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Spieletipp: Eine Reise ins Herz der Finsternis

Spec-Ops: The Line

Ich weiß gar nicht, wann ich hier das letzte Mal ein Computerspiel empfohlen habe – ob überhaupt. Und ich denke nicht, dass ich jemals einen Ego-Shooter empfohlen hätte. Bisher hätte das auch keiner verdient. Über den Online-Talk bei DRadio Wissen bin ich aber über Spec Ops: The Line gestolpert. Und das ist richtig gut.

Spec Ops: The Line ist der erste Shooter mit einer interessanten Handlung. Angelehnt ist die Handlung an den Film „Apocalypse Now“ und das Buch, auf dem Roman, auf dem „Apocalypse Now“: „Herz der Finsternis“ von Joseph Conrad: Auf der Suche nach dem verschollenen Colonel Konrad dringt der Spieler mit seinen zwei KI-Begleitern immer tiefer in das von Sandstürmen zerstörte Dubai vor. Dort herrscht Anarchie. Und bei dem Versuch, Überlebende zu retten, tötet man immer mehr Menschen. Die Mission wird immer absurder und am Ende fühlt man sich als Spieler wirklich schlecht – irgendwann habe ich mich gefragt, warum es denn jetzt immer noch weiter geht und hätte am liebsten aufgehört.

Das ist der große Unterschied zu den üblichen Ego-Shooter-Stories, die alle so austauschbar und langweilig sind, dass ich sie seit Jahren selten mehr als anspiele. Vielleicht liegt es auch am deutschen Produktionsteam, das mit einem anderen Anspruch an das Projekt gegangen ist, als es bei den meisten US-Amerikanischen Produktionen üblich ist. Dort endet man in der Regel als Held – Bei Spec Ops: The Line erreicht man sein Ziel und verfehlt es gleichzeitig auf maximal tragische Weise.

Das Spiel ist inzwischen ein Jahr alt und vielleicht spiel-technisch keine Offenbarung – man läuft zum Beispiel im Prinzip die ganze Zeit einen langen Gang entlang. Auch wenn es durch die Wüste geht. Es gibt immer nur einen richtigen Weg. Spec Ops: The Line ist aber so auf der Höhe der Zeit, dass man es gut spielen kann. Und die Handlung macht das ohnehin wieder gut. Wer einmal einen Eindruck davon haben möchte, wie ein Anti-Kriegs-Shooter aussehen könnte, sollte sich Spec Ops: The Line mal anschauen. Wer keine Lust auf Spielen hat, kann sich auch den Walkthrough bei Youtube anschauen und bei polygon.com gibt es einen umfangreichen Artikel zur Entstehung von Spec Ops: The Line.

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Kommentare

Ingo Maurer

Hi,

ich ken­ne das Problem! Auch dem Spielemarkt war lan­ge Zeit ei­ne gro­ße Flaute und die Spiele, die neu auf den Markt ka­men wa­ren es nicht Wert ge­spielt zu wer­den.
Da ich dei­ner Meinung trau­en, wer­de ich das Game auch ein­mal an­spie­len.
Grüße

Nils Courvoisier

Ich ha­be es an­ge­spielt und konn­te es nur ein­mal los­las­sen, an­sons­ten qua­si als Zweiteiler durch­ge­spielt. Bin ge­ra­de durch und kann Steffens Rezension nur be­stä­ti­gen. Mir ist im­mer no­ch ein we­nig flau durch die Situation, als die Steine flo­gen, ich ab­drück­te und den Abzug viel zu spät los ließ, weil ich mi­ch ge­hen ließ…

Steffen

Du hast nicht in die Luft ge­schos­sen?

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