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Kiel: WebMontag auf der Suche nach neuem Schwung

Seit 2006 tref­fen si­ch im­mer am 3. Montag im Monat Web-Enthusiasten (im wei­tes­ten Sinn), um mit­ein­an­der über ak­tu­el­le Entwicklungen in Technik und Gesellschaft zu dis­ku­tie­ren. Mein Verteiler um­fasst ca. 120 Personen, die al­le mal auf dem Webmontag wa­ren. Mehr als 25 wa­ren da­von fast nie gleich­zei­tig beim Webmontag – in letz­ter Zeit wa­ren es eher 10-15. Und viel­leicht liegt es an der Winterdepression, aber of­fen­bar wün­schen si­ch meh­re­re re­gel­mä­ßi­ge TeilnehmerInnen neue Schwung für die Runde – zu­min­dest war das auf den letz­ten WebMontagen im­mer mal wie­der Thema.Im November konn­te ich lei­der nicht am WebMontag teil­neh­men, aber dort wur­de dar­auf hin­ge­wie­sen, dass es oft zu ei­nem Teufelskreis kommt: Im Wiki ste­hen no­ch kei­ne Vorträge, al­so mel­de si­ch nie­mand an. Und wenn nie­mand an­ge­mel­det ist, will kei­ner ei­nen Vortrag vor­be­rei­ten. Am Ende sind ja doch im­mer 15 Leute da und im­mer auch ein paar neue. Aber rech­nen kann da­mit kei­ner.

Ich möch­te mal ge­ne­rell an­fan­gen: Der WebMontag soll zu al­ler­er­st beim Netzwerken hel­fen. Und im Großen und Ganzen hat si­ch in den letz­ten 5 Jahren tat­säch­li­ch ei­ne Szene um den WebMontag ge­bil­det. Vielleicht gab es die auch vor­her schon, nur oh­ne mi­ch, aber ich ha­be den Eindruck, dass auch an­de­re Stammtische, Runden und Vereine da­von pro­fi­tie­ren, dass der WebMontag so ei­ne the­ma­ti­sche Crossover-Veranstaltung ist. Die Themenvielfalt wird von vie­len auch ge­wünscht. Viele schei­nen si­ch auch no­ch mehr Breite zu wün­schen und hät­ten ger­ne auch so­zio­lo­gi­sche oder be­triebs­wis­sen­schaft­li­che Sessions.

Am Prinzip scheint es al­so nicht zu lie­gen. Ein Problem scheint aber die Technik zu sein: Einige mö­gen das Wiki nicht. Und zu­ge­ge­ben: Schön ist was an­de­res und Wikis sind lei­der im­mer ein Nischen-Ding ge­blie­ben. In den Anfangszeiten war es to­tal ein­fach, den WebMontag mit dem Wiki und Xing zu­sam­men zu or­ga­ni­sie­ren. Bei Xing hat­te ich die Interessenten und dort stol­per­te der Eine oder die Andere über den Termin. Xing ist im­mer no­ch ein Business-Netzwerk und vie­le ha­ben dort ei­nen Account, nut­zen den aber für nichts an­de­res als als Adressbuch. Mails von Xing  wer­den igno­riert und so fin­den vie­le die Einladung zum WebMontag gar nicht mehr.

Einige sind ak­ti­ve Twitterer, an­de­re bei Facebook und ei­ni­ge bei Google Plus. Ich ha­be ver­sucht, ei­nen Facebook-Termin als neue Anmeldung und Bewerbung zu nut­zen – mit mi­ni­ma­lem Feedback. Diese Segmentierung der Kanäle ist zu­sam­men mit der von Christoph ins Gespräch ge­brach­ten Konsumentenhaltung töd­li­ch. Eigentlich könn­te ge­ra­de ei­ne Veranstaltung wie der WebMontag gut funk­tio­nie­ren – auch mit so vie­len Kanälen. Dann aber müss­ten si­ch die Teilnehmer mehr be­tei­li­gen und twit­tern, dass der WebMontag an­ge­steht, den Termin bei Facebook tei­len und Leute ein­la­den. Das pas­siert bis­her fast nicht. Dass mal je­mand über den WebMontag bloggt, hat es seit 2007 wohl nicht mehr ge­ge­ben.

