Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

OpenStreetView : Freie Konkurrenz für Google Street View

Foto: Bob Dass - CC BY 2.0

Steffen Voß

Google Street View bekommt einen Open-​Source Konkurrenten: OpenStreetView basiert auf den freie Geodaten von OpenStreetMap und vor allem sollen die Nutzer-​Tools neuen Freiwilligen beim Kartieren helfen.

Als ich mit OpenStreetMap angefangen habe, musste ich mir noch einen teuren GPS-​Empfänger ausleihen und mich durch ein fast unbedienbares Java-​Tool quälen, um die ersten Straßen für Kiel zu kartieren. Mittlerweile ist das viel leichter geworden – auch durch das Smartphone, mit dem inzwischen fast jeder einen GPS-​Empfänger mit sich herum trägt.

Das Team von OpenStreetView hat ein System entwickelt, mit dem das Smartphone umfangreiche Daten sammelt: Im Prinzip nutzt man das Gerät als Dashcam im Auto. Man befestigt es auf dem Amaturenbrett und lässt die Kamera aus der Frontscheibe filmen.

Mit der OpenStreetView-​App für Android oder iOS filmt man dann den Fahrtweg. Durch das GPS weiß die App, wo Du gerade filmst. Um diese Daten zu präzisieren, kann man das Telefon per ODB2-​Dongle mit dem Auto verbinden und die Fahrzeugdaten auslesen.

Die aufgenommenen Daten und Bilder lädt man dann auf den Server von OpenStreetView. Dort erkennt die Software auf den Fotos Straßenschilder und schlägt die erkannten Daten zur Übernahme in die OpenStreetMap-​Datenbank vor.

Kennzeichen und Gesichter werden dabei verpixelt – ein wichtiger Faktor für die Nutzung in Deutschland. Wir hatten hier nicht nur die Diskussion um verpixelte Häuser beim Start von Google Street View, auch die Nutzung von Dashcams ist umstritten. SPIEGEL ONLINE schrieb 2014 – und das scheint auch noch aktuell zu sein:

„Auch durch das aktuelle Urteil bleibt die Gesetzeslage in Deutschland weiterhin unklar. Der Einsatz von Dashcams ist hierzulande – anders als beispielsweise in Österreich – nicht ausdrücklich untersagt. Die Aussagen zum Einsatz von Dashcams bleiben schwammig: Erlaubt ist beispielsweise der Einsatz der Mini-​Kameras für persönliche Zwecke.”

Die Landesdatenschützer*innen halten den Einsatz von Dashcams für unzulässig, weil sie einen gravierenden Eingriff in das Persönlichkeitsrecht der Verkehrsteilnehmer darstelle und deren schutzwürdigen Interessen überwiegend seien.

Als ich in Kiel mit OpenStreetMap anfing, gab es nur die Stadtautobahn, Teile des Westrings und Bruchstücke der Holtenauerstraße im System. Inzwischen ist die Karte schon lange vollständig und voll kleinster Details. Bei OpenStreetView gibt es von ganz Schleswig-​Holstein bisher nur die A7 zu sehen. Ich bin gespannt, wie schnell sich das ändert.

Video

OpenStreetView | Alex Illisei & Martjin van Exel

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Kommentare

Sebastian Müller
Sebastian Müller:

Welche Erfahrungen hast du gemacht?

12. September 2018 um 21:06
Steffen
Steffen:

Ich hab kein eigenes Auto. Ich bin bei Stattauto. Deswegen musste ich mir für jede Fahrt neu ausdenken, wie ich den kleinen Gorilla-​Pod mit dem Handy im Auto anbringe. Das war mir nach ein paar Fahrten zu nervig.
Und dann war 2016 die App auch nicht sonderlich stabil. Alle paar Kilometer musste ich die Aufnahme neu starten.
Das sollte heute besser sein.
Ansonsten war es eine coole Sache. Probiers einfach mal aus. Kost’ ja nix.

12. September 2018 um 21:27
Steffen
Steffen:

Wenn ich mir die Karte von Kiel so anschaue. Hat da nach mir in den letzten zwei Jahren niemand etwas gemacht 🙁

12. September 2018 um 21:28
Tobias Claren
Tobias Claren:

Nein, es ist kein wichtiger Faktor für Deutchland dass Kennzeichen verpixelt werden.
Das ist nicht nur nicht nötig, es gibt auch ein Urteil nach dem es erlaubt ist in einem Forum das Kennzeichen auszuschreiben (also Suchmaschinenfindbar) und dazu das Verhalten des Fahrers.
Ja, auch das Gesicht fällt theoretisch unter die Panoramafreiheit.
Das würde es auch dann, wenn ein Dt. Gericht das anders sähe.

