kaffeeringe.de

Neustart: Nach 9 Jahren WebMontag in Kiel…

Raus aus der Komfort-Zone
Raus aus der Komfort-Zone

Zum ers­ten Mal in 9 Jahren ist in die­ser Woche ein re­gu­lä­rer WebMontag aus­ge­fal­len: Es hat si­ch nie­mand für Sessions ge­mel­det und oh­ne Themen er­gibt ein WebMontag we­nig Sinn. Was heißt das für die Zukunft des WebMontags in Kiel?

Genau heu­te vor 9 Jahren – am 23. Oktober 2006 tra­fen si­ch die ers­ten 5 Teilnehmer des WebMontags im Storchnest. Das war bis heu­te ei­ne lan­ge, bun­te Reise. Wir ha­ben uns nach den ers­ten Treffen im Storchnest bald ins Medienzentrum W8 in der Weftbahnstraße ver­legt und dort im schmie­de­ei­ser­nen, ehe­ma­li­gen Konferenzraum des Achterbahn-Verlags ge­tagt. Irgendwann wur­de es dort dau­er­haft zu eng und wir sind ins KITZ ge­wech­selt. Im letz­ten Jahr sind wir dann ins Starterkitchen in den Wissenschaftspark um­ge­zo­gen.

Der Kreis von Leuten, die ich ein­la­de ist, im­mer mehr ge­wach­sen. Die Teilnehmerzahl liegt aber im­mer nur zwi­schen 10 und 20. Das war okay, so­lan­ge es im­mer Leute gab, die Sessions ein­ge­bracht ha­ben. Beim letz­ten WebMontag ha­ben wir dann nur auf den letz­ten Drücker no­ch ein paar Sessions or­ga­ni­siert. Und dies­mal ha­ben wir den WebMontag ab­ge­sagt.

Deine Meinung ist gefragt

Stattdessen ha­ben si­ch Alexander Ohrt vom Starterkitchen und ich uns zu­sam­men­ge­setzt und über­legt, was wir an­ders ma­chen kön­nen. Dabei sind ein paar Vorschläge her­aus­ge­kom­men:

  1. Der WebMontag wird nur no­ch al­le drei Monate statt­fin­den. Mich hat es im­mer ge­nervt, dass ich fast so­fort nach dem WebMontag schon wie­der für den nächs­ten ein­la­den mus­s­te, dass es dann im­mer bis kurz vor dem Termin in der Schwebe war, ob es über­haupt Sessions gibt. Das könn­ten wir da­durch ent­span­nen, dass der WebMontag sel­te­ner statt­fin­det. Alle zwei Monate? Alle drei Monate?
  2. Der WebMontag wird ge­sel­li­ger. Ich ha­be den WebMontag im­mer pri­mär als Networking-Veranstaltung be­trach­tet. Ich ha­be den WebMontag da­mals mit in­iti­iert, um Leute ken­nen­zu­ler­nen, die si­ch auch pro­fes­sio­nell mit dem Internet be­schäf­ti­gen. Die ken­ne ich jetzt und ich wür­de es ver­mis­sen, Euch nicht ab und zu mal zu tref­fen. Ich dis­ku­tie­re im­mer sehr ger­ne mit Euch. Diesen Aspekt könn­ten wir stär­ker in den Vordergrund stel­len. Weniger Vorträge – Mehr mit­ein­an­der re­den.
  3. Der WebMontag sorgt für Euer leib­li­ches Wohl. Es war im­mer ein Schwachpunkt am WebMontag, dass man nichts es­sen konn­te. Ich habs im­mer nur knapp nach Hause ge­schafft, schnell et­was ge­ges­sen und dann wie­der los. Wer spä­ter ar­bei­tet als ich, schaut dann ganz in die Röhre. Im W8 und im KITZ ließ si­ch das aber nicht an­ders ma­chen. Im Starterkitchen gibt es nun ein Start-Up, das Montags oh­ne­hin für al­le kocht. Gegen ei­ne Kostenbeteiligung könn­te es dann ei­ne gran­dio­se Suppe oder ei­nen le­cke­ren Eintopf ge­ben.
  4. Der WebMontag stellt si­ch or­ga­ni­sa­to­ri­sch neu auf. Zu Anfang ha­ben si­ch no­ch al­le Teilnehmenden dar­um ge­küm­mert, dass der WebMontag be­kann­ter wird. Das ist dann we­ni­ger ge­wor­den. Der WebMontag war al­ler­dings auch nicht be­son­ders auf­wen­dig zu or­ga­ni­sie­ren. Ich ha­be mi­ch um die Einladungen ge­küm­mert. Stephan Dirks um die Räume im W8, Dieter Fritzsche im KITZ und Alexander Ohrt jetzt im Starterkitchen. Allerdings wä­re es toll, wenn si­ch no­ch mehr Personen mit­ver­ant­wort­li­ch da­für füh­len, dass auch tat­säch­li­ch Sessions statt­fin­den. Im KITZ no­ch konn­te ich mi­ch da im­mer auf Hinnerk Haardt und Stefan Aust und ein paar an­de­re ver­las­sen, dass im­mer je­mand et­was macht. Ich wür­de mi­ch freu­en, wenn si­ch wie­der ein paar Leute fin­den, die ent­we­der selbst et­was bei­tra­gen wol­len oder Leute an­spre­chen, die et­was Spannendes er­zäh­len könn­ten. Gemeinsam kön­nen wir be­stimmt gu­te Sessions or­ga­ni­sie­ren.
  5. Der WebMontag wird di­ver­ser. Das Konzept lebt da­von, dass Menschen aus ganz un­ter­schied­li­chen Bereichen zu­sam­men kom­men und aus ih­ren un­ter­schied­li­chen Perspektiven über die Themen dis­ku­tie­ren. Das wür­den wir ger­ne stär­ken. Vor al­lem wür­den wir uns freu­en, wenn si­ch no­ch die ei­ne oder an­de­re Frau fän­de, die mit­hel­fen will. Unsere Runde be­steht viel zu oft aus männ­li­chen, wei­ßen, schleswig-holsteinischen Ureinwohnern – Vorträge von Frauen sind in den 9 Jahren an ei­ner Hand ab­zu­zäh­len. BTW: Wie wä­re es mit Digital Media Women in Kiel?
  6. Der WebMontag be­kommt ei­ne Homepage. Das Wiki ist to­tal prak­ti­sch ge­we­sen. In Zeiten von Facebook & Co. wirkt es aber an­ti­quiert und ab­schre­ckend. Es ist nur nicht so ganz leicht, al­le Funktionen zu er­set­zen. Wir ha­ben das jetzt aber ein­fach mal ge­macht, ei­ne Webseite ein­ge­rich­tet und wir über­le­gen uns die Lösungen mit Euch ge­mein­sam: webmontag-kiel.de

