Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Ubuntu 11.10 : Das traumhafte Ozelot ist los

Steffen Voß

Seit heute ist Ubuntu 11.10 Oneiric Ocelot verfügbar. Ein ganzer Sack voll frischer, freier Software in einer wunderschönen Verpackung. Ich hab mir zwar beim letzten Update vorgenommen, erst zum offiziellen Termin zu aktualisieren – ich konnte es aber wieder nicht abwarten und musste mir schon letzte Woche den Release Kandidaten installieren.  Ein paar Tage Erfahrung habe ich also schon.

2007 bin ich komplett auf Ubuntu umgestiegen. Schon damals war Ubuntu ein gut funktionierendes Betriebssystem, mit dem sich im Web-Entwickler-Alltag gut und effizient arbeiten ließ. Inzwischen wird Ubuntu immer erwachsener: Die Programme arbeiten immer besser zusammen. Und all das, was ein Betriebssystem ausmacht wird immer besser integriert. Noch in der letzten Version vom April waren viele Systemeinstellungen erkennbar einzelne Programme, die nur durch dadurch zusammengehalten wurden, dass sie im gleichen Verzeichnis lagen. Jetzt gibt es einen Menüpunkt, hinter dem sich all diese Funktionen im einheitlichen Design verbergen.

Diese neue Stärke ist natürlich für Hardcore-Linux-Fans ein Graus: Einzelne Komponenten lassen sich nicht mehr so leicht austauschen wie früher. Für den normalen Anwender, wie mich, ist das kein Minuspunkt.

Zusammen mit der Installation auf 11.10 bin ich auch wieder auf die neue Oberfläche „Unity“ umgestiegen. Die hat nur noch wenig mit dem zu tun, was ich seit 15 Jahren von Windows kenne. Es gibt kein Startmenü, in dem alle Programme zu finden sind und es gibt keine Taskleiste mehr. Stattdessen gibt es den Launcher. Einer Leiste an der linken Seite, in der große Icons für die gängigsten Programme liegen. Dahin sollte man auch legen, was man sonst noch häufig braucht. Denn um andere Programme zu starten, muss man sonst per Icon oder Super-Taste das Dashboard starten und dort den Namen des gesuchten Programms eintippen.

In der Praxis reichen aber mir einige wenige Programme im Launcher. Der Launcher ist dann auch die Taskleiste. Die Icons werden dort mit einem kleinen Pfeil markiert, wenn das Programm schon läuft. Hier ist noch nicht ganz durchdacht, wie man mit dem Launcher als Taskleiste umgeht. Die Fenster werden so immer gruppiert. Man muss das Icon doppelt anklicken, um alle Fenster eines Programms in der Übersicht zu sehen und dann das gesuchte Fenster anklicken. Nervig ist das zum Beispiel bei Thunderbird, wo man zum Schreiben von Mails immer zwei Fenster offen hat. Wenn man dann mal zwecks Recherche in den Browser umschaltet, muss man so immer relativ aufwendig das Mail-Fenster wieder suchen.

Ein anderen Problem ergibt sich, wenn ich eine Datei an eine Mail anhängen will. Bei der alten Gnome-Taskleiste konnte ich die Datei im Dateibrowser auswählen, auf die Taskleiste und den Thunderbird-Task ziehen um die Datei dann in dem Mail fallen zu lassen. Das scheint mit Unity zur Zeit nicht richtig zu funktionieren. Einmal hat das geklappt. reproduzieren konnte ich das aber nicht.

Das Dashboard ist bisher vor allem eine gute Idee. Dort kann man neben Programmen auch noch nicht installierte Programme aus dem Software-Center, Dokumente und Musik suchen. Es reagiert aber noch nicht immer, wie man das erwartet. Da steckt noch ein wenig Arbeit drin.

Insgesamt macht Oneiric Ocelot einen sehr schönen Eindruck und das Arbeiten macht echt Spaß. Es ist eine gute Idee, die Breite moderner Bildschirme für den Launcher zu nutzen. Und eine große Usability-Verbesserung, dass die Menüzeilen der Applikationen jetzt immer am oberen Monitorrand wie bei MacOS oder früher bei Atari hängen.

