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#digitalLEBEN: In einer digitalen Welt zu leben, bedeutet für mich…

Katze. Symbolbild für das Internet
Irgendwas mit Katzen. Symbolbild für Internet | Foto: Gano10 / photocase.de

Die SPD macht ei­nen gro­ßen Beteiligungsprozess zum Thema #di­gi­tal­LE­BEN. Dort gibt es auch die Kategorie „100 Köpfe 10 Fragen“, mit der ein ers­ter Input ein­ge­sam­melt wird. Der Arbeitskreis Digitale Gesellschaft der SPD Schleswig-Holstein macht dar­aus ei­ne Blogparade und zapft da­mit „die Weisheit der Massen“ an. Hier sind mei­ne 10 Antworten.

  1. In ei­ner di­gi­ta­len Welt zu le­ben, be­deu­tet für mi­ch…
    …mit Menschen rund um die Welt kom­mu­ni­zie­ren zu kön­nen und ein­fa­chen Zugriff auf den kul­tu­rel­len Schatz der Menschheit zu ha­ben.
  2. Mein Computer ist für mi­ch…
    …mitt­ler­wei­le im­mer we­ni­ger wich­tig, weil es für al­le mög­li­chen Anwendungszwecke in­zwi­schen bes­ser an­ge­pass­te Geräte gibt: Mobil- und Festnetztelefon, Netbook, Radio, Fernseher,  – al­le ha­ben in­zwi­schen ei­nen Internetzugang. Der sta­tio­nä­re Computer ist vor al­lem bei der Arbeit no­ch un­er­setz­bar. Wenn man in den Kreis der Computer no­ch Router und die Raspberry Pis in un­se­rer Wohnung ein­rech­net, ist „mein Computer“ all das und ein Werkzeug-Set für Unterhaltungen, Unterhaltung und Kreativität.
  3. Wirklich gut! Die größ­te Chance durch die Digitalisierung ist…
    …der schnel­le Zugang zu al­len mög­li­chen Informationen und Daten. In der Wissenschaft sind die Ergebnisse nicht mehr ver­gra­ben in Stapeln von Fachzeitschriften in Bibliotheken. Sie kön­nen leicht ge­sucht und ge­fun­den wer­den – oft samt Datengrundlagen. Das dürf­te viel Forschung be­schleu­ni­gen. Internationale Teams kön­nen zeit­gleich und ver­teilt an ei­nem Problem ar­bei­ten und es lö­sen.
  4. Bedrohlich! Wir müs­sen auf­pas­sen, dass…
    …das Internet nicht ge­gen die Menschen ge­wen­det wird. Zum ei­nen müs­sen die Regierungen ih­re Bevölkerungen vor Angriffe auf un­se­re Privatsphäre schüt­zen: Vor si­ch selbst, vor frem­den Regierungen und vor mäch­ti­gen wirt­schaft­li­chen Interessen. Außerdem müs­sen wir al­le auf­pas­sen, dass das Internet nicht voll­kom­men dem Kommerz un­ter­wor­fen wird – vie­le der Chancen könn­ten son­st ver­spielt wer­den. Günter Hack hat da­zu neu­li­ch Interessantes bei der ZEIT ge­schrie­ben.
    Nicht zu­letzt muss auch dar­auf ge­ach­tet wer­den, dass nicht ei­ne Bevölkerungsgruppe kom­plett ab­ge­hängt wird, wäh­rend die Digitalisierung vor­an­schrei­tet. Es muss auch wei­ter­hin mög­li­ch sein zu par­ti­zi­pie­ren, oh­ne Digital Native zu sein.
  5. Die Digitalisierung ver­än­dert mein Leben durch…
    …ih­re Allgegenwart. Wobei ich mir gar nicht si­cher bin, ob die Digitalisierung mein Leben ver­än­dert. Seit ich das er­s­te Mal so um 1992/93 mit ei­nem Modem on­line ge­gan­gen bin, war ich ei­gent­li­ch im­mer so di­gi­tal, wie es die Digitalisierung zu­ge­las­sen hat. Mein Leben än­dert si­ch al­so in der Art, in der si­ch die Digitalisierung ver­än­dert. Vielleicht hat das aber auch schon mit den ers­ten LCD-Spielen und pro­gram­mier­ba­ren Taschenrechnern be­gon­nen.
  6. Chatten mit den Enkeln, Einkaufen per Mausklick, Arbeiten oh­ne fes­te Bürozeiten. Was bringt die Digitalisierung für Familien und Ältere?
    Von „Telearbeit“ ha­ben wird schon Anfang der 1990er in der Schule ge­spro­chen. Bisher hat si­ch das nicht so su­per durch­ge­setzt. Ich bin mir auch nicht so si­cher, aber das so gut geht, wenn man mit an­de­ren zu­sam­men­ar­bei­ten soll. Ergänzend, teil­wei­se oder über­gangs­wei­se kann man das aber si­cher ma­chen und dann ist es na­tür­li­ch ein Gewinn. Ich könn­te mir vor­stel­len, dass es no­ch mehr Angebote ge­ben könn­te, bei de­nen man Routine-Einkäufe nicht mehr ma­chen muss. Die be­kommt man dann ge­lie­fert, wenn man zu Hause ist. Auch das ist si­cher ein Vorteil. Für un­ge­üb­te Ältere muss man die Möglichkeiten ent­spre­chend ein­fach auf­be­rei­ten. Es muss ja nie­mand al­les mit­ma­chen und nie­mand ist ge­zwun­gen, je­dem neu­en Trend hin­ter­her zu lau­fen. Aber das Spektrum der Angebot ist aber so groß, dass da ei­gent­li­ch für je­den et­was da­bei sein soll­te.