Ein Lösungsansatz

  1. Es müss­te ei­ne Webseite ge­ben, auf der un­ab­hän­gig von an­de­ren Plattform, Leute die si­ch für den WebMontag in­ter­es­sie­ren, zei­gen kön­nen, dass sie prin­zi­pi­ell da­bei sind. Also so et­was wie ei­ne Facebook-Fanseite, bloß so, dass auch Leute mit Twitter-Account, Google+, Diaspora oder auch nur E-Mail zei­gen kön­nen, dass sie da­bei sind. Man müss­te die dann idea­ler­wei­se ein­fach ein­la­den kön­nen. Und die kli­cken dann „bin da­bei“, „bin viel­leicht da­bei“ oder „bin nicht da­bei“. Und dann müss­te man na­tür­li­ch no­ch Sessions ein­tra­gen kön­nen. Wie könn­te man so et­was mög­lichst ein­fach er­stel­len? Kann man ir­gend­ein Wiki neh­men und Widgets be­nut­zen? Gibt’s da schon was von Open Source?
  2. Sprich mal Leute an, die si­ch mit Themen be­schäf­ti­gen, die das Spektrum er­wei­tern kön­nen. Gerade an der Uni gibt es si­cher no­ch Leute, die si­ch mit den Veränderungen durch das Internet be­schäf­ti­gen.
  3. Du mus­st Dich mehr selbst dar­um küm­mern, dass der WebMontag be­wor­ben wird. Ein ein­fa­ches Retweet oder Teilen oder so reicht schon. Mehr ist toll!

Was mein­st Du? Lohnt es si­ch, den WebMontag wei­ter zu füh­ren? Und wenn ja wie? Was soll­ten wir tun, um neu­en Schwung hin­ein zu brin­gen?

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Kommentare

Thilo

Zunächst mal ganz per­sön­li­ch zu mir, war­um ich nicht mehr kom­me: Ich bin zum ei­nen in ei­ner an­de­ren Gruppe ak­tiv, die si­ch im­mer mon­tags trifft. Das ist aber nicht der ein­zi­ge Grund mei­nes Fernbleibens: Mich per­sön­li­ch ha­ben die gleich­ar­ti­gen Vorträge ir­gend­wann ge­lang­weilt. Dejavue. Für mi­ch war Webmontag nicht pri­mär Vernetzung, son­dern pri­mär Neues ken­nen­ler­nen und Wissen tei­len auf Augenhöhe. Ich ha­be da auch ei­ni­ge in­ter­es­san­te Diskussionen ge­habt. Aber ich ha­be mi­ch selbst auch ver­än­dert – und die Szene hat si­ch aus mei­ner Sicht lei­der sehr viel mehr kom­mer­zia­li­siert – und vie­le ha­ben den Webmontag für rei­ne Werbezwecke oder zur Selbstdarstellung ge­nutzt. die tech­ni­schen Details ir­gend­ei­ner Software ha­ben mi­ch per­sön­li­ch nie so in­ter­es­siert – so lan­ge die nur 5 Minuten gin­gen hats mi­ch nicht ge­stört – aber dar­an hal­ten si­ch ja die we­nigs­ten. Und dann kanns ein lan­ger Abend wer­den mit 5 Tools die ich nie ein­setz­ten wer­de. Mich per­sön­li­ch in­ter­es­sier­ten im­mer mehr die po­li­ti­schen oder ge­sell­schaft­li­chen Themen. Da war die Diskussion aber zu­neh­mend zäh und nach mei­nem Gefühl woll­ten die Leute lie­ber ein­fach al­les be­nut­zen – und Technik-Kritik wur­de zu­neh­mend (aus mei­ner sub­jek­ti­ven Sicht als Vortragender) als stö­rend emp­fun­den. für mi­ch war es dann ir­gend­wann kei­ne Veranstaltung mehr, die mi­ch in­ter­es­sier­te. Kritik gabs eher an Tools und Technik aus ei­ner tech­ni­schen Sicht und nicht aus ei­ner ge­sell­schaft­li­chen. Ich mag da mit mei­ner Sichtweise nicht al­lei­ne sein, aber ich ha­be ir­gend­wann auch gar nicht mehr ge­schaut, was am Webmontag läuft.

