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Buchtipp: A Guy’s Guide to Feminism

A Guys Guide to Feminism
A Guys Guide to Feminism | Eigenes Foto

Michael Kimmel und Michael Kaufman sind Feministen. Und sie haben ein Buch über Feminismus geschrieben, das vor allem Männer ansprechen soll, denen Feminismus bisher ein Buch mit 7 Siegeln war: Es ist farbenfroh aufgemacht, mit vielen Bildern, verschiedenen Textformaten, die oft witzig und von A wie Autonomy bis Z wie Zero sortiert sind: Kein Theorieschinken, sondern ein unterhaltsamer, interessanter Überblick über Geschichte und Ziele der Bewegung.

Es gibt eine Vielzahl Vorurteile und Gerüchte über das, was Feminismus erreichen will – das führt immer wieder zu Missverständnissen, Angst und aggressiven Debatten. Dafür gab es in den letzten Monaten genügend Beispiele.

Vor drei Jahren hatte ich schon einmal die Frage gestellt, warum zum Beispiel so wenig Frauen in Open-Source-Projekten engagiert sind, obwohl das keine jahrhundertealte Männerbastion ist und einen eigentlich niemand von der Beteiligung abhalten kann. Mittlerweile wird mir das ein wenig klarer. Das ist wohl selten die gewollte Ausgrenzung. Es die Ansammlung vieler Kleinigkeiten, die eine Umgebung allgemein für Menschen oder in diesem Fall für Frauen attraktiv machen oder nicht.

Einen guten Eindruck von dem, was in der Internet-Szene in dieser Hinsicht schief läuft, vermittelt die Sammlung sexistischer Vorfälle in der „Geek Community“ im Geek Feminism Wiki. Da sind natürlich verschieden schlimme Fälle dabei und vermutlich nicht alles stört jede Frau. Die Mitglieder einer Community aber sorgen für das gesellschaftliche Klima der Community. Und dieses Klima schreckt bestimmte Menschen ab. Wenn zur Kultur gehört, dass in Vorträgen die Bilder von leicht bekleideten Frauen an Stellen platziert werden, an denen es genauso gut ein Auto getan hätte, die dümmsten anzunehmenden Benutzer immer die Mütter oder die Freundinnen sind,  und Frauen ansonsten sprachlich nicht vorkommen, dann scheint das für Frauen insgesamt eher weniger attraktiv zu sein.

„Privilege is invisible to those who have it.“ — Michael Kimmel

Am Ende gibt es nicht nur über das Verhältnis zwischen Frauen und Männern etwas zu lernen. Den Satz „Privilegien sind unsichtbar für die, die sie haben.“ lässt sich auch auf andere Diskussionen übertragen. Sie passt auch zu der Debatte über die „Negerlein“ in Kinderbüchern, bei denen viele sagen: „Ach, da soll man sich nicht so anstellen. Das ist einfach unsere Kultur. Damit muss man leben.“

Wer sich vom Humor der Autoren überzeugen will, kann sich den Vortrag von Michael Kimmel beim Gunda-Werner-Institut anschauen:

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Kommentare

Anke J.

Das mit den Frauenbildern hat al­so Methode… Hätte ich ja nicht ge­dacht.

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