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Broschüre: Wie umgehen mit Verschwörungs-Theoretikern?

Foto: Piratenmensch - CC BY-SA 2.0
Foto: Piratenmensch - CC BY-SA 2.0

Verschwörungstheorien ha­ben Hochkonjunktur. Vor ein paar Jahren ha­be ich zu­min­dest no­ch nichts von „BRD GmbH“ oder „Chemtrails“ ge­hört. Menschen, die si­ch auf die­ses Level der Wahrnehmung her­ab be­ge­ben ha­ben, sind schwer nur no­ch für ver­nünf­ti­ge po­li­ti­sche Fragen zu er­rei­chen. Wie man mit dem Phänomen um­ge­hen kann, hat die Amadeu Antonio Stiftung in ei­ner neu­en Broschüre zu­sam­men­ge­tra­gen.

Der mo­der­ne Welt mit all ih­ren wi­der­sprüch­li­chen Informationen kann Menschen über­for­dern. Einfache Erklärungsmuster sind dann at­trak­tiv und wenn die nicht pas­sen, dann muss das Erklärungsmuster so an­ge­passt wer­den, dass auch Puzzle-Teile pas­sen, die ei­gent­li­ch nicht pas­sen. Die Verschwörung wird zu Universal-Lösung – wer ver­sucht, die Verschwörung zu be­strei­ten, ist Teil des Systems. Wenn die Medien zum Beispiel nicht be­rich­ten, wie ich mir das wün­sche, dann muss das die Systempresse oder „Lügenpresse“ sein. Denen wird an je­dem Montag von der Bundeskanzlerin ge­sagt, was sie zu schrei­ben ha­ben.

Allein die Tatsache, dass klas­si­sche Theorien nicht al­le Puzzleteile zu­ord­nen kön­nen, macht sie an­greif­bar für Verschwörungstheoretiker: Niemand kann im Fall der Attentate vom 11. September 2011 kann je­des ein­zel­ne Phänomen er­klä­ren, dass im Umfeld ver­meint­li­ch oder tat­säch­li­ch be­ob­ach­tet wur­de. Der Wissenschaftsjournalist Michael Schermer ver­sucht das hier ei­ne Stunde lang in ei­ner Fernsehsendung, in der Zuschauer an­ru­fen und ih­re Fragen stel­len kön­nen:

Er hat auf vie­les ei­ne Antwort. Bei ei­ni­gen Dingen kann er aber auch nur mit den Schultern zu­cken. Eine Verschwörungstheorie er­klärt das al­les bis zu dem Punkt, an dem kon­kret be­nannt wer­den soll, wer das ein­ge­fä­delt und ge­heim ge­hal­ten ha­ben soll. In letz­ter Konsequenz sind vie­le Verschwörungstheorien an­ti­se­mi­ti­sch: Dahinter steckt meist ei­ne klei­ne Gruppe von Strippenziehern, de­ren Beschreibung ei­nem an­ti­se­mi­ti­schen Judenbild ent­spricht.

Es ist prak­ti­sch, auf „die da oben“ zu schimp­fen. Damit ent­bin­det man si­ch selbst aus der Pflicht, et­was zu tun. Simple Weltbilder und ein ge­mein­sa­mer Feind kön­nen aber auch ge­fähr­li­ch für ei­ne Gesellschaft wer­den. Das se­hen wir ge­ra­de bei PEGIDA. Am Ende will wie­der kei­ner et­was ge­wusst ha­ben. Deswegen ist es gut, si­ch mit dem Phänomen von Verschwörungstheorien zu be­schäf­ti­gen.

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Kommentare

Marius

Ein wei­te­rer gu­ter Vortrag zu dem Thema: https://t.co/61tXw2kg9k

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