Außerdem: die Kritik am Wiki hal­te ich für ab­we­gig. Sowohl Technikversierte als auch Laien kön­nen das be­die­nen. Die Wikipedia se­he ich nicht als Nischenprodukt. Das Dokuwiki ist zwar mist, aber es funk­tio­niert. Kein an­de­res Medium ist so un­ab­hän­gig von Anmeldungen und Mitgliedschaften . Wenn ich da in­zwi­schen auf ZDF, DLF und Phoenix le­se und hö­re, dass Feedback nur no­ch bei Facebook statt­fin­det, dann läufts mir eis­kalt den Rücken run­ter.

Die Leute, die Wiki ab­leh­nen sind meist auf ei­ne oder we­ni­ge Plattformen fi­xiert, die dann wie­der an­de­re aus­schlie­ßen. Ich se­he da kei­ne tol­le Alternative. Gangbar für Kiel al­len­falls ei­ne ei­ge­ne Website – bit­te kein Facebook als zen­tra­les Tool!

PS: Vielleicht kom­me ich ja auch wie­der mal. Wie wä­re es denn mal mit ei­nem Meta-Webmontag im neu­en Jahr?

Steffen

@Thilo: Das Kritische ist ja ein we­nig Christophs Thema: Der mein­te ges­tern auch, dass es frü­her mehr drum ging, Sachen selbst zu ma­chen und heu­te dis­ku­tie­ren wir drü­ber, ob Facebook oder Google Plus bes­ser ist. Beide sind evil – zu­min­dest nach den Maßstäben von vor ein paar Jahren. Für ei­ne selbst­be­haup­te­te Avandgarde ist das ziem­li­ch schlaf­müt­zig.

Auf der an­de­ren Seite ha­ben z.B. Hinnerk und Stefan im­mer wie­der Themen rund ums Programmieren und selbst ma­chen. Ich hal­te mi­ch selbst im­mer mit Sessions zu­rück, weil ich den Eindruck ha­be, dass der WebMontag schon viel zu sehr von mir ab­hängt. Aber ich könn­te na­tür­li­ch zu den Tools, die ich im Blog als freie Alternativen zu Google & Co. vor­stel­le, auch mal ei­ne Session ma­chen.

Das zen­tra­le Problem ist aber, dass nicht viel von der prin­zi­pi­el­len Vielfalt ei­nes WebMontags üb­rig bleibt, wenn je­der si­ch von den Sachen ab­schre­cken lässt, die ihm nicht lie­gen. Der WebMontag ist das, was sei­ne TeilnhemerInnen dar­aus ma­chen 😉

Swen Wacker

Was si­ch über den WebMontag le­se, hat mi­ch im­mer be­geis­tert. Ich ha­be halt lei­der so gut wie nie Montags Zeit, weil mir das Tanzen wich­tig ist (was dem WebMontag egal sein kann).

Warum muss es _eine_ Webseite ge­ben? Meinst Du nicht eher, dass es auch ei­ne Webseite ge­ben könn­te, auf der die Anmeldungen, die dort ein­tru­deln, wo die Interessenten si­ch auf­hal­ten (Facebook, Twitter, … de­ren gu­ten Pendants), wie­der­ge­ge­ben wer­den (für die, die wo­an­ders nicht sind? Im Prinzip ist es doch wie Werbung. Ich kann von mei­nen Kunden nicht ver­lan­gen, dass sie Zeitung A le­sen, des­halb „muss“ ich an den Plätzen B, C und D wer­ben.

sma

Besagter Teufelskreis hat (auch) mi­ch be­wo­gen, am Dezember-Termin nicht teil­zu­neh­men.

Der Wiki ist in der Tat häss­li­ch und we­nig ein­la­dend, aber sei­nen Namen (oder ei­nen Vortrag) ein­tra­gen soll­te IMHO je­der kön­nen, der schon ein­mal im Web un­ter­wegs war. Ich glau­be auch nicht, dass das Gros der Leute nicht kommt, weil sie den Termin nicht ken­nen, son­dern dass es an­de­re Gründe sind, die sie mög­li­cher­wei­se aus (fal­sch ver­stan­de­ner) Höflichkeit nur nicht nen­nen. Sei es, dass die Veranstaltung als zu tech­ni­sch oder nicht tech­ni­sch ge­nug an­ge­se­hen wird, sei es, dass die Themen nicht ge­fal­len oder an­de­re Dinge am 3. Montag in Monat in­ter­es­san­ter sind.