Deswegen mein Aufruf: Am 16. November 2015 fin­det im Starterkitchen in der Kuhnkestraße 6 der WebMontag zum 10-Jährigen WebMontags-Jubiläum statt. Du warst frü­her da­bei? Du fin­dest es gut, dass es den WebMontag gibt? Du möch­test da­zu bei­tra­gen, dass der WebMontag wei­ter­lebt? Dann wür­den wir uns freu­en, wenn wir Dich im November be­grü­ßen kön­nen. Melde Dich jetzt an!

Pingbacks

  1. Zusammenfassung der Woche ab 19.10.2015 | Iron Blogger Kiel

Kommentare

Stefan Winkler

Na, das fehlt no­ch. 2005 aus Kiel weg­zie­hen und je­den Webmontag ver­pas­sen – 2015 zu­rück­kom­men und dem Webmontag geht die Puste aus? Zum Glück bin ich am 16.11. im Homeoffice in Kiel. 😉

Steffen Voß

Das wä­re al­ler­dings tra­gi­sch 😀

keraM rehtlaW

Mhm, das wä­re dann jetzt die zwei­te Adrenalinspritze für den Patienten. Die Erste gab es – wenn ich mi­ch recht er­in­ne­re – vor ziem­li­ch ge­n­au ei­nem Jahr. Hatte da für den Anfang auch ganz gut funk­tio­niert, aber jetzt ste­hen wir schon wie­der vor ei­ner Flattline. Das gibt mir wirk­li­ch zu den­ken.

Ich den­ke, da muss man wirk­li­ch ein­mal an den Zielen und der Zielgruppe für den Webmontag fei­len. Ich den­ke auch, dass si­ch die Voraussetzungen seit 2006/2007 ge­än­dert ha­ben. Damals war halt das Internet mit sei­nen Diensten, Sites, Wikis und dem gan­zen Anhang der hei­ße Scheiß. Das da­na­ch auf­kom­men­de App-Zeitalter füg­te si­ch naht­los ein, weil die­ses die­sel­be Zielgruppe trig­ger­te und halt auch auf Webservices ba­sier­te. Jetzt aber le­ben wir im Zeitalter der Maker und ich fürch­te, da ge­hört die Generation 2007 zu den Dinosauriern.

Ich be­haup­te auch ein­mal, das die be­tref­fen­de Generation auch jetzt in der Realität an­ge­kom­men ist. Einen aus­fül­len­den Job hat, the­ma­ti­sch ge­fes­tigt ist und mit we­nig Zeit aus­ge­stat­tet ist. Das könn­te auch dran lie­gen, dass die Familie bei ei­ni­gen ihr Recht ver­langt. Aber sei es drum.

