Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Piwik Web-Analytics : Was ist los auf meiner Website?

Screenshot vom Piwik-Dashboard
Screenshot des Piwik-Dashboards

Steffen Voß

Mit Piwik kannst Du vernünftige Web-Statistiken erfassen – ganz ohne Google.

Besonders umfangreiche Daten brauch ich für mein Blog nicht – ich verkauf nichts und ob ich ein paar Leser mehr oder weniger habe, ist mir relativ egal. Ein Plugin wie Statify würde eigentlich reichen. Da kann ich sehen, welcher Inhalt gerade gelesen wird. Piwik bietet aber ein paar weitere Möglichkeiten, die ich mit den Jahren zu schätzen gelernt habe.

Die Einrichtung ist simpel

Piwik ist Open Source und eine PHP-Anwendung, die man installieren kann, wie zum Beispiel WordPress. Beim Schleswig-Holsteinischen Datenschutz gibt es Tipps zur Datenschutz-konformen Konfiguration. Für WordPress gibt es das Plugin WP-Piwik, mit dem man den nötigen Tracking-Code sehr einfach einbinden kann. Ab da zählt Piwik die Zugriffe: Welcher Besucher surft mit welchem Browser auf welcher Seite, was klickt der da und wir lange liest der.

Ich bastel häufiger an meiner Seite herum und die Statistik bietet auch einen Hinweis darauf, ob irgendwas grundsätzlich schief läuft – wenn zum Beispiel meine Fehlerseite plötzlich dauernd aufgerufen wird. Ich finde es aber auch interessant zu sehen, ob ich Besucher von anderen Seite als Google, Twitter, Facebook bekomme. Manchmal werden ich in irgendwelchen Blog-Artikeln verlinkt – das würde ich sonst gar nicht mitbekommen.

Seit Juli 2009 läuft meine Statistik und ich kann sehen, dass ich zwischenzeitlich fast doppelt so viele Besucher auf der Seite hatte – dabei sind die Inhalte die gleichen, nur halt ein paar Jahre mehr Artikel. Ich glaube, das hat damit zu tun, dass ich eine Zeit lang viel über den Raspberry Pi gebloggt hab, als es zu dem noch nicht viel im Netz gab.

Es zeigt sich, dass es Artikel gibt, die über Jahre gut laufen. Das sind diese Artikel, in denen ich irgendetwas erkläre. Artikel mit einem aktuellen Bezug können in ein paar Tagen sehr viele Zugriffe bekommen und dann nie wieder.

Google Alternative

All diese Infos kann man sicher auch bei Google Analytics bekommen und auch Google Analytics kann man inzwischen Datenschutz-konform einrichten. Ich hab meine Daten aber immer ganz gerne bei mir. Die Installation von Piwik ist einfach und die Updates laufen seit Jahren mit einem einfachen Klick – so einfach wie bei WordPress.

Kommentare

Cruiz
Cruiz:

Hallo,

meiner Meinung nach beachtest Du zu wenig das Rechte deiner Leser auf Privatsphäre. Für ein paar ganz interessante Zahlen trackst du deine Leser über deine gesamte Seite hinweg. Bei einer nicht-kommerziellen Seiten fehlt mir hier ein bisschen die Abwägung zwischen deinen Bedürfnissen und der Privatssphäre der Nutzer.

Kommerzielle Seiten haben da natürlich andere Interessen, weil Kampagnen getrackt werden müssen um effizient auswertbar zu sein.

Gruß,

22.9.2017 um 19:37
Steffen Voß
Steffen Voß:

Das überrascht mich jetzt ein wenig, weil ich ja überhaupt gar nichts über die individuellen Besucher weiß. Leute, die Do-not-track aktiv haben werden gar nicht erfasst. Von denen, die erfasst werden löscht Piwik die letzten zwei Oktette der IP, bevor sie gespeichert werden. Ich hab keine Möglichkeit die Leute zu entanonymisieren. Und ich behalte alle Daten bei mir. Alles genau so, wie es der Datenschutz in Schleswig-Holstein empfiehlt.

22.9.2017 um 21:39
Cruiz
Cruiz:

Besteht wirklich keine Möglichkeit der Entnonymisierung? Zur digitalen Identität gehört ja einiges mehr als nur die IP-Adresse. Betriebssystem, Browser, Bildschirm- und Fenstergröße erzeugen einen ziemlich individuellen Abdruck.

Ich stimme aber zu, dass Piwik im Rahmen der Möglichkeiten mehr für den Datenschutz tut als vergleichbare Lösungen. Schlimmer geht also immer 😉

23.9.2017 um 14:55
Steffen Voß
Steffen Voß:

Selbst wenn ich die komplette IP hätte. Wie mach ich aus einer IP, einem Betriebssystem, dem Browser und 2 Seitenzugriffe den Namen der Person?

23.9.2017 um 18:56
Cruiz
Cruiz:

Es geht ja nicht darum eine Person namentlich zu identifizieren. Anonym ist man schon dann nicht mehr, wenn man eindeutig und wiederkehrend identifizierbar ist.

24.9.2017 um 21:23
Steffen Voß
Steffen Voß:

1. Das sieht der deutsche Datenschutz anders.
2. Das kann ich auch nicht. Ich weiß nicht genau, wann der Cookie abläuft, aber wenn der weg ist, bist du ein neuer Besucher.

25.9.2017 um 09:30
Cruiz
Cruiz:

Ich habe auch nirgendwo behauptet, dass deine Statistik gegen deutsches Datenschutzrecht verstößt!

Mir geht es um fehlende Abwägung! Statistiken sind manchmal notwendig. Wenn man mit Internetpräsenzen Geld verdient ist es nötig (in einem gewissen Rahmen) Besucherflüsse auf den Seiten nachzuvollziehen. Hier stehen allgemeine Privatsphären-Bedenken reale Notwendigkeiten gegenüber.

Auf einem privaten Blog dienen Statistiken hingegen lediglich der Befriedigung privater Neugier. Das ist für mich ein nachrangiger Grund gegenüber dem Prinzip der Datensparsamkeit.

25.9.2017 um 12:28
Steffen Voß
Steffen Voß:

Prinzipiell seh ich das ja, wie du. Das ist ja unter anderem der Grund dafür, dass ich auf Google Analytics verzichte. Für Google ist es nämlich tatsächlich möglich, die Leute zu deanonymisieren. Ich würde jetzt nicht sagen, dass Geldverdienen ein höherer Wert ist, als das Interesse daran, was die Leser interessiert.
Ich finde es einfach unproblematisch Daten zu sammeln, die nicht personenbezogen sind. Wetterdaten, Verkehrsdaten oder eben die anonymisierte Nutzung von Daten in meinem Blog…

25.9.2017 um 13:44

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