Im Gegensatz zum Vorredner lang­wei­len mi­ch die im­mer glei­chen so­zi­o­po­li­ti­schen Themen, da ich nicht je­de Woche dis­ku­tie­ren möch­te, ob Facebook oder Google nun bö­se sind oder wie wich­tig Datenschutz ist.

Ich fin­de wich­tig, das Web nicht nur be­nut­zen zu kön­nen, son­dern auch zu wis­sen, wie es funk­tio­niert. Ich fin­de wich­tig, zum sel­ber ma­chen an­zu­re­gen und ein­fach selbst zu ma­chen. Dazu bie­te ich ger­ne mein tech­ni­sches Wissen an – an­de­re ma­chen das si­cher­li­ch auch. Und ich wür­de ger­ne von Projekten hö­ren, die Leute ma­chen – egal ob als Hobby oder kom­mer­zi­ell. Aber mir scheint im­mer mehr, die ver­blie­be­nen Leute ha­ben an­de­re Präferenzen, was OK ist, aber dann da­zu führt, dass ich nur no­ch kom­me, wenn das Programm für mi­ch span­nend klingt.

Ich glau­be, frü­her gab es im Wiki auch ei­ne Rubrik mit Wünschen für Themen. Das soll­te es IMHO wie­der ge­ben, denn ich glau­be, dann fin­den si­ch mehr Leute, die et­was vor­tra­gen kön­nen, weil sie auf ein­mal ent­de­cken, das sie et­was wis­sen, das auch an­de­re in­ter­es­siert.

Steffen

Ich hab das Wiki no­ch ein­mal auf­ge­räumt und ent­rüm­pelt:

1. Ich ha­be ei­ne ei­ge­ne Seite für die FAQ an­ge­legt – die fin­den Neulinge jetzt schnell ge­nug, glau­be ich und die al­ten Hasen in­ter­es­siert das nicht im mo­nat­li­chen Umgang mit dem Wiki.
2. Ich ha­be die ex­ter­nen Termine aus­ge­la­gert auf ei­ne ei­ge­ne Seite ge­setzt. Der WebMontag soll ger­ne wei­ter­hin Anlaufpunkt für Leute sein, die si­ch in Kiel für ir­gend­was mit dem Netz in­ter­es­sie­ren und Anschluss su­chen.
3. Ich hab die Wunschecke wie­der er­öff­net. Das hät­te na­tür­li­ch auch je­der an­de­re ma­chen kön­nen – es ist ein Wiki 😉 Und ihr habt recht: Das kann Vortragende auf Ideen brin­gen! Tragt Eure Ideen ein! Nehmt Euch Themen!
4. Ich ha­be die Anmeldung ver­ein­facht. Es gibt nur no­ch Anmeldungen. Die sind ja eh nicht ver­bind­li­ch – als braucht man auch kein „viel­leicht“ oder „ab­ge­mel­det“. Und man kann si­ch ger­ne bei Lanyrd, Xing oder Facebook an­mel­den. Ich mach das wie frü­her und über­trag das ab und zu. Es wä­re aber schön, wenn je­mand die Bewerbung auf ein­zel­nen Netzwerken über­neh­men könn­te. Hinnerk – magst Du Dich im­mer um Lanyrd küm­mern?

Stecki

Also ich war ja no­ch nie auf ei­nem Webmontag in Kiel, be­kom­me aber dank der mE gu­ten Info-Arbeit da­zu je­den Termin mit.

Bei mir ist es kon­kret so, daß ich fast nie mon­tags kann, weil da ein re­gel­mä­ßi­ger Sitzungstermin ist. Die we­ni­gen Male, wo das nicht so war, ha­be ich dann aber of­fen­ge­stan­den im Wiki ge­guggt, was so los sein wird (per­so­nell aber vor al­lem the­ma­ti­sch) und am Ende den Schluß ge­zo­gen, daß das für mi­ch ja 2,5-3 h Fahrtzeit plus ent­spre­chen­de Spritkosten sind und ich in der Zeit so viel an­de­res schaf­fe, daß das in kei­nem Verhältnis steht (ei­ne Abwägung, die auf ähn­li­ch ge­ar­te­te Konstellationen häu­fig zu­schlägt). Nicht, weil ich die Leute nicht gern mal wie­der li­ve tref­fen wür­de, son­dern ein­fach als Kosten-Nutzen-Relation.

Würde ich in Kiel woh­nen, wä­re ich (so­fern nicht ein Pflichttermin Vorrang hat) ab­so­lut si­cher bei zu­min­dest je­dem zwei­ten Termin da­bei.