  7. Programmieren in der Grundschule, das ge­sam­te Faktenwissen der Welt in der Suchmaschine. Wie soll­te Bildung der Zukunft aus­se­hen?
    An den Grundfähigkeiten „le­sen, schrei­ben, rech­nen“ än­dert das Internet nichts. Vielleicht wer­den Lesen und Schreiben no­ch wich­ti­ger. Spannend ist es si­cher für Schulen, dass man die Welt in die Schule ho­len kann: Mit der Südafrikanerin chat­ten oder per Webcam che­cken, ob es am Äquator tat­säch­li­ch ge­ra­de reg­net. Wichtig ist aber auch, dass Kinder ein Grundverständnis da­für be­kom­men, wie al­le die­se Angebot zu ih­nen kom­men. Wir ha­ben da­mals Druck aus­pro­biert. Heute muss man da­zu auch zu­min­dest ein Grundwissen in Sachen Programmierung be­kom­men. Das Schlagwort vom „Programmieren als zwei­te Fremdsprache“ fin­de ich da ganz pas­send. Die zwei­te Fremdsprache kann man hin­ter­her auch nicht auf Dolmetscher-Niveau aber man lernt die Grundlagen und lernt die Kultur drum her­um ken­nen. Medienkompetenz soll­te al­ler­dings qua­si ab Geburt ge­lehrt bzw. vor­ge­lebt wer­den. Programmieren ist ein Teil da­von, wenn man ver­ste­hen will, wie Daten ver­ar­bei­tet wer­den. Ansonsten muss Computertechnik wie Zauberei wir­ken. „Jede hin­rei­chend fort­schritt­li­che Technologie ist von Magie nicht zu un­ter­schei­den.“ – Arthur C. Clarke
  8. An je­dem Ort ar­bei­ten kön­nen und stän­dig er­reich­bar sein. Was be­deu­tet das für Arbeit im Digitalen Zeitalter?
    Das ist manch­mal wirk­li­ch schwie­rig. Gerade wenn die Kommunikationsmittel nicht mehr zwi­schen Arbeit und Freizeit tren­nen. Niemand weiß, ob er je­man­dem auf dem Mobiltelefon bei der Arbeit oder im Urlaub er­reicht. Allerdings könn­te man si­ch schon ein we­nig mehr über­le­gen, wel­chen Kommunikationsweg man nutzt, um was zu kom­mu­ni­zie­ren. Wenn et­was nicht zeit­kri­ti­sch ist, reicht ei­ne Mail, die auch no­ch am nächs­ten Tag be­ant­wor­tet wird. Dann soll­te man nicht an­ru­fen oder ei­ne SMS/Direktnachricht schi­cken.
  9. Was müs­sen wir im di­gi­ta­len Zeitalter tun, da­mit un­se­re Wirtschaft er­folg­reich bleibt?
    Ich glau­be, auf der ei­nen Seite müs­sen wir mehr Experimentieren er­mög­li­chen, auf der an­de­ren Seite kann das nicht hei­ßen, dass ein­fach nur in hip­pen, bil­li­gen Büros mit di­cken Internetleitungen jun­ge Männer am nächs­ten Facebook bau­en. Zurzeit be­fin­den wir uns no­ch in ei­ner Phase in der mit der Technologie no­ch sehr ge­spielt wird. US-Amerikanischen Investor Peter Thiel – zu­ge­ge­ben nicht ge­ra­de ein ge­bo­re­ner Sozialdemokrat – aber er sag­te in ei­nem Interview mit Technology Review, dass die Silicon Valley Industrie no­ch sehr an der Oberfläche krat­ze. Sie hel­fe nicht, die Probleme der Welt zu lö­sen. Das er­for­dert mehr als man mit ei­nem SDK zu­sam­menkli­cken kann. Da braucht man ech­te Wissenschaft und ech­te Investitionen.
  10. Die Digitalisierung schafft Chancen und birgt Risiken. Von der SPD er­war­te ich, dass…
    …sie auf­hört im­mer nur dann über das Internet zu spre­chen, wenn es dar­um geht es ein­zu­schrän­ken oder zur Überwachung zu nut­zen. Natürlich stellt die Digitalisierung auch die Polizei vor neue Herausforderungen. Es kann aber nicht ein­fach im­mer nur die bil­ligs­te Lösung ge­wählt wer­den, wenn da­bei die Bürgerrechte über den Jordan ge­hen. Das gilt auch für die al­ten Herausforderungen, die es schon oh­ne Internet gab.
    Ich möch­te al­ler­dings auch sa­gen, dass ich an­sons­ten vor al­lem in der SPD Schleswig-Holstein mit den meis­ten Ideen of­fe­ne Türen ein­ge­rannt ha­be, wenn es zum Beispiel um die Digitalisierung der Parteiarbeit geht.

Insgesamt gilt der Satz des ame­ri­ka­ni­schen Science-Fiction-Autors William Gibson: „Die Zukunft ist schon da. Sie ist bloss no­ch nicht gleich­mäs­sig ver­teilt.“ Insofern sind wir wie­der beim klas­si­schen Verteilungsproblem.

Ich wür­de mi­ch freu­en, wenn Du Dir auch ein­fach die Fragen ko­pier­st und be­ant­wor­test.

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