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Kiel: WebMontag auf der Suche nach neuem Schwung

Seit 2006 treffen sich immer am 3. Montag im Monat Web-Enthusiasten (im weitesten Sinn), um miteinander über aktuelle Entwicklungen in Technik und Gesellschaft zu diskutieren. Mein Verteiler umfasst ca. 120 Personen, die alle mal auf dem Webmontag waren. Mehr als 25 waren davon fast nie gleichzeitig beim Webmontag – in letzter Zeit waren es eher 10-15. Und vielleicht liegt es an der Winterdepression, aber offenbar wünschen sich mehrere regelmäßige TeilnehmerInnen neue Schwung für die Runde – zumindest war das auf den letzten WebMontagen immer mal wieder Thema.Im November konnte ich leider nicht am WebMontag teilnehmen, aber dort wurde darauf hingewiesen, dass es oft zu einem Teufelskreis kommt: Im Wiki stehen noch keine Vorträge, also melde sich niemand an. Und wenn niemand angemeldet ist, will keiner einen Vortrag vorbereiten. Am Ende sind ja doch immer 15 Leute da und immer auch ein paar neue. Aber rechnen kann damit keiner.

Ich möchte mal generell anfangen: Der WebMontag soll zu allererst beim Netzwerken helfen. Und im Großen und Ganzen hat sich in den letzten 5 Jahren tatsächlich eine Szene um den WebMontag gebildet. Vielleicht gab es die auch vorher schon, nur ohne mich, aber ich habe den Eindruck, dass auch andere Stammtische, Runden und Vereine davon profitieren, dass der WebMontag so eine thematische Crossover-Veranstaltung ist. Die Themenvielfalt wird von vielen auch gewünscht. Viele scheinen sich auch noch mehr Breite zu wünschen und hätten gerne auch soziologische oder betriebswissenschaftliche Sessions.

Am Prinzip scheint es also nicht zu liegen. Ein Problem scheint aber die Technik zu sein: Einige mögen das Wiki nicht. Und zugegeben: Schön ist was anderes und Wikis sind leider immer ein Nischen-Ding geblieben. In den Anfangszeiten war es total einfach, den WebMontag mit dem Wiki und Xing zusammen zu organisieren. Bei Xing hatte ich die Interessenten und dort stolperte der Eine oder die Andere über den Termin. Xing ist immer noch ein Business-Netzwerk und viele haben dort einen Account, nutzen den aber für nichts anderes als als Adressbuch. Mails von Xing  werden ignoriert und so finden viele die Einladung zum WebMontag gar nicht mehr.

Einige sind aktive Twitterer, andere bei Facebook und einige bei Google Plus. Ich habe versucht, einen Facebook-Termin als neue Anmeldung und Bewerbung zu nutzen – mit minimalem Feedback. Diese Segmentierung der Kanäle ist zusammen mit der von Christoph ins Gespräch gebrachten Konsumentenhaltung tödlich. Eigentlich könnte gerade eine Veranstaltung wie der WebMontag gut funktionieren – auch mit so vielen Kanälen. Dann aber müssten sich die Teilnehmer mehr beteiligen und twittern, dass der WebMontag angesteht, den Termin bei Facebook teilen und Leute einladen. Das passiert bisher fast nicht. Dass mal jemand über den WebMontag bloggt, hat es seit 2007 wohl nicht mehr gegeben.