Am Wiki je­den­falls liegt es mE nicht (höchs­tens dar­an, daß manch­mal (nicht recht­zei­tig) ein in­halt­li­cher Schwerpunkt er­kenn­bar ist).

Just my 0,02 €…

Kai

Moin!

Ich war ja bis­her auch no­ch nie da, ob­wohl ich im­mer wollte…wie das dann so ist.

Inhaltlich kann ich al­so nichts zu den Treffen sa­gen, aber mei­ne Sicht von Aussen ein­mal äus­sern:

Ich schau auch im­mer vor je­dem Termin in die Wiki und se­he, dass ich (oft, fast) nichts se­he. Und dann kommt, und ich ver­mu­te es geht vie­len so, der Blick auf mi­ch selbst und dann se­he ich mi­ch vor­ran­gig als Konsumenten, der un­ter­hal­ten wer­den will. Das ist jetzt nicht schön, aber ehr­li­ch und vor­al­lem auch wert­frei. Das hat ja nichts mit den Beteiligten zu tun. 🙂

Das Ganze, spe­zi­ell auch die Wiki, wirkt dann auch auf mi­ch so „un­se­xy“ und ich glau­be ei­ne ei­ge­ne Website könn­te dem ent­ge­gen­wir­ken, weils die Sache viel­leicht „re­a­ler“ oder ernst­haf­ter macht (in der Aussenwirkung). 

Ich fän­de sehr er­stre­bens­wert, wenn es auch in Kiel für un­ser­eins ei­ne zen­tra­le Anlaufstelle gä­be, ein ver­bin­de­nes Glied, da­für ist ei­ne Wiki aber nicht un­be­dingt ge­eig­net (glau­be ich zu­min­dest, und ver­wei­se auch auf dei­nen Artikel zu dem Thema).

Da wä­re ich auch be­reit mi­ch ak­tiv zu be­tei­li­gen, falls Bedarf be­steht.

Darüber hin­aus, wä­re es zu­min­dest für mi­ch auch hilf­reich, wenn so ein Abend ir­gend­ein über­ge­ord­ne­tes Thema hät­te bzw. ei­ne gro­be Richtung.

Interessant fän­de ich es auch, ge­mein­sam klei­ne­re Projekte an­zu­stos­sen, in de­ren Verlauf si­ch viel­leicht auch the­ma­ti­sch für je­den et­was in­ter­es­san­tes er­gibt.

Vielleicht soll­te ich auch ein­fach mal tat­säch­li­ch vor­bei­schau­en. Ideen und Kritik zu ha­ben, ist lei­der im­mer so ein­fach, wenn man auf dem Sofa sitzt 🙂

In je­dem Fall spre­che ich aber al­len ak­tiv Beteiligten, und vor­al­lem Dir, mei­nen Respekt aus.
Die Alternative zum jet­zi­gen Zustand ist ja qua­si „Keine“.

Lg
Kai

Martin

Moin Steffen,
gu­te Initiative. Ich wer­de mei­ne Eindrücke & Ideen eben­falls bei­steu­ern, weil ich seit län­ge­rem (fast) nicht mehr da­bei bin.

1) Keine Vorträge im Wiki ha­ben mi­ch per­sön­li­ch we­der frü­her no­ch heu­te ab­ge­schreckt, weil ich al­les be­grü­ße und un­ter­stüt­ze, was die Webszene in Kiel nach vor­ne bringt. Ich kann aber sehr gut ver­ste­hen, dass vie­le das stär­ker nach dem Kosten-Nutzen-Prinzip ab­wä­gen – vor al­lem, wenn sie nie­man­den dort ken­nen, lan­ge Anfahrtswege ha­ben oder an­der­wei­ti­ge Termine.

2) Einer der Gründe war­um ich nicht mehr da­bei bin, ist ei­ne an­de­re Gruppe, die in­halt­li­ch fo­kus­sier­ter ist und ein­fach nä­her an dem liegt was mi­ch täg­li­ch be­schäf­tigt. Von die­sen Spezial-Gruppen gibt es in Kiel mitt­ler­wei­le ei­ne gan­ze Reihe, was ja gut ist, aber si­cher­li­ch auch et­was zur Abwanderung bei­ge­tra­gen hat.