„Landesdatenschützer” müssen „Klappern”, das ist deren Zweck. Egal ob es sinnvoll oder moralisch legitim ist.
Die „schutzwürdigen Interessen” gibt es hier nicht.
Lustigerweise muss Ich es ja nicht „Dashcam” nennen. Habe Ich einfach einen Camcorder (ja, die gibt es noch) auf einem Stativ, und filme meine ganze Fahrt, war das schon immer legal.
Und was das hier angeht handelt es sich auch nicht um eine „Dashcam”. Der Einsatz wäre theoretisch in Österreich nicht illegal.
Aber darauf verlassen nicht verurteilt zu werden würde Ich mich nicht, die Justiz dort dürfte nicht weniger korrupt sein wie hier.
Die Korruptheit ist einbe Assage von Dt. Richtern, einer davon sogar AG-​Direktor:

Zitat:
„Ich habe unzählige Richter, Staatsanwälte erleben müssen, die man schlicht “kriminell” nennen kann. …Wenn ich an meinen Beruf zurückdenke (ich bin im Ruhestand), dann überkommt mich ein tiefer Ekel vor „meinesgleichen” „.
(Quelle: Frank Fasel ehemaliger Richter am LG Stuttgart, Süddeutsche Zeitung, 9. April 2008)

Zitat:
„80 % meiner Richterkollegen sind selbst Kriminelle aufgrund Ihrer Rechtsprechung“.
(Quelle: AG Direktor Deichner a.D., Wiesbaden)

Ich wünsche mir eine echte alternative zu Google Earth und Earth VR.
Wo auf keinen Fall Häuser verpixelt werden, auch nicht wenn Hauseigentümer das wollen.
Das Problem bei Google Street View ist, die meisten Häuser wurden wahrscheinlich nicht von Hasueigentümern verpixelt sondern von Mieter‑M*********ll.
Ich hatte mir damals gewünscht dass nur ein paar dieser Personen erwischt (dumm genug das zu erzählen) und erfolgreich vom Hausbesitzer auf zigtausende Euro Schadenersatz verklagt werden.
Dann noch ein paar TV-​Berichte im Vorabendprogramm wo man die alleinerziehende Hartz4-​Empfängerin sieht… Zur Abschreckung. Und als Krönung hätte der Vermieter diesem G*****s auch noch die Wohnung kündigen können sollen. Am besten inkl. Klage und Urteil für den Vermieter, damit auch jeder weiß dass solches Verhalten nicht geht.

Sehen die Bilder mindestens so gut aus wie die von Google Streetview?
Wenn nur nach vorne gefilmt wird, müsste das perspektivisch korrigiert werden.
Und welche Auflösung hat die Aufnahme? UHD mit 8MP pro Foto?
Da es keine 25, 30, 50, 60… Bilder braucht, kann das Teil ja auch mit 1fps oder weniger arbeiten.
Je nach Fahrtgeschwindigkeit
Ja, es kann auch mehr als UHD sein, wenn die App schnell genug Einzelfotos machen kann.
Ein modernes Samsung hat leider nur 12MP, da wäre Auflösung mal nützlich.

Es wäre gut, wenn „OpenStreetView” auch bessere Technik entwickeln würde. „Entwickeln” heißt bezahlbare vorhandene kaufbare Technik kombinieren.
Auch eine Möglichkeit für 3D-​Scans wie sie Apple bei seinen Fahrten machen will wäre gut.
Ein Laserscanner-​Modul bis zu 4m für $250:
https://www.heise.de/make/meldung/Auf-der-Crowdfunding-Zielgeraden-LiDAR-Modul-fuer-250-US-Dollar-3164099.html

Google hat jede Verpixelungsanfrage ungefragt durchgeführt. Auch wenn eine Bitte um Nichtverpixelung des Hausbesitzer vorlag. Das haben wir damals getestet.

Apple hat zwar dementiert jetzt eine Konkurrenz machen zu wollen, aber das kann auch eine vorläufige Aussage sein.
Was sollen die denn anderes mit den Fotos und Laserscans ganzer Straßen machen die sie nun anfetigen.
Inkl. LIDAR-​Scans wie es scheint, im Gegensatz zu Street View bzw. Earth 3D/​VR sieht man auch auf der Straßenebene dann hochauflösende 3D-​Welten mit hochauflösenden Fassaden. In Earth 3D oder VR sieht man da fehlerhafte Gebäuse, Objekte über der Straße schweben, alles krum und schief.
Schaltet man auf Street View 360° überall die verpixelten Fassaden.
Da sollte Apple einfach mal NEIN sagen, und es ohne Verpixelungen durchziehen.
Dann haben Sie einen echten Vorteil gegenüber Google.
Es gab zwar damals Gesetzesforderungen, aber die dürften nicht leicht umzusetzen sein. Und wenn doch, kann es vom Bundesavwerfassungsgericht kassiert werden.

Wo findet man die „OpenStreetView”-App? Im Appstore finde ich sie nicht.

11. August 2019 um 17:43

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