Ein Lösungsansatz

  1. Es müsste eine Webseite geben, auf der unabhängig von anderen Plattform, Leute die sich für den WebMontag interessieren, zeigen können, dass sie prinzipiell dabei sind. Also so etwas wie eine Facebook-Fanseite, bloß so, dass auch Leute mit Twitter-Account, Google+, Diaspora oder auch nur E-Mail zeigen können, dass sie dabei sind. Man müsste die dann idealerweise einfach einladen können. Und die klicken dann „bin dabei“, „bin vielleicht dabei“ oder „bin nicht dabei“. Und dann müsste man natürlich noch Sessions eintragen können. Wie könnte man so etwas möglichst einfach erstellen? Kann man irgendein Wiki nehmen und Widgets benutzen? Gibt’s da schon was von Open Source?
  2. Sprich mal Leute an, die sich mit Themen beschäftigen, die das Spektrum erweitern können. Gerade an der Uni gibt es sicher noch Leute, die sich mit den Veränderungen durch das Internet beschäftigen.
  3. Du musst Dich mehr selbst darum kümmern, dass der WebMontag beworben wird. Ein einfaches Retweet oder Teilen oder so reicht schon. Mehr ist toll!

Was meinst Du? Lohnt es sich, den WebMontag weiter zu führen? Und wenn ja wie? Was sollten wir tun, um neuen Schwung hinein zu bringen?

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Kommentare

Thilo

Zunächst mal ganz persönlich zu mir, warum ich nicht mehr komme: Ich bin zum einen in einer anderen Gruppe aktiv, die sich immer montags trifft. Das ist aber nicht der einzige Grund meines Fernbleibens: Mich persönlich haben die gleichartigen Vorträge irgendwann gelangweilt. Dejavue. Für mich war Webmontag nicht primär Vernetzung, sondern primär Neues kennenlernen und Wissen teilen auf Augenhöhe. Ich habe da auch einige interessante Diskussionen gehabt. Aber ich habe mich selbst auch verändert – und die Szene hat sich aus meiner Sicht leider sehr viel mehr kommerzialisiert – und viele haben den Webmontag für reine Werbezwecke oder zur Selbstdarstellung genutzt. die technischen Details irgendeiner Software haben mich persönlich nie so interessiert – so lange die nur 5 Minuten gingen hats mich nicht gestört – aber daran halten sich ja die wenigsten. Und dann kanns ein langer Abend werden mit 5 Tools die ich nie einsetzten werde. Mich persönlich interessierten immer mehr die politischen oder gesellschaftlichen Themen. Da war die Diskussion aber zunehmend zäh und nach meinem Gefühl wollten die Leute lieber einfach alles benutzen – und Technik-Kritik wurde zunehmend (aus meiner subjektiven Sicht als Vortragender) als störend empfunden. für mich war es dann irgendwann keine Veranstaltung mehr, die mich interessierte. Kritik gabs eher an Tools und Technik aus einer technischen Sicht und nicht aus einer gesellschaftlichen. Ich mag da mit meiner Sichtweise nicht alleine sein, aber ich habe irgendwann auch gar nicht mehr geschaut, was am Webmontag läuft.

Außerdem: die Kritik am Wiki halte ich für abwegig. Sowohl Technikversierte als auch Laien können das bedienen. Die Wikipedia sehe ich nicht als Nischenprodukt. Das Dokuwiki ist zwar mist, aber es funktioniert. Kein anderes Medium ist so unabhängig von Anmeldungen und Mitgliedschaften . Wenn ich da inzwischen auf ZDF, DLF und Phoenix lese und höre, dass Feedback nur noch bei Facebook stattfindet, dann läufts mir eiskalt den Rücken runter.

Die Leute, die Wiki ablehnen sind meist auf eine oder wenige Plattformen fixiert, die dann wieder andere ausschließen. Ich sehe da keine tolle Alternative. Gangbar für Kiel allenfalls eine eigene Website – bitte kein Facebook als zentrales Tool!

PS: Vielleicht komme ich ja auch wieder mal. Wie wäre es denn mal mit einem Meta-Webmontag im neuen Jahr?

Steffen

@Thilo: Das Kritische ist ja ein wenig Christophs Thema: Der meinte gestern auch, dass es früher mehr drum ging, Sachen selbst zu machen und heute diskutieren wir drüber, ob Facebook oder Google Plus besser ist. Beide sind evil – zumindest nach den Maßstäben von vor ein paar Jahren. Für eine selbstbehauptete Avandgarde ist das ziemlich schlafmützig.

