Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Internet of Things : Feinstaubmessung selbstgebastelt

Steffen Voß

Mit Elektronik für 30 Euro und ein wenig Geduld kann sich jeder einen eigenen Feinstaubsensor basteln. Wie das geht, habe ich mir heute im Rahmen der Digitalen Woche Kiel erklären lassen und den fertigen Sensor gleich mit nach Hause nehmen können.

Feinstaub ist gerade ein großes Thema. Spätestens seit dem Diesel-Skandal. Dabei, habe ich heute gelernt, sind der Abrieb durch Bremsen und von Reifen an viel befahrenen Straßen eine vor größere Quelle für Feinstaub. In Stuttgart gibt es regelmäßig Probleme mit der Luftqualität, deswegen hat sich dort schon vor einige Zeit eine Bürgerinitiative gegründet, die selbst Messdaten sammelt und unter luftdaten.info zur Verfügung stellt.

Über die Website des Landes Schleswig-Holstein finde ich nur die Daten von zwei offiziellen Messstellen in Kiel – keine Ahnung, ob das alle sind. Aber über die Karte von luftdaten.info finde ich in Kiel bereits jetzt rund 20 private Feinstaubmessstellen.

Heute werden noch einige Sensoren dazu kommen, denn der Nucleon e.V. und die Toppoint hatten zum Workshop eingeladen. Dabei sind zehn neue Sensoren zusammen gebaut worden. Die sollten jetzt nach und nach bei luftdaten.info auftauchen.

Meine Erfahrungen mit Elektronik beschränken sich bisher auf den Elektronik-Baukasten, den ich als Kind hatte. Mit diesen Kästen konnte ich mit ein paar Bauteilen, Kabeln und Steckverbindungen damals zum Beispiel ein Transistorradio zusammenbauen. Seither habe ich mich damit nicht weiter beschäftigt und mich deswegen auch nicht an den eigenen Feinstaubsensor getraut. Doch die Ehrfurcht war unbegründet!

Zusammenstecken

So ein Feinstaubsensor besteht aus drei Bauteilen: Einem MikroController – das ist sozusagen der Computer, der die Daten verarbeitet und per WLAN oder LoRaWAN weitergibt. Dann gibt es einen Sensor für den Feinstaub und einen für den Luftdruck. Die drei Bauteile steckt man auch nur mit ein paar kleinen Käbelchen zusammen. Strom dran und los geht es. Die größte Herausforderung war es, die Teile so zusammenzustecken, dass sie hielten. Ich musst das ein wenig mit Kabelbindern macgyvern, damit es nicht wieder auseinander fiel.

Okay, das war ein wenig geschummelt, denn Robert Jensen vom Nucleon e.V., der durch den Workshop führte, hatte die MikroController schon vorbereitet. Normalerweise muss man da noch eine Software aufspielen. Dafür hätten dann aber alle Teilnehmenden ihr Laptop mitbringen, eine Software installieren müssen usw. Den Schritt hat und Robert erspart – der klingt aber auch nicht so kompliziert, denn die nötige Software ist schon super vorkonfiguriert.

Konfiguration aufrufen

Wenn der Sensor startet, macht er ein eigenes WLAN auf, in das man sich einloggt. Dann öffnet sich die Konfiguration, in der man eigentlich erst einmal nur die Daten für den WLAN-Zugang anpassen muss, damit der MikroController ins Internet kommt. In unserem Fall musste ich noch ein Häkchen für den einen Luftdrucksensor entfernen und für den zusätzlichen Sensor setzen. Außerdem betreibt der Nucleon e.V. eine eigene Luftdatenbank – für die haben wir auch noch die nötigen Zugangsdaten eingestellt.

Fertig

Dann kann man das Gebilde in ein Plastikrohr stopfen und vor das Fenster hängen. Durch das Fenster muss man ein USB-Kabel für die Stromversorgung legen und man muss ich überlegen, wie man das Rohr da draußen anbringt. Bei mir baumelt das Konstrukt jetzt vor dem Fenster Richtung Förde und schnüffelt, was die Marine in die Luft pustet.

Die Werte müssten irgendwann auf der Karte von luftdaten.info erscheinen – bis dahin gibt es die im Dashboard des Nucleon e.V..

Wer den Termin heute verpasst hat, bekommt eine zweite Chance: Am 17. und 18. November findet ein Maker Faire in Kiel statt. Da wird es einen Workshop dazu geben.

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