Du möch­test den Zeitraum für den WM ver­län­gern. Das könn­te den WM in­ter­es­san­ter ma­chen, weil so ggf. je­der denkt, er könn­te et­was ver­pas­sen, wenn er nicht hin­geht. Damit mei­ne ich nicht nur Sessions und span­nen­de Themen, son­dern vor­al­len die so­zia­le Kommunikation mit Leuten, die zu­min­dest auf ei­ner Oberwelle der ei­ge­nen Wellenlänge schwin­gen. Es kann aber auch da­zu füh­ren, das der WM da­bei ganz in Vergessenheit ge­rät. Insbesondere, wenn es nur ein dürf­ti­ges Programm und die Ungewissheit wer denn wirk­li­ch kommt, gibt. Ich den­ke, län­ger als zwei Monate soll­te man den Termin nicht in die Länge zie­hen. Zusätzlich möch­te ich hier auch ein­mal den Montag zur Disposition stel­len. Ggf. ist das ja jetzt nicht mehr der pas­sen­de Tag für die Veranstaltung. Freitag und das Wochenende sind mit gro­ßer Sicherheit ta­bu. Wenn ich dann ein­mal von mir aus­ge­he, be­deu­tet der Montag für mi­ch im­mer Stress. Immer am Montag kom­men nach dem Wochenende die Chaosanrufe der Kunden oder es wer­den zu Montag/Dienstag dead­lines fäl­lig. Da wür­de mir ein Mittwoch oder Donnerstag bes­ser pas­sen.

Dann möch­test du mehr Geselligkeit. Geht das dann mit we­ni­ger Programm ein­her? Grundsätzlich ist es si­cher­li­ch gut über den WM in Kontakt zu blei­ben. Wenn ich die­ses Konzept aber kri­ti­sch be­trach­te, wür­de es be­deu­ten, dass kaum no­ch neue Personen zu uns tref­fen und wir dann an Überalterung aus­ster­ben wür­den. Ich den­ke auch, hier muss ganz klar ein­mal die Zielgruppe neu de­fi­niert und an­ge­spro­chen wer­den.

Essen ver­bin­det und sorgt da­für, dass mein Gegenüber zu­min­dest für ei­nen kur­zen Augenblick den Mund hält und mir nicht ins Verkaufsgespräch rein re­det. Ok, fal­sches Kino. Das Essen ist si­cher­li­ch ei­ne net­te Geste, aber ich den­ke nicht, dass si­ch das dau­er­haft or­ga­ni­sie­ren lässt. Wer ist für die Bestellungen und die Bezahlung ver­ant­wort­li­ch? Was pas­siert, wenn be­stell­te Ware nicht ab­ge­nom­men wird?

Zum Thema Organisation kann ich nur fol­gen­des sa­gen. Ich bin seit 1984 mehr oder we­ni­ger ak­tiv in der Feuerwehr, ins­be­son­de­re in der Jugendarbeit tä­tig. Ok, in den letz­ten Jahren eher we­ni­ger. Und da­her kann ich dir sa­gen, es sind im­mer die­sel­ben 10%, die 90% der Arbeit er­le­di­gen. Was möch­test du? Willst du fes­te Dauervortragende, die im­mer wie­der auf die Bühne tre­ten, de­ren Skils, Arbeitsweise und Schwerpunkte nach spä­tes­tens ei­nem Jahr al­len be­kannt sind. Oder will­st du Abwechslung mit un­ter­schied­li­chen Themen, Sichtweisen und Charakteren. Beim letz­ten WM hast du be­klagt, dass das Sessionprogramm spon­tan oder ad ho­ck auf die Beine ge­stellt wur­de. Zum ei­nen kann ich das nicht glau­ben, weil die Vortragenden wohl ge­nug Zeit für mehr oder we­nig ge­schlif­fe­ne Vorträge hat­ten. Der ein­zi­ge ad ho­ck Vortag war der Vortag über linux4lieracy, was man dem Vortrag auch an­ge­merkt hat. Der Vortrag hat­te si­cher­li­ch Ecken und Kanten und war teil­wei­se nur schwer ver­ständ­li­ch. Aber trotz­dem sind es ge­ra­de die­se Spontanvorträge, die ich er­war­ten wür­de. Es hat mi­ch da­bei auch et­was ge­är­gert, das wäh­rend oder vor die­sem Vortrag Teilnehmer auf­ge­stan­den und ge­gan­gen sind. Insbesondere die Kollegen der Tatenkrake, die ihr Anliegen vor­her vor­tra­gen durf­ten. Ich ha­be Verständnis da­für, das ein Verein in Gründung viel zu tun und we­nig Zeit hat. Aber wenn mir auf ei­ner Veranstaltung Redezeit ge­währt wird, ge­bie­tet es der Anstand si­ch auch die Themen/Ideen/Standpunkte der an­de­ren Redner an­zu­hö­ren. Björn konn­te sein Anliegen nur no­ch vor ver­ein­zelt sit­zen­dem Publikum vor­tra­gen. Einige sind ge­gan­gen, an­de­re wa­ren im hin­te­ren Bereich mit der Pflege so­zia­ler Kontakte be­schäf­tigt. So et­was hat es im Kitz nicht ge­ge­ben und wenn die­se Form von Respekt ge­gen­über an­de­rer Positionen und Themen ein­reißt, wir es schwer wer­den wei­te­re Redner zu mo­ti­vie­ren. Dann be­kom­men wir nur no­ch auf­po­lier­te Folien von Startups, die ihr Produkt/Projekt vor­stel­len wol­len und Unterstützer oder Investoren su­chen. Darauf wür­de ich ger­ne ver­zich­ten.