Auf der anderen Seite haben z.B. Hinnerk und Stefan immer wieder Themen rund ums Programmieren und selbst machen. Ich halte mich selbst immer mit Sessions zurück, weil ich den Eindruck habe, dass der WebMontag schon viel zu sehr von mir abhängt. Aber ich könnte natürlich zu den Tools, die ich im Blog als freie Alternativen zu Google & Co. vorstelle, auch mal eine Session machen.

Das zentrale Problem ist aber, dass nicht viel von der prinzipiellen Vielfalt eines WebMontags übrig bleibt, wenn jeder sich von den Sachen abschrecken lässt, die ihm nicht liegen. Der WebMontag ist das, was seine TeilnhemerInnen daraus machen 😉

Swen Wacker

Was sich über den WebMontag lese, hat mich immer begeistert. Ich habe halt leider so gut wie nie Montags Zeit, weil mir das Tanzen wichtig ist (was dem WebMontag egal sein kann).

Warum muss es _eine_ Webseite geben? Meinst Du nicht eher, dass es auch eine Webseite geben könnte, auf der die Anmeldungen, die dort eintrudeln, wo die Interessenten sich aufhalten (Facebook, Twitter, … deren guten Pendants), wiedergegeben werden (für die, die woanders nicht sind? Im Prinzip ist es doch wie Werbung. Ich kann von meinen Kunden nicht verlangen, dass sie Zeitung A lesen, deshalb „muss“ ich an den Plätzen B, C und D werben.

sma

Besagter Teufelskreis hat (auch) mich bewogen, am Dezember-Termin nicht teilzunehmen.

Der Wiki ist in der Tat hässlich und wenig einladend, aber seinen Namen (oder einen Vortrag) eintragen sollte IMHO jeder können, der schon einmal im Web unterwegs war. Ich glaube auch nicht, dass das Gros der Leute nicht kommt, weil sie den Termin nicht kennen, sondern dass es andere Gründe sind, die sie möglicherweise aus (falsch verstandener) Höflichkeit nur nicht nennen. Sei es, dass die Veranstaltung als zu technisch oder nicht technisch genug angesehen wird, sei es, dass die Themen nicht gefallen oder andere Dinge am 3. Montag in Monat interessanter sind.

Im Gegensatz zum Vorredner langweilen mich die immer gleichen soziopolitischen Themen, da ich nicht jede Woche diskutieren möchte, ob Facebook oder Google nun böse sind oder wie wichtig Datenschutz ist.

Ich finde wichtig, das Web nicht nur benutzen zu können, sondern auch zu wissen, wie es funktioniert. Ich finde wichtig, zum selber machen anzuregen und einfach selbst zu machen. Dazu biete ich gerne mein technisches Wissen an – andere machen das sicherlich auch. Und ich würde gerne von Projekten hören, die Leute machen – egal ob als Hobby oder kommerziell. Aber mir scheint immer mehr, die verbliebenen Leute haben andere Präferenzen, was OK ist, aber dann dazu führt, dass ich nur noch komme, wenn das Programm für mich spannend klingt.

Ich glaube, früher gab es im Wiki auch eine Rubrik mit Wünschen für Themen. Das sollte es IMHO wieder geben, denn ich glaube, dann finden sich mehr Leute, die etwas vortragen können, weil sie auf einmal entdecken, das sie etwas wissen, das auch andere interessiert.

Steffen

Ich hab das Wiki noch einmal aufgeräumt und entrümpelt:

