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Kamera-Apps: Hyperästhetisierte Scheiß-Fotografie

So. Trotz Weltkrise muss ich mich jetzt mal über etwas total Nebensächliches aufregen: Die hyperästhetisierte Scheiß-Fotografie, die seit der verbreiteten Anwendung von Smartphones überhand nimmt. Instagram zum Beispiel ist angeblich ein „schneller, schöner und lustiger Weg, Deine Freunde durch Bilder an Deinem Leben teilhaben zu lassen.“ Tatsächlich ist es nur eine von vielen Möglichkeiten, die Umwelt optisch vollzumüllen.

All diese Vignette-, Retro-, HDR und Schwarz/Weiß-Effekte über Alltagsfotos, all die verschobenen Farben und überdrehten Kontraste – ich kann sie nicht mehr sehen. Und ich möchte gar nicht wissen, wie vollgemüllt das Internet wird, wenn erst jeder so ein Telefon hat und jeder immer und überall alles knipsen und optisch verdrehen kann.

Ein Beispiel für den Trend zur hyperästhetisierten Scheiß-Fotografie gibt der Mashable-Artikel zum Thema „Why Fashion Photographers Are Flocking to Instagram.“

Die Frage ist, wie eine wahrhafte Fotografie heute aussehen kann. Man kann ja nicht einmal zu den Wurzeln zurückkehren – ein körniges Schwarz/Bild kann man ja auch locker mit dem iPhone machen… Machen sich richtige Fotografen eigentlich Gedanken über so etwas? Oder fotografieren die einfach nur noch Hochzeiten?

Foto: Selbstversuch

Kommentare

Faldrian

Also ich fin­de man er­kennt wahr­haf­te Fotografie (im Gegensatz zum „mal eben schnell ab­lich­ten, für die *lulz*“) zu­meist dar­an, dass das Bild tie­fer ist. Also man merkt, dass der Blickwinkel und auch wo et­was be­wusst vom Bild ab­ge­schnit­ten wur­de, wie die Bildaufteilung ist und ob man das Bild län­ger an­schau­en kann und im­mer wie­der neue Details ent­deckt oder si­ch an der Komposition er­freu­en kann.
Dahingegen zei­gen die meis­ten „ein­fach ge­mach­ten“ Bilder haupt­säch­li­ch das Objekt, wes­we­gen das Bild ge­macht wur­de, und so­bald man das Bild ge­se­hen hat und si­ch denkt „Achja, ach­so, dar­um gehts. Naja.“ hat es kaum no­ch Reiz.

lightonflux

Ich fin­de die Schnappschüsse echt zum spu­cken! Außerdem gibts no­ch die­se Erinnerungsfotografierer. Naja ich fo­to­gra­fie­re des Bildes we­gen.

Ich glau­be ech­te Kunst drückt si­ch nicht durch Filter etc. aus son­dern durchs aran­gie­ren, man den­ke an­de gol­de­nen Schnitt!

Nicht zu­ver­ges­sen die Leute die mit dem Computer fo­to­gra­fie­ren wenn ihr wisst was ich mei­ne.

don't shoot

mit ver­laub: ins­ta­gram ist ei­nes der er­folg­rei­chen pro­gram­me, die leu­ten, die ab­so­lut nichts von fo­to­gra­fie ver­ste­hen vor­gau­kelt, sie hät­ten (op­ti­sch) et­was mit­zu­tei­len. von die­ser fehl­ein­schät­zung lebt die­ses Programm. und ich sa­ge eu­ch: sie sind un­ter und. uns sie füh­len si­ch wich­tig und krea­tiv.
gott sei dank ha­be ich das gro­ße gäh­nen no­ch nicht ver­lernt.

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