Wer noch nie Ubuntu ausprobiert hat, sollte sich mal die Online-Tour anschauen oder eine Live-CD erstellen und sich unverbindlich umschauen. Ubuntu installiert sich bei Gefallen auch unproblematisch neben bestehendem Windows.

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Kommentare

Gast
Gast:

Moin,

dem hab ich wenig hinzuzufügen, auch wenn ich 11.10 erst seit gestern nutze…

Leider ist anscheinend eine meiner Lieblingsfunktionen weggefallen.

Wenn ich das Headset eingesteckt hatte und die Boxen ausdrehte ging sofort auf Headset über, ohne dass ich irgendwas tat. Selbiges auch rückwärts und trotz des eingesteckten Headsets wurde der Sound über die eingeschalteten Boxen übertragen. Leider ist das jetzt wie bei Windows, nämlich doof! :-/

13.10.2011 um 20:40
Steffen
Steffen:

War das nicht vorher auch so? Unter Windows 7 werden die Boxen ausgeschaltet, wenn ich die Kopfhörer einstecke. Da werde ich sogar gefragt, ob das passieren soll. DAS wäre doch auch unter Ubuntu nett – ich wüsste sonst auch gar nicht, wo ich das getrennt ausschalte (außer direkt an der Box)

14.10.2011 um 22:31
Gast
Gast:

ubuntu 11.10 ist ein absoluter schrott geworden, nix geht mehr, die konfiguration von den system einstellungen im gnome sind kastriert worden, nix geht mehr richtig, das Ganze ist ein absolutes SCHEISS-System geworden, aber ein Blick auf Windows 8 lässt auch das wie eine schöne Blume aussehen ……….. hab bald die Schnauze von Ubuntu voll….GvB ein Gast ??????

11.11.2011 um 16:43
Gast
Gast:

Dat stimmt ubuntu 11.10 ist der totale schrottttttttttt!!!

20.11.2011 um 22:56
Enrico
Enrico:

hallo das ubuntu schrott ist kann ich nich sagen.nun gut halt ein kostenloses system das halt paar fehler hat.zum beispiel ist mir aufgefallen das oft die maus nich richtig angezeigt wird des weiteren hab ich probleme ins netz zu kommen mit dem netzwerk programm als alternative setze ich ixconn ein.zum softwarecenter sag ich auch grosser schrott weil auch wenn ich im netz mit ixconn bin kann ich nix installieren.das geht nur wenn die verbindung über dem netzwerkmanager gelungen ist.diese probleme hatten die vorgänger versionen nie gehabt ich hoffe ja das die 12.04 lts ausgereifter ist ubuntu selber ist nicht schlecht.

23.11.2011 um 23:05
Geo
Geo:

Der Gast vom 11.11.11 hat Recht 11.10 ist kastriert. Jetzt ist das ein kindisches System, ohne Möglichkeit schnell in die Konfiguration zu ändern. Taskleite weg, Gnome-Tools weg, alles was gut war ist weg, Stattdessen Spielerei mit Dash, was viel Klicken verlangt. Ich sehe in dem Update keine Verbesserung des Systems. Ich hoffe, dass in der nächsten Version einiges (eigentlich ganze Menge) nachgeholt wird / werden muss.

4.12.2011 um 14:25
Gast
Gast:

naja!
optisch sehr ansprechend, allerdings sollte man nicht die funktionalität dem design unterordnen – anfangs begeistert, war ich bei längerer benutzung doch eher frustriert, vor allem der skype funzt nicht immer – die kontakte sind mir aber wichtig, trotzdem als fan, werde ich wohl am laufenden bleiben – ohne windows auszukommen wird aber doch nur ein traum bleiben vorerst – seit 2001 gibts windows xp und is immer noch ne alternative und auch verläßlicher…

4.1.2012 um 07:53

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