1. Ich habe eine eigene Seite für die FAQ angelegt – die finden Neulinge jetzt schnell genug, glaube ich und die alten Hasen interessiert das nicht im monatlichen Umgang mit dem Wiki.
2. Ich habe die externen Termine ausgelagert auf eine eigene Seite gesetzt. Der WebMontag soll gerne weiterhin Anlaufpunkt für Leute sein, die sich in Kiel für irgendwas mit dem Netz interessieren und Anschluss suchen.
3. Ich hab die Wunschecke wieder eröffnet. Das hätte natürlich auch jeder andere machen können – es ist ein Wiki 😉 Und ihr habt recht: Das kann Vortragende auf Ideen bringen! Tragt Eure Ideen ein! Nehmt Euch Themen!
4. Ich habe die Anmeldung vereinfacht. Es gibt nur noch Anmeldungen. Die sind ja eh nicht verbindlich – als braucht man auch kein „vielleicht“ oder „abgemeldet“. Und man kann sich gerne bei Lanyrd, Xing oder Facebook anmelden. Ich mach das wie früher und übertrag das ab und zu. Es wäre aber schön, wenn jemand die Bewerbung auf einzelnen Netzwerken übernehmen könnte. Hinnerk – magst Du Dich immer um Lanyrd kümmern?

Stecki

Also ich war ja noch nie auf einem Webmontag in Kiel, bekomme aber dank der mE guten Info-Arbeit dazu jeden Termin mit.

Bei mir ist es konkret so, daß ich fast nie montags kann, weil da ein regelmäßiger Sitzungstermin ist. Die wenigen Male, wo das nicht so war, habe ich dann aber offengestanden im Wiki geguggt, was so los sein wird (personell aber vor allem thematisch) und am Ende den Schluß gezogen, daß das für mich ja 2,5-3 h Fahrtzeit plus entsprechende Spritkosten sind und ich in der Zeit so viel anderes schaffe, daß das in keinem Verhältnis steht (eine Abwägung, die auf ähnlich geartete Konstellationen häufig zuschlägt). Nicht, weil ich die Leute nicht gern mal wieder live treffen würde, sondern einfach als Kosten-Nutzen-Relation.

Würde ich in Kiel wohnen, wäre ich (sofern nicht ein Pflichttermin Vorrang hat) absolut sicher bei zumindest jedem zweiten Termin dabei.

Am Wiki jedenfalls liegt es mE nicht (höchstens daran, daß manchmal (nicht rechtzeitig) ein inhaltlicher Schwerpunkt erkennbar ist).

Just my 0,02 €…

Kai

Moin!

Ich war ja bisher auch noch nie da, obwohl ich immer wollte…wie das dann so ist.

Inhaltlich kann ich also nichts zu den Treffen sagen, aber meine Sicht von Aussen einmal äussern:

Ich schau auch immer vor jedem Termin in die Wiki und sehe, dass ich (oft, fast) nichts sehe. Und dann kommt, und ich vermute es geht vielen so, der Blick auf mich selbst und dann sehe ich mich vorrangig als Konsumenten, der unterhalten werden will. Das ist jetzt nicht schön, aber ehrlich und vorallem auch wertfrei. Das hat ja nichts mit den Beteiligten zu tun. 🙂

Das Ganze, speziell auch die Wiki, wirkt dann auch auf mich so „unsexy“ und ich glaube eine eigene Website könnte dem entgegenwirken, weils die Sache vielleicht „realer“ oder ernsthafter macht (in der Aussenwirkung).

Ich fände sehr erstrebenswert, wenn es auch in Kiel für unsereins eine zentrale Anlaufstelle gäbe, ein verbindenes Glied, dafür ist eine Wiki aber nicht unbedingt geeignet (glaube ich zumindest, und verweise auch auf deinen Artikel zu dem Thema).

Da wäre ich auch bereit mich aktiv zu beteiligen, falls Bedarf besteht.

Darüber hinaus, wäre es zumindest für mich auch hilfreich, wenn so ein Abend irgendein übergeordnetes Thema hätte bzw. eine grobe Richtung.

Interessant fände ich es auch, gemeinsam kleinere Projekte anzustossen, in deren Verlauf sich vielleicht auch thematisch für jeden etwas interessantes ergibt.

Vielleicht sollte ich auch einfach mal tatsächlich vorbeischauen. Ideen und Kritik zu haben, ist leider immer so einfach, wenn man auf dem Sofa sitzt 🙂

In jedem Fall spreche ich aber allen aktiv Beteiligten, und vorallem Dir, meinen Respekt aus.
Die Alternative zum jetzigen Zustand ist ja quasi „Keine“.

