sicht­li­ch den Sinn des Plugins „Stringintelligenz“ nicht. Das Plugin soll­te le­dig­li­ch ak­ti­ven Übersetzern Sprach-Alternativen de­mons­trie­ren. Download-Statistiken spie­len hier über­haupt kei­ne Rolle. Lies dir doch bit­te noch­mal den Beitrag des Übersetzer-Teams zu die­sem Plugin durch.

Zusammen mit dem Artikelinhalt wird ja ge­ra­de­zu so ge­tan als wol­le man die Sprache in der deut­schen WordPress-Gui le­dig­li­ch dem gän­gi­gen ak­tu­el­len Sprachgebrauch an­pas­sen.

Genau dar­um geht es. Fast hät­test du es ver­stan­den.

Caspar Hübinger

@Drop Richtigstellung: Ich ha­be kei­ne tech­ni­sche Berechtigungen, Reviews zu lö­schen. Ich ha­be im Einzelfall Forenmoderatoren ge­be­ten, ei­nen Review zu über­prü­fen. Aber si­cher, an­sons­ten bin ich das Böse und he­ge die Absicht, Ihnen WordPress so ka­putt wie mög­li­ch zu ma­chen. Freut mi­ch, dass wir das klä­ren konn­ten. Und nun hof­fent­li­ch zu­rück zu Kommentaren, die si­ch mit dem Artikel wei­ter oben aus­ein­an­der set­zen.

Drop

@Hübinger Wie Sie das ver­klau­su­lie­ren, ist mir re­la­tiv egal. Im Ergebnis ha­ben Sie di­rekt oder in­di­rekt da­für ge­sorgt, das ei­ne ein-Sterne-Bewertung ent­fernt wur­de. Diese Bewertung kri­ti­sier­te in sach­li­chem Tonfall die be­ab­sich­tig­te, ideo­lo­gi­sch ge­färb­te Zielsetzung Ihres Plugins (das Plugin als Vorbereitung für die Übernahme in den Core) und min­des­tens ei­ne kon­kre­te Übersetzung dar­in. Es gibt Bewertungen zu Ihrem Plugin, die „in­halts­lee­rer“ bzw. „nichts­sa­gen­der“ sind als je­ne ei­ne, auf die ich mi­ch ge­dank­li­ch be­zie­he. Da es si­ch aber um 5-Sterne-Bewertung han­delt, sind die­se nach wie vor on­line. Wenn Sie al­so ein­räu­men, dass sie „im Einzelfall“ um Überprüfung der Reviews ge­be­ten ha­ben, muss ich fest­stel­len, dass sie da­bei sehr se­lek­tiv vor­ge­hen und da­durch die Aussagekraft der Bewertungen zu Ihren Gunsten ver­fäl­schen. An kri­ti­sche oder ne­ga­ti­ve Bewertungen le­gen Sie of­fen­sicht­li­ch an­de­re Maßstäbe an, als an po­si­ti­ve.

Auf den Rest der Antwort von Herrn Hübinger ge­he ich nicht ein, weil er dort le­dig­li­ch ei­nen Strohmann auf­baut. Wer si­ch mei­nen ers­ten Kommentar durch­liest, wird er­ken­nen, dass ich mi­ch nicht ge­gen sinn­vol­le Übersetzungen stel­le. Vielmehr ha­be ich – ähn­li­ch wie Herr Simovic – ein Problem da­mit, wie WordPress von Ideologen in­stru­men­ta­li­siert und wie die Partikularinteressen ei­ner Handvoll von Leuten ge­gen den Willen ei­ner Mehrheit durch­ge­drückt wer­den soll.

Steffen Voß

Man wür­de auch er­ken­nen, dass die Überschrift die­ses Artikels („Software ver­än­dert si­ch. Sprache auch.“) ei­ne recht ein­sei­ti­ge Darstellung ist. Zusammen mit dem Artikelinhalt wird ja ge­ra­de­zu so ge­tan als wol­le man die Sprache in der deut­schen WordPress-Gui le­dig­li­ch dem gän­gi­gen ak­tu­el­len Sprachgebrauch an­pas­sen.

Wer Software ent­wi­ckelt, passt sie nicht nur dem ak­tu­el­len Stand der Technik an. Das ma­chen Administrator.innen. Die ver­wal­ten. Entwickeln heißt vor­wärts ge­hen. In die­sem Fall ist das of­fen­bar zu schnell für ei­ni­ge Menschen.