3) Ich weiß von na­ment­li­ch mind. 3 Leuten, die nicht mehr hin ge­hen, weil sie da­von ge­nervt sind, dass ei­ni­ge der Stammleute stän­dig mit dem glei­chen Kram kom­men. Das gilt so­wohl in­halt­li­ch (sehr tech­ni­sch) als auch ar­gu­men­ta­tiv (Wirtschaft, Kommerz, Datensammeln und Fremdbestimmung sind im­mer evil, OpenSource ret­tet die Welt usw.). Gerade Unternehmer und Hands-On Leute kön­nen mit so ei­nem dog­ma­ti­schen Ansatz häu­fig we­nig an­fan­gen und sind in al­ler Regel vor Ort in der Minderheit. Mir geht es auch ein we­nig so und ich ha­be – nach dei­nem rich­ti­gen Motto „der Webmontag ist, was man dar­aus macht“ – ver­sucht, das z.B. mit der Vorstellung des MöbelMonsters et­was auf­zu­lo­ckern. Das hat be­stimmt der ei­ne oder an­de­re di­rekt als Eigenwerbung ver­stan­den ( = evil, weil ist ja ir­gend­wo Geld im Spiel), ging mir aber viel mehr dar­um, mal über Geschäftsmodelle, Bootstrapping, Online Marketing, MVP-Ansätze u.ä. zu spre­chen.

4) Der tech­ni­sche Aspekt (ei­ge­ne Website, fb, Wiki oder wha­te­ver) ist aus mei­ner Sicht zweit­ran­gig. Prio 1: Event ist at­trak­tiv, Prio 2: Technik funk­tio­niert, Prio 3: Technik sieht schick aus. Allerdings soll­te man si­ch be­wusst sein, dass man mit der Technik na­tür­li­ch auch ein Stück weit die Zielgruppe be­ein­flusst: Xing-Event und -Einladungen = eher busi­ness, fb-Event und -Einladungen = eher lo­cker, Wiki und Email-Einladungen = eher Nerd-Ecke. Und es gilt der Satz: Je un­at­trak­ti­ver das Event, desto we­ni­ger sind die Leute be­reit auf drit­te Webseiten zu ge­hen oder dort gar ak­tiv Einträge vor­zu­neh­men (Wiki).

Ideen:

1) WebMontag als Networking-Event
Die Vortragsliste ganz raus neh­men und es von vor­ne­he­re­rin als Networking-Event kom­mu­ni­zie­ren. Dazu den Ablauf so ver­än­dern, dass Einzel- oder Kleingruppengespräch stär­ker ge­för­dert wer­den. Also z.B. Stehtische und Namensschilder. Die Themen viel­leicht so in­te­grie­ren, dass je­der der mag ei­nen Stehtisch mit sei­nem Thema (Pappschild „Rails und Django im Vergleich“) be­stü­cken kann. Am die­sem Stehtisch wird dann zu dem Thema dis­ku­tiert bzw. es dient als Starter.

Vorteile: Geringer Orga-Aufwand, Teilnehmer fin­den bes­ser ih­re Themen & Gesprächspartner, Networking wird ge­stärkt (für vie­le wich­tig)

Nachteile: Der WebMontag als Ganzes zer­fällt evtl. et­was. Außerdem mind. am Anfang et­was „Werbetrommel“ nö­tig, weil so­was mit 10 Leute zu kon­stru­iert wirkt. Dafür wä­ren eher 20-30 Leute nö­tig.

2) WebMontag als Mini-BarCamp
Jedem WebMontag ein Thema ge­ben („Open Source im Unternehmen“, „Kieler StartUps stel­len si­ch vor“, usw.). Diese Themen mög­lichst lan­ge im vor­aus an­kün­di­gen (mind. 3 Monate), so dass je­der sei­ne Teilnahme und evtl. Vorträge früh­zei­tig pla­nen kann. Ablauf im Prinzip wie ge­habt, al­so Vortag, Diskussion, Vortrag, Diskussion usw. aber sehr viel stär­ker auf die Uhr ach­ten (!) und im Vorfeld ak­tiv Leute auf Xing & Co pas­send zum Thema ein­la­den. Diese Themen-WebMontage könn­te man so­gar in die „Kieler Wirtschaft“ set­zen (heißt das so? Ich mei­ne das Gewerbe-Blättchen), auf DiWiHS an­kün­di­gen o.ä. of­fi­zi­el­le Kanäle nut­zen.