Lg
Kai

Martin

Moin Steffen,
gute Initiative. Ich werde meine Eindrücke & Ideen ebenfalls beisteuern, weil ich seit längerem (fast) nicht mehr dabei bin.

1) Keine Vorträge im Wiki haben mich persönlich weder früher noch heute abgeschreckt, weil ich alles begrüße und unterstütze, was die Webszene in Kiel nach vorne bringt. Ich kann aber sehr gut verstehen, dass viele das stärker nach dem Kosten-Nutzen-Prinzip abwägen – vor allem, wenn sie niemanden dort kennen, lange Anfahrtswege haben oder anderweitige Termine.

2) Einer der Gründe warum ich nicht mehr dabei bin, ist eine andere Gruppe, die inhaltlich fokussierter ist und einfach näher an dem liegt was mich täglich beschäftigt. Von diesen Spezial-Gruppen gibt es in Kiel mittlerweile eine ganze Reihe, was ja gut ist, aber sicherlich auch etwas zur Abwanderung beigetragen hat.

3) Ich weiß von namentlich mind. 3 Leuten, die nicht mehr hin gehen, weil sie davon genervt sind, dass einige der Stammleute ständig mit dem gleichen Kram kommen. Das gilt sowohl inhaltlich (sehr technisch) als auch argumentativ (Wirtschaft, Kommerz, Datensammeln und Fremdbestimmung sind immer evil, OpenSource rettet die Welt usw.). Gerade Unternehmer und Hands-On Leute können mit so einem dogmatischen Ansatz häufig wenig anfangen und sind in aller Regel vor Ort in der Minderheit. Mir geht es auch ein wenig so und ich habe – nach deinem richtigen Motto „der Webmontag ist, was man daraus macht“ – versucht, das z.B. mit der Vorstellung des MöbelMonsters etwas aufzulockern. Das hat bestimmt der eine oder andere direkt als Eigenwerbung verstanden ( = evil, weil ist ja irgendwo Geld im Spiel), ging mir aber viel mehr darum, mal über Geschäftsmodelle, Bootstrapping, Online Marketing, MVP-Ansätze u.ä. zu sprechen.

4) Der technische Aspekt (eigene Website, fb, Wiki oder whatever) ist aus meiner Sicht zweitrangig. Prio 1: Event ist attraktiv, Prio 2: Technik funktioniert, Prio 3: Technik sieht schick aus. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass man mit der Technik natürlich auch ein Stück weit die Zielgruppe beeinflusst: Xing-Event und -Einladungen = eher business, fb-Event und -Einladungen = eher locker, Wiki und Email-Einladungen = eher Nerd-Ecke. Und es gilt der Satz: Je unattraktiver das Event, desto weniger sind die Leute bereit auf dritte Webseiten zu gehen oder dort gar aktiv Einträge vorzunehmen (Wiki).

Ideen:

1) WebMontag als Networking-Event
Die Vortragsliste ganz raus nehmen und es von vornehererin als Networking-Event kommunizieren. Dazu den Ablauf so verändern, dass Einzel- oder Kleingruppengespräch stärker gefördert werden. Also z.B. Stehtische und Namensschilder. Die Themen vielleicht so integrieren, dass jeder der mag einen Stehtisch mit seinem Thema (Pappschild „Rails und Django im Vergleich“) bestücken kann. Am diesem Stehtisch wird dann zu dem Thema diskutiert bzw. es dient als Starter.

Vorteile: Geringer Orga-Aufwand, Teilnehmer finden besser ihre Themen & Gesprächspartner, Networking wird gestärkt (für viele wichtig)

Nachteile: Der WebMontag als Ganzes zerfällt evtl. etwas. Außerdem mind. am Anfang etwas „Werbetrommel“ nötig, weil sowas mit 10 Leute zu konstruiert wirkt. Dafür wären eher 20-30 Leute nötig.