Drop

Herr Voss, Entwickeln heisst sehr häu­fig auch „be­wah­ren“, „Augenmaß“ und sehr ge­naue „Bedarfsermittlung“ beim Kunden/User. Und dass man auf die Nase fal­len und ei­ne Menge Geld und Arbeit „ver­bren­nen“ kann, wenn man si­ch ge­gen die Community stellt, zeigt nun ak­tu­ell Canonicals Entscheidung, mit dem Desktop von Unity zu Gnome 3 zu zu­rück­zu­wech­seln. Und aus ei­ge­ner Erfahrung weiß ich, das das ei­ne oder an­de­re IT-Projekt an der Hybris avan­g­ar­dis­ti­scher Programmierer schei­ter­te, die nicht den Kunden/Nutzer im Sinn hat­ten, son­dern stets nur den „neu­es­ten tech­ni­schen Schrei“ im­ple­men­tie­ren woll­ten.

Einem Nutzervotum will si­ch das WordPress-Übersetzerteam nun ge­ra­de nicht stel­len. Das ha­ben sie an meh­re­ren Stellen aus­drück­li­ch ge­sagt. Und auch hier in die­sem Blog ver­sucht man, den „nor­ma­len“ Nutzern ein Mitspracherecht ab­zu­spre­chen, in­dem man ver­langt, dass nur je­ne si­ch zu dem Thema äu­ßern sol­len, die selbst am Übersetzungs- bzw Entwicklungsprozess da­bei sind. Eine ziem­li­ch will­kür­li­che und nach­träg­li­ch ein­ge­führ­te Regelsetzung, fin­den Sie nicht auch? 

Ich bin über­zeugt, dass bei ei­nem ei­nem öf­fent­li­chen Votum sehr klar wer­den wür­de, dass es nicht nur „ei­ni­ge“ Menschen sind, de­nen die be­ab­sich­ti­ge Sprachveränderungen „of­fen­bar zu schnell“ kom­men.

Bego Mario Garde

Einem Nutzervotum will si­ch das WordPress-Übersetzerteam nun ge­ra­de nicht stel­len. Das ha­ben sie an meh­re­ren Stellen aus­drück­li­ch ge­sagt.

Wer hat das wo ge­sagt? Wenn das „an meh­re­ren Stellen aus­drück­li­ch ge­sagt“ wur­de, soll­te si­ch das be­le­gen las­sen.

Und auch hier in die­sem Blog ver­sucht man, den „nor­ma­len“ Nutzern ein Mitspracherecht ab­zu­spre­chen, in­dem man ver­langt, dass nur je­ne si­ch zu dem Thema äu­ßern sol­len, die selbst am Übersetzungs- bzw Entwicklungsprozess da­bei sind.

Unfug. Alle kön­nen bei der Übersetzung mit­wir­ken. Alles sind herz­li­ch ein­ge­la­den, si­ch mit kon­struk­ti­ven Vorschlägen zu be­tei­li­gen. Letztendlich müs­sen aber die Team-Leads des Übersetzer-Teams für den WordPress Core Übersetzungen frei­ge­ben. Die Grundlage hier­für ha­be ich im be­reits zi­tier­ten Blogbeitrag be­schrie­ben:

… wir al­le sind jetzt auf­ge­ru­fen, als deutsch­spra­chi­ge Community die­sen Vorschlag zu tes­ten und wo nö­tig zu ver­fei­nern und ab­zu­run­den. Erst wenn wir zu ei­nem für die Community ver­träg­li­chen Ergebnis ge­kom­men sind, das für den klei­nen Blog ge­nauso gut funk­tio­niert wie für gro­ße aus dem Enterprise-Bereich, wird der Vorschlag von den Team-Leads der deutsch­spra­chi­gen Übersetzer ab­schlie­ßend ge­prüft und in die Übersetzung über­nom­men.

Das ist kei­ne will­kür­li­che und auch kei­ne nach­träg­li­ch ein­ge­führ­te Regelsetzung.

Ich bin über­zeugt, dass bei ei­nem ei­nem öf­fent­li­chen Votum sehr klar wer­den wür­de, dass es nicht nur „ei­ni­ge“ Menschen sind, de­nen die be­ab­sich­ti­ge Sprachveränderungen „of­fen­bar zu schnell“ kom­men.

Das mag so sein. Ebenso gibt es vie­le, die si­ch da­für aus­spre­chen, end­li­ch die Sprachanpassungen vor­zu­neh­men, die be­reits auf dem Contributor Day des WordCamp Hamburg 2014 ver­ein­bart wur­den. Vorschläge für ei­ne gender­neu­tra­le Übersetzung als Ideologie ab­zu­tun, führt nicht zu ei­nem kon­struk­ti­ven Dialog.

Drop

Wer si­ch über den letz­ten Stand in die­ser Diskussion in­for­mie­ren möch­te, mö­ge si­ch den Beitrag von Vladimir Simovic durch­le­sen. (https://www.perun.net/2016/10/21/warum-es-wichtig-ist-dass-wordpress-frei-von-ideologien-bleibt/). Es lohnt si­ch auch, die 220 Kommentare un­ter­halb sei­nes Blogposts zu le­sen.