Vorteile: Viele neue Leute, auch Old Economy und von au­ßer­halb wer­den an­ge­spro­chen; ein viel hö­he­rer Nutzen je Event (Inhaltlich und Networking)

Nachteile: Orga-Aufwand steigt deut­li­ch; wie legt man Themen fest? (Idee: Wer ein Thema be­stim­men will, ver­pflicht si­ch auch die Federführung bei Orga und Einladungen für die­sen Abend zu über­neh­men); das „net­te“ könn­te et­was ver­lo­ren ge­hen, der Kreis der Teilnehmer ist we­ni­ger ste­tig; evtl. ei­ge­ne Website sinn­voll (Aufwand)

Soweit von mir 🙂

Steffen

Danke für das vie­le Feedback und die Vorschläge!

Ich ha­be ge­ne­rell den Eindruck, dass die Interessen sehr un­ter­schied­li­ch sind und dass die­se Unterschiedlichkeit aber oft nicht als Wert ver­stan­den wird. Den Einen ist es zu kom­mer­zi­ell, den Anderen zu we­nig. Den Einen zu tech­ni­sch, den Anderen zu we­nig. Und al­le kom­men dann nicht mehr und es ent­ste­hen Spezialistenkreise.

Das ist na­tür­li­ch auch ei­ne span­nen­de, po­si­ti­ve Entwicklung, dass es in­zwi­schen so­gar ge­nü­gend Rails-Programmierer in Kiel gibt, um ei­nen ei­ge­nen Stammtisch da­für zu star­ten. Und dass das nicht die ein­zi­ge der­ar­ti­ge Gruppe ist. Es gibt die FreifunkerInnen, die CoWorkerInnen, die Typo3-Leute, die Linux-UserInnen, NetzpolitikerInnen in ver­schie­de­nen Parteien usw. Ich fand aber im­mer char­mant am WebMontag, dass die Leute so un­ter­schied­li­ch sind. Ich hab von al­len viel ge­lernt und vor al­lem war mir im­mer wich­tig, Leute mit un­ter­schied­lichs­ten Schwerpunkten zu ken­nen und mit­ein­an­der zu ver­net­zen. Deswegen ist der WebMontag bei Xing im­mer schon als „Networking-Veranstaltung“ ge­führt.

Ich be­kla­ge die Veränderung nicht. Ich fra­ge mi­ch nur, ob der WebMontag no­ch ge­braucht wird. Inzwischen kenn ich ja Viele in Kiel und die ehe­ma­li­gen TeilnehmerInnen des WebMontags schei­nen si­ch in­zwi­schen auch an­ders ver­net­zen zu kön­nen. Man kann sol­che Sachen auch nicht Zwangszentralisieren und sa­gen:“ Macht doch die Objektstammtisch wie­der beim WebMontag“ oder „Macht doch mal ei­nen Rails-Schwerpunkt beim WebMontag“ oder so. Der Objektstammtisch flo­riert ja und die Rails All Stars lau­fen auch. So wie die an­de­ren Kreise. Da wür­de man mehr mit ab­wür­gen, als man hin­ter­her er­reicht. Und viel­leicht reicht zur Quervernetzung auch das BarCamp ein­mal im Jahr.

Mehr Aufwand soll­ten wir mit dem WebMontag je­den­falls nicht trei­ben. Im Moment hängt die Orga des WebMontags von Dieter und von mir ab. Es gibt dann ei­ni­ge Leute, auf die man si­ch ver­las­sen kann, dass sie Vorträge ma­chen, wenn son­st nie­mand et­was macht. Das funk­tio­niert oh­ne Kommunikation. Und das fin­de ich an si­ch groß­ar­tig. Würde man mehr Aufwand trei­ben – Themen vor­ge­ben, Leute or­ga­ni­sie­ren, ver­schie­de­ne Verteiler pfle­gen und ein­la­den usw. – müss­te man das im Team ma­chen. Dann müss­te man si­ch mehr ab­spre­chen usw. ICH hät­te da kei­ne Zeit zu. Wenn das je­mand ma­chen will, kann er si­ch ger­ne mel­den. Ich würds auch un­ter­stüt­zen.

