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Hörtipp: Fitter, Happier: Soziologe Stefan Selke über das Glück durch Daten

Fitbit und Sony Smart Watch
Daten tracken macht gesund und glücklich - Fitbit und Sony Smart Watch | Foto: Becky Stern - CC BY-SA 2.0

Der Soziologe Stefan Selke hat ein Buch über Livelogging ge­schrie­ben und spricht dar­über mit der Journalistin Petra Lehnert in NDR Info „Der Talk“. Normalerweise wird in die­ser Sendereihe ge­müt­li­ch mit Schauspielern über ihr Aufwachsen in der Schauspielerfamilie ge­spro­chen. Dieses Gespräch fin­de ich aber wirk­li­ch span­nend.

Stefan Selke und Petra Lehnert fä­chern das Thema Selbstvermessung auf von den Bedürfnissen der Menschen nach im­mer ge­naue­ren Informationen über si­ch selbst und ih­re Welt bis hin zu dem, was das aus uns macht und was das aus uns ma­chen könn­te. Ein we­nig geht es um das, was ich ges­tern ver­sucht ha­be zu er­klä­ren: Wenn wir nur al­le Daten bei­sam­men ha­ben, wird al­les gut. Was aber pas­siert mit den Menschen, die nicht in die Datenlage pas­sen?

Es geht in den Gespräch aber nicht dar­um, ei­ne Angst vor Technologie zu schü­ren. Stefan Selke ist selbst be­ken­nen­der Fan. Es geht geht dar­um, die Technologie zum frei­en Nutzen des Menschen zu ent­wi­ckeln. So kann Technologie im Alter die Menschen da­bei un­ter­stüt­zen, län­ger selbst­stän­dig zu blei­ben – auch wenn das un­ter gleich­zei­tig nur die ver­schwin­den­den zwi­schen­mensch­li­chen Beziehungen er­setzt.

Mich hat das an ei­nen Song von Radiohead er­in­nert – „Fitter, Happier“ von ih­rem 1997er Album „OK, Computer„.

Schon die Verbreitung von Uhren und ei­ner Normalzeit hat die Gesellschaft ver­än­dert und nor­miert. Pünktlichkeit gab es in die­ser Form vor­her no­ch nicht, er­klärt Stefan Selke. Bei „Fitter, Happier“ ging es no­ch nicht um die com­pu­ter­ge­stütz­te Norm-Anpassung. Da spiel­ten Medikamente und per­sön­li­che Trainer no­ch ei­ne grö­ße­re Rolle. Die aber wa­ren no­ch nicht so all­ge­gen­wär­tig, wie es zum Beispiel Eric Schmidt und Jared Cohen von Google vor­schwebt. Stefan Selke be­rich­tet, dass die ei­nen neu­en Gesellschaftsvertrag vor­schla­gen, nach dem die Menschen ih­re Daten an die Konzerne ab­ge­ben und da­für als Gegenleistung Vergünstigungen be­kom­men. Statt ihn zu be­frei­en, un­ter­wirft die­se Art der Technologie den Menschen.

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Kommentare

Sebastian

Ich ha­be es sel­ber mal aus­pro­biert. Lifelogging macht wirk­li­ch über ei­nen län­ge­ren Zeitraum glück­li­ch. Alleine das Tracken von sport­li­chen Aktivitäten und die dar­aus re­sul­tie­ren­den Fortschritte sind Balsam für die Seele ei­nes eher un­sport­li­chen Menschen.

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