Eine zwei­te Quelle, die die Haltung Haltung des Übersetzungsteams und der Pluginbefürworter spie­gelt, ist das Forum zum Stringintelligenz-Plugin auf WordPress. Ich ver­lin­ke mal auf die­ses Forum und zwar gleich ei­nen Beitrag, in wel­chem Torsten Landsiedel (mei­nes Wissens ei­ner der Übersetzer) sei­ne ab­leh­nen­de Haltung für ei­ne Communitybefragung be­grün­det. (https://wordpress.org/support/topic/extrem-einseitig/page/2/#post-8345100).

Diese ab­leh­nen­de Haltung zur Community-Befragung wird von Angelika Reisinger auf­ge­grif­fen:

Zitat:

Reisinger: Weil die Meinung der Community nicht zählt:

Landsiedel: Und je­de Abstimmung/Befragung der Community wird dar­an kran­ken, dass wir nur die zäh­len, die es mit­be­kom­men. Jede Seite wür­de be­rech­tig­ter­wei­se das Ergebnis als nicht re­prä­sen­ta­tiv kri­ti­sie­ren kön­nen.

Reisinger: Wenn statt­des­sen 6 Leute GTEs das ent­schei­den, ist das na­tür­li­ch rer­ä­sen­ta­tiv. Mit ge­nü­gend Anstrengung, kann man – über ei­nen län­ge­ren Zeitraum – sehr wohl al­le er­rei­chen, de­nen das Thema wich­tig ist. Die wer­den si­ch auch zu Wort mel­den und ab­stimm­gen. Wer die Chance ver­säumt, braucht nach­her echt nicht zu me­ckern.
Zitat en­de:

In bei­den Quellen sind die Beiträge von Angelika Reisinger in Gänze le­sen­wert und spie­geln mMn die Haltung der meis­ten Kritiker elo­quent wi­der. Es ist mir ziem­li­ch un­ver­ständ­li­ch, war­um Herr Garde (als ei­ner der Übersetzer-Team) hier fragt, wer si­ch ge­gen ein Nutzer-Votum ge­sperrt ha­ben soll, denn ich ge­he sehr stark da­von aus, das er die Debatte mit­ver­folgt hat. Ich fin­de das ziem­li­ch un­ehr­li­ch und ver­lo­gen. Ich las­se mi­ch aber ger­ne ei­nes bes­se­ren be­leh­ren. Herr Garde könn­te hier ein­fach sa­gen, dass er ei­ner Abstimmung über die Übernahme der Plugin-Übersetzungen in den Core zu­stim­men wür­de. Dann wür­de ich leich­ten Herzens mei­ne Behauptung als „ver­al­tet“ zu­rück­neh­men.

Bego Mario Garde

@Drop
In Ihrem Kommentar ste­cken schon wie­der so vie­le Fehler. Ist das Absicht?
Weder Torsten Landsiedel no­ch ich sind zzt. General Translation Editor. Wir tra­gen al­so bei­de nicht di­rekt zu Entscheidungen bei.
Ich hät­te auch nie al­lei­ne und oh­ne Abstimmung mit an­de­ren Team-Mitgliedern die Übersetzungsvorschläge aus dem Plugin Stringintelligenz über­nom­men. Das ha­be ich hier schon aus­gie­big er­läu­tert, Links in­klu­si­ve. Was war dar­an schwer zu ver­ste­hen?
In der zi­tier­ten Diskussion über ein „Votum“ für oder ge­gen ei­ne gender­neu­tra­le Übersetzung er­läu­tert Torsten, wes­halb ein Votum Probleme be­rei­ten könn­te. Daraus ab­zu­lei­ten, dass ei­ni­ge we­ni­ge die Tyrannei aus­ru­fen, ist schon arg­lis­tig.
Übrigens: ist Ihnen be­kannt, dass das OpenSource-Projekt WordPress nie de­mo­kra­ti­sch, son­dern als Meritokratie ge­führt wird?
Ich bin in der Diskussion um „Stringintelligenz“ so häu­fig an­ge­grif­fen, be­lei­digt und ver­leum­det wor­den und ha­be den Eindruck, dass mei­ne Beiträge da­zu (z.B. auch hier) be­wusst igno­riert wer­den, weil sie nicht zur müh­sam kon­stru­ier­ten Verschwörungstheorie pas­sen. Trollen Sie ru­hig an­onym wei­ter, mei­ne Meinung ha­be ich auch in die­sem Thread aus­führ­li­ch dar­ge­stellt und mit den not­wen­di­gen Informationen er­gänzt. Ignorieren Sie das ru­hig wei­ter und spin­nen Sie wei­ter an ih­rer Opferrolle. Die Community ist längst wei­ter (sie­he WordCamp Turin vom 8.4.).

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