2) WebMontag als Mini-BarCamp
Jedem WebMontag ein Thema geben („Open Source im Unternehmen“, „Kieler StartUps stellen sich vor“, usw.). Diese Themen möglichst lange im voraus ankündigen (mind. 3 Monate), so dass jeder seine Teilnahme und evtl. Vorträge frühzeitig planen kann. Ablauf im Prinzip wie gehabt, also Vortag, Diskussion, Vortrag, Diskussion usw. aber sehr viel stärker auf die Uhr achten (!) und im Vorfeld aktiv Leute auf Xing & Co passend zum Thema einladen. Diese Themen-WebMontage könnte man sogar in die „Kieler Wirtschaft“ setzen (heißt das so? Ich meine das Gewerbe-Blättchen), auf DiWiHS ankündigen o.ä. offizielle Kanäle nutzen.

Vorteile: Viele neue Leute, auch Old Economy und von außerhalb werden angesprochen; ein viel höherer Nutzen je Event (Inhaltlich und Networking)

Nachteile: Orga-Aufwand steigt deutlich; wie legt man Themen fest? (Idee: Wer ein Thema bestimmen will, verpflicht sich auch die Federführung bei Orga und Einladungen für diesen Abend zu übernehmen); das „nette“ könnte etwas verloren gehen, der Kreis der Teilnehmer ist weniger stetig; evtl. eigene Website sinnvoll (Aufwand)

Soweit von mir 🙂

Steffen

Danke für das viele Feedback und die Vorschläge!

Ich habe generell den Eindruck, dass die Interessen sehr unterschiedlich sind und dass diese Unterschiedlichkeit aber oft nicht als Wert verstanden wird. Den Einen ist es zu kommerziell, den Anderen zu wenig. Den Einen zu technisch, den Anderen zu wenig. Und alle kommen dann nicht mehr und es entstehen Spezialistenkreise.

Das ist natürlich auch eine spannende, positive Entwicklung, dass es inzwischen sogar genügend Rails-Programmierer in Kiel gibt, um einen eigenen Stammtisch dafür zu starten. Und dass das nicht die einzige derartige Gruppe ist. Es gibt die FreifunkerInnen, die CoWorkerInnen, die Typo3-Leute, die Linux-UserInnen, NetzpolitikerInnen in verschiedenen Parteien usw. Ich fand aber immer charmant am WebMontag, dass die Leute so unterschiedlich sind. Ich hab von allen viel gelernt und vor allem war mir immer wichtig, Leute mit unterschiedlichsten Schwerpunkten zu kennen und miteinander zu vernetzen. Deswegen ist der WebMontag bei Xing immer schon als „Networking-Veranstaltung“ geführt.

Ich beklage die Veränderung nicht. Ich frage mich nur, ob der WebMontag noch gebraucht wird. Inzwischen kenn ich ja Viele in Kiel und die ehemaligen TeilnehmerInnen des WebMontags scheinen sich inzwischen auch anders vernetzen zu können. Man kann solche Sachen auch nicht Zwangszentralisieren und sagen:“ Macht doch die Objektstammtisch wieder beim WebMontag“ oder „Macht doch mal einen Rails-Schwerpunkt beim WebMontag“ oder so. Der Objektstammtisch floriert ja und die Rails All Stars laufen auch. So wie die anderen Kreise. Da würde man mehr mit abwürgen, als man hinterher erreicht. Und vielleicht reicht zur Quervernetzung auch das BarCamp einmal im Jahr.

Mehr Aufwand sollten wir mit dem WebMontag jedenfalls nicht treiben. Im Moment hängt die Orga des WebMontags von Dieter und von mir ab. Es gibt dann einige Leute, auf die man sich verlassen kann, dass sie Vorträge machen, wenn sonst niemand etwas macht. Das funktioniert ohne Kommunikation. Und das finde ich an sich großartig. Würde man mehr Aufwand treiben – Themen vorgeben, Leute organisieren, verschiedene Verteiler pflegen und einladen usw. – müsste man das im Team machen. Dann müsste man sich mehr absprechen usw. ICH hätte da keine Zeit zu. Wenn das jemand machen will, kann er sich gerne melden. Ich würds auch unterstützen.