Zugegeben: Das KITZ ist nicht so per­fekt für den „ge­müt­li­chen Teil“ und für’s Netzwerken. Man kann so schwer zwi­schen Vortragssituation und klei­nen Gesprächsrunden wech­seln. Es ist ei­ne sehr ein­fa­che Lösung, weil Dieter es uns seit Jahren sehr ein­fach macht: Es kos­tet nichts, Dieter ist im­mer da und küm­mert si­ch dar­um, dass wir rein­kom­men, stellt das WLAN auf und er schleppt im­mer die Getränke an und ab. Und das je­den Monat. 

Wenn je­mand ei­ne Location kennt, die ei­ne Möglichkeit bie­tet, ei­nen Beamer zu be­nut­zen, den kei­ner von uns er­st an­schlep­pen muss, in der 20-30 Leute Platz ha­ben und in der man eher um Tische her­um sitzt, bei der man nichts be­zah­len muss und wo man si­ch dar­auf ver­las­sen kann, dass „un­ser“ Montag im­mer zu ha­ben ist, mö­ge er es bit­te sa­gen. So wie ich Dieter beim letz­ten Mal ver­stan­den ha­be, hängt der nicht dar­an, IMMER zu­stän­dig zu sein. 😉

Oliver

full ack @Martin

NetLektorin

Was für tol­le Kommentare. Bin sehr ge­spannt, was wir dar­aus ma­chen.

Besonders in­ter­es­sant fin­de ich, wie si­ch die Bedeutung des Webmontags (WM) in Kiel in­zwi­schen of­fen­bar ge­wan­delt hat. Mit un­se­rer Gründung vor 5 Jahren hat­ten wir ja vor al­lem die pu­re Vernetzung der Kieler Internetszene im Sinn, al­so das Einander-Kennenlernen er­st mal, wo­für das WM-Konzept ja ge­ni­al war.

Inzwischen gibt es na­tür­li­ch enorm vie­le re­gel­mä­ßi­ge Treffen, für je­den Geschmack und Bedarf, von der PlogBar und 1000 XING-Gruppentreffen bis zu den gan­zen Specials (OBST, Kreativstammtisch usw.). Und jähr­li­ch au­ßer­dem nun no­ch das BarCamp 🙂

Was al­so fehlt in Kiel no­ch, was ge­ra­de der WM bie­ten kann mit sei­nem Konzept – wie hat si­ch der WM ei­gent­li­ch wo­an­ders in­zwi­schen ent­wi­ckelt, hat er si­ch auch ge­än­der­ten Bedürfnissen an­ge­passt?, fra­ge ich mi­ch ge­ra­de. Danach könn­te ich mal schau­en …

BTW, Steffen, doch­doch, ich hab auch no­ch nach 2007 ein biss­chen vom WM ge­b­loggt 😉

– 2010: http://netlektorin.twoday.net/20100420/
– 2009 http://netlektorin.twoday.net/stories/5521289/
– Aus: „Web 2.0 in Kiel“: http://netlektorin.twoday.net/topics/Web+2.0+in+Kiel/

Bis heut Abend!
Marion

Martin

Ist ja schön, dass es den Webmontag in Kiel im­mer no­ch gibt. Und da­bei sah es lan­ge Zeit ein­mal da­na­ch aus, als wür­de si­ch das Konzept im Sande ver­lau­fen. Die Ansprüche der Teilnehmer wa­ren da­mals sehr un­ter­schied­li­ch und es gab auch plötz­li­ch ei­ne Menge Konkurrenz, die dann ganz spe­zi­fi­sch aus­ge­rich­tet war. Aber wie Steffen da­mals ja schon sag­te, viel­leicht ist ja ge­ra­de die Vielfältigkeit das Besondere an dem Webmontag. Und es scheint, dass er da­mit nicht fal­sch ge­le­gen hat­te. Nicht vie­le Clubs aus der Szene ha­ben so lan­ge durch­ge­hal­ten. Was be­geis­tert ist die Kompetenz der Teilnehmer, der lo­cke­re, form­lo­se Umgang un­ter­ein­an­der und die Location. Die Vorstellungsrunde soll­te auf je­den Fall bei­be­hal­ten wer­den. Zum ei­nen weiß man wer da ist, und zum an­de­ren wer­den die Neuen ganz ea­sy in die Gruppe in­te­griert. Die Vorträge könn­ten al­ler­dings auch nach dem Pecha-Kucha Prinzip ge­hal­ten wer­den. Das bringt no­ch mehr Action.

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