Mich wür­den spon­ta­ne Vorträge und Diskussionen mehr in­ter­es­sie­ren. Vielleicht hilft es hier, ge­mein­sam ein Oberthema für den nächs­ten Termin fest­zu­le­gen, die­ses Thema zu dis­ku­tie­ren und wer da­zu ent­spre­chen­des Wissen hat, trägt die­ses in ei­ner Session vor. Ist dann halt ris­kant, da man nicht weiß, ob si­ch dann je­mand aus der Höhle traut. Oder man legt für das nächs­te Jahr ei­ne Themenrichtung fest und for­dert dann Personen ge­zielt da­zu auf, für die­sen den ei­nen oder an­de­ren Vortrag vor­zu­be­rei­ten. Je nach Thema, Vortragsinhalt und Diskussion kann si­ch dann zum nächs­ten Termin die Blick- oder Laufrichtung auf das Thema ver­än­dern.

Das Thema Website gärt ja auch schon län­ger und an­schei­nend hat si­ch jetzt ei­ne Koalition der Willigen ge­fun­den, al­so wird es halt WordPress. Ich per­sön­li­ch hät­te ein Wiki pas­sen­der ge­fun­den, dann hät­te man zu Themen/Sessions/Vorträgen no­ch Inhalt breit­stel­len kön­nen. Die Ausrede ein Wiki sei zu kom­pli­ziert hal­te ich bei ei­nem Personenkreis die si­ch im Internetbewegen und dort auch ihr Geld ver­die­nen für lä­cher­li­ch. Bisher hat aber kein (oder kaum ei­ner) ge­brauch von den Möglichkeiten des Wikis ge­macht, da­her fin­de ich die WordPresslösung jetzt für ak­zep­ta­bel. Aber was sagt das über die der­zei­ti­ge Zielgruppe aus?

Anke

Ich hat­te nicht den Eindruck, dass der WebMontag aus­stirbt. Im Gegenteil, durch den Umzug in die Starterkitchen und die dar­aus­fol­gen­de Nähe zur Uni hat­te ich den Eindruck, dass ver­mehrt „jun­ge“ Leute kom­men, al­so Studis und Absolventen. Das hat mei­ner MEinung auch den Themen gut ge­tan.

Die Idee ei­ner fes­ten Themenvorgabe fin­de ich prin­zi­pi­ell nicht schlecht. Sie hät­te al­ler­dings zwei Nachteile, die man ab­wä­gen muss: 1. Wir ent­fer­nen uns da­mit von der völ­lig of­fe­nen Struktur des WM und 2. Die Themen soll­ten so weit ge­fasst sein, dass mög­lichst vie­le et­was da­zu bei­tra­gen kön­nen. Also nicht „Ruby on Rails“ son­dern „Frameworks“.

Ansonsten: Danke Steffen, dass du nicht lo­cker lässt und in der Community or­dent­li­ch Wind machst!

Antonia

Ich fin­de es toll, dass Du Dich dar­um küm­mer­st und fän­de es scha­de, wenn der WM „ein­schläft“. Alle 3 Monate fän­de ich aus­rei­chend, zu­mal man oft die glei­chen Gesichter trifft :). Essen fin­de ich auch gut und Mittags mehr Suppe zu ko­chen die Abends auf­ge­wärmt wird soll­te kein Problem sein. Ich bin lei­der am 16.11. in SF, wä­re aber sehr ger­ne da­bei ge­we­sen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Möchtest Du benachrichtigt werden, wenn Dir hier jemand antwortet?