shz Archives — Steffen Voß

Kampf | Foto: PeterDargatz / Pixabay
Kampf | Foto: PeterDargatz / Pixabay

Manchmal nerv ich mi­ch selbst mit mei­nen Kolumnen bei shz.de: Ständig ha­be ich et­was zu me­ckern oder zu mah­nen. Selten fin­de ich et­was zum Loben. Dabei bin ich doch ei­gent­li­ch Fan des Digitalen. Eigentlich will ich doch die tol­len Möglichkeiten prei­sen! mehr…

Stadtbücherei
Was hier zu finden ist, weiß kein Mensch | Foto: Fachstellen für Öffentliche Bibliotheken NRW - CC BY 2.0

„Im Internet steht al­les!“ Begeistert er­zählt mir der 13-jährige Sohn von Bekannten, wie er er­st kürz­li­ch die Antworten für sei­ne Hausaufgaben im Internet fand. Einfach so. So wie er „al­les“ be­tont, meint er wirk­li­ch ALLES. Ich ni­cke zu­stim­mend und den­ke: „Wenn Du die Kommunalwahl-Ergebnisse für Schleswig-Holstein von 1948 bis 1955 fin­dest, sagst Du be­scheid, ja?“ Ich las­se den Jungen in sei­nem Glauben. mehr…

Anonymer Schwarm | Foto: Martin Fisch - CC BY-SA 2.0
Anonymer Schwarm | Foto: Martin Fisch - CC BY-SA 2.0

Kommentarspalten sind ein schwie­ri­ges Ding: Unter bun­tes­ten Pseudonymen to­ben si­ch dort Leute aus, de­ren Meinungen hof­fent­li­ch in der Regel nicht mehr­heits­fä­hig und de­ren Ausdrucksweise nicht ge­sell­schafts­fä­hig sind. Mildere Geister ma­chen da­durch ei­nen Bogen um die­se Form der Leserbeteiligung. shz.de möch­te das än­dern und hat Anfang des Monats ein neu­es Kommentarsystem ein­ge­führt, um ei­ne „fai­re, höf­li­che Diskussion“ zu er­mög­li­chen. Strittigster Punkt dürf­te die Klarnamenspflicht sein. mehr…

Doppelauspuff
Da guckste in die Röhre | Foto: Elizabeth McClay - CC BY 2.0

Volkswagen schum­melt al­so mit sei­ner Software. Das wä­re beim gu­ten, al­ten Käfer nicht mög­li­ch ge­we­sen. Da gab es kei­ne Software – nur Hardware. Und von den paar be­weg­li­chen Teilen im VW-Motor wuss­ten no­ch vie­le, wo­für sie da sind.  mehr…

The Meaning of Life
"The-Meaning-Of-Life" by IllusionConscious - Own work. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.

Neulich ha­be ich die These ge­le­sen: „Big Data be­deu­tet das Ende der Experten.“ Big Data ist im Moment ein hei­ßes Thema. Es geht da­bei um die Vorstellung, dass man die vie­len Daten, die je­den Tag an­fal­len, so ana­ly­sie­ren kann, dass man gar nicht mehr wis­sen muss, wie die Dinge funk­tio­nie­ren. mehr…

Oneplus One
Der Auslöser für diesen Text: Das wunderbare Oneplus One / CC-BY-2.0

Wenn ich Kleidung kau­fe, ach­te ich dar­auf, dass sie nicht all­zu bil­lig ist. Ein T-Shirt für 5 Euro – da ist klar, dass es oh­ne Rücksicht auf Mensch oder Natur her­ge­stellt wur­de. Wenn ich mehr aus­ge­be, hof­fe ich, dass da nicht ein­fach nur der Hersteller mehr dran ver­dient, son­dern dass auch die Arbeiter et­was da­von ha­ben – über­prü­fen kann ich das nicht. mehr…

Päckchen / CC-BY
Päckchen / CC-BY

Neulich wur­de ich Zeuge ei­nes Internet-Betrugs. Als ich nach Hause kam, hing im Treppenhaus wie so oft ei­ne Paketbenachrichtigung. Bei uns be­stel­len vie­le Hausbewohner im Internet und sind sel­ten zu Hause. Diesmal stand der Name ei­ner Dame auf der Karte, die nicht bei uns wohnt. An der Haustür kleb­te aber ihr Name an ei­ner Klingel und ein Zettel hing da­ne­ben: „Hallo, ich zie­he hier ein. Bitte neh­men Sie schon ein­mal Post für mi­ch an.“ mehr…

Selfie | Foto: Steffen Voß
Selfie | Foto: Steffen Voß

Bis vor Kurzem war der „Selfie“ ei­ne Ausdrucksform von Jugendlichen: Denn wer si­ch auf Facebook & Co. prä­sen­tie­ren will, der be­nö­tigt ein an­ge­mes­sen coo­les Foto von si­ch selbst. Da si­ch jun­ge Menschen den Gang zum pro­fes­sio­nel­len Fotografen nur sel­ten leis­ten kön­nen und Mama und Papa in der Regel kein ge­eig­ne­ter Ersatz sind, grei­fen sie zur Selbsthilfe. Mit dem Mobiltelefon am lan­gen Arm oder im Spiegel fo­to­gra­fie­ren sie si­ch ein­fach selbst. Auf die­se Art kann man so lan­ge mit der ei­ge­nen Optik her­um­pro­bie­ren, bis man ei­nen Ausschnitt von si­ch selbst fo­to­gra­fiert hat, der ir­gend­wie span­nend aus­sieht. mehr…

Justitia
Justitia | Bestimmte Rechte vorbehalten von John Linwood

Was für ein Tag: Erst stif­tet die schwarz/gelbe Regierung wei­te­re Rechtsunsicherheit mit ih­rem so­ge­nann­ten Leistungsschutzrecht für Presseverleger, und dann ver­kauft die Telekom Verstöße ge­gen die Netzneutralität un­ter dem Siegel „Service“: Das Angebot des Musik-Streaming-Anbieters Spotify wird an­de­ren Diensten ge­gen­über be­vor­zugt. Die kon­ser­va­ti­ve Frankfurter Allgemeine Zeitung ver­sucht das als „Guten Tag für die Freiheit“ um­zu­in­ter­pre­tie­ren. Das Gegenteil ist der Fall: Die AOLisierung des Internets schrei­tet fort. mehr…