Zugegeben: Das KITZ ist nicht so perfekt für den „gemütlichen Teil“ und für’s Netzwerken. Man kann so schwer zwischen Vortragssituation und kleinen Gesprächsrunden wechseln. Es ist eine sehr einfache Lösung, weil Dieter es uns seit Jahren sehr einfach macht: Es kostet nichts, Dieter ist immer da und kümmert sich darum, dass wir reinkommen, stellt das WLAN auf und er schleppt immer die Getränke an und ab. Und das jeden Monat.

Wenn jemand eine Location kennt, die eine Möglichkeit bietet, einen Beamer zu benutzen, den keiner von uns erst anschleppen muss, in der 20-30 Leute Platz haben und in der man eher um Tische herum sitzt, bei der man nichts bezahlen muss und wo man sich darauf verlassen kann, dass „unser“ Montag immer zu haben ist, möge er es bitte sagen. So wie ich Dieter beim letzten Mal verstanden habe, hängt der nicht daran, IMMER zuständig zu sein. 😉

Oliver

full ack @Martin

NetLektorin

Was für tolle Kommentare. Bin sehr gespannt, was wir daraus machen.

Besonders interessant finde ich, wie sich die Bedeutung des Webmontags (WM) in Kiel inzwischen offenbar gewandelt hat. Mit unserer Gründung vor 5 Jahren hatten wir ja vor allem die pure Vernetzung der Kieler Internetszene im Sinn, also das Einander-Kennenlernen erst mal, wofür das WM-Konzept ja genial war.

Inzwischen gibt es natürlich enorm viele regelmäßige Treffen, für jeden Geschmack und Bedarf, von der PlogBar und 1000 XING-Gruppentreffen bis zu den ganzen Specials (OBST, Kreativstammtisch usw.). Und jährlich außerdem nun noch das BarCamp 🙂

Was also fehlt in Kiel noch, was gerade der WM bieten kann mit seinem Konzept – wie hat sich der WM eigentlich woanders inzwischen entwickelt, hat er sich auch geänderten Bedürfnissen angepasst?, frage ich mich gerade. Danach könnte ich mal schauen …

BTW, Steffen, dochdoch, ich hab auch noch nach 2007 ein bisschen vom WM gebloggt 😉

– 2010: http://netlektorin.twoday.net/20100420/
– 2009 http://netlektorin.twoday.net/stories/5521289/
– Aus: „Web 2.0 in Kiel“: http://netlektorin.twoday.net/topics/Web+2.0+in+Kiel/

Bis heut Abend!
Marion

Martin

Ist ja schön, dass es den Webmontag in Kiel immer noch gibt. Und dabei sah es lange Zeit einmal danach aus, als würde sich das Konzept im Sande verlaufen. Die Ansprüche der Teilnehmer waren damals sehr unterschiedlich und es gab auch plötzlich eine Menge Konkurrenz, die dann ganz spezifisch ausgerichtet war. Aber wie Steffen damals ja schon sagte, vielleicht ist ja gerade die Vielfältigkeit das Besondere an dem Webmontag. Und es scheint, dass er damit nicht falsch gelegen hatte. Nicht viele Clubs aus der Szene haben so lange durchgehalten. Was begeistert ist die Kompetenz der Teilnehmer, der lockere, formlose Umgang untereinander und die Location. Die Vorstellungsrunde sollte auf jeden Fall beibehalten werden. Zum einen weiß man wer da ist, und zum anderen werden die Neuen ganz easy in die Gruppe integriert. Die Vorträge könnten allerdings auch nach dem Pecha-Kucha Prinzip gehalten werden. Das bringt noch mehr Action.

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