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ownCloud 2: Meine Daten bleiben bei mir

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Seit ges­tern gibt es das of­fi­zi­el­le Release von own­Cloud 2. Auf ei­nem nor­ma­len Webspace las­sen si­ch da­mit ein Dropbox-artiger Webspeicher, ein Kalender, ein Kontakt-Manager und ein Online-Musikplayer be­trei­ben. Nachdem ich fest­ge­stellt ha­be, dass bei mei­nem Webspace no­ch 80 GB un­ge­nutzt wa­ren, ha­be ich mi­ch an die Installation ge­macht.

Die Installation von own­Cloud 2 ist vor­bild­li­ch ein­fach: Hochladen, im Browser auf­ru­fen und schon hat man den Login-Screen vor si­ch. OwnCloud will dann ei­nen ers­ten User – Als Datenbank nimmt es zur Not auch SQLite, wenn man kei­ne Verbindungsdaten für MySQL oder Postgres an­gibt.

Nach dem Login hat man dann ei­ne nor­ma­le Dateiverwaltung vor si­ch. Man kann Verzeichnisse an­le­gen und Dateien hoch­la­den. Soweit so un­spek­ta­ku­lär. Aber:

  1. OwnCloud 2 lässt si­ch auch per WebDav wie ein nor­ma­les Laufwerk ins Betriebssystem ein­hän­gen. Man muss dann nicht mehr per Browser han­tie­ren und kann si­ch be­lie­bi­ge Backup-Skripte aus­den­ken, die auch au­to­ma­ti­siert Daten auf den Server schie­ben. Da es WebDav-Clients für al­le mög­li­chen Systeme – auch z.B. Android-Telefone – gibt, kann man von über­all aus auf das Netzlaufwerk zu­grei­fen. Die Dateien und Verzeichnisse kann man auch per Token-URL öf­fent­li­ch oder auch wie­der pri­vat ma­chen.
  2. Musikdateien wer­den von own­Cloud als sol­che er­kannt und ge­son­dert be­han­delt. Zum ei­nen kann man sie on­line per Webplayer an­hö­ren. Zum an­de­ren bie­tet own­Cloud ei­nen Ampache-Server, mit dem man die Dateien zum Beispiel mit Amarok auf den hei­mi­schen Rechner strea­men las­sen kann.
  3. Der ein­ge­bau­te Kalender lässt si­ch per CalDav zum Beispiel mit Thunderbirds Kalender-Plugin Lightning ver­hei­ra­ten. So rich­tig ha­be ich das no­ch nicht zum Laufen be­kom­men. Prinzipiell soll das aber ge­hen.
  4. Das glei­che gilt für die ein­ge­bau­te Verwaltung von Kontakten. Auch die kön­nen au­to­ma­ti­sch mit Thunderbird ab­ge­gli­chen wer­den.
  5. OwnCloud ver­fügt dann no­ch über ei­ne Bookmark-Verwaltung, die ich mir aber no­ch nicht an­ge­schaut ha­be. Da bin ich zur Zeit mit Semantic Scuttle und dem Firefox-Sync ganz gut be­dient. Testen wer­den ich aber mal.

Das Projekt own­Cloud exis­tiert seit Anfang 2010 und hat no­ch nicht ein­mal Seiten in der Wikipedia – we­der in der deut­schen no­ch in der eng­li­schen. Dafür wirkt es aber sehr ernst­haft. Die ges­tern ver­öf­fent­lich­te Version 2 zeigt vor al­lem, was zu­künf­tig al­les mög­li­ch sein wird. Man hat si­ch auf ei­ne hand­voll Basisfunktionen kon­zen­triert und die or­dent­li­ch zum Laufen ge­bracht.

Die Bedienung ist no­ch nicht über­all so ein­fach und prak­ti­sch, wie sie sein könn­te. Den Musikplayer könn­te man zum Beispiel in ei­nem Popup öff­nen, da­mit die Musik nicht bei je­dem Seitenaufruf kurz un­ter­bro­chen wird. Die Einrichtung von WebDav und CalDav könn­te no­ch mehr von own­Cloud un­ter­stützt wer­den.

Perspektivisch wä­re es schön, wenn das Sharen mit ei­ner Community wie Diaspora mög­li­ch wä­re. Ich hab neu­li­ch schon drü­ber ge­b­loggt, dass Ubuntu One Diaspora an­bin­den soll­te. Man müss­te das als ge­ne­rel­le Schnittstelle ent­wi­ckeln.

Effektiv wä­re es ja so, dass mein Diaspora-Login eben­falls mein ownCloud-Login ist. Diaspora könn­te da­zu ein­fach als OpenID-Provider auf­tre­ten. OwnCloud kann ja schon OpenID – so­weit ich das im ba­ckend ver­stan­den ha­be.

Als zwei­ten Schritt müss­te man sei­ne Freunde und Aspekte bei Diaspora ab­fra­gen kön­nen, um Dateien mit ih­nen sha­ren zu kön­nen. Die Prüfung der Freihabe beim Abruf könn­te dann wie­der über die OpenID-Funktionen lau­fen.

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Kommentare

Kai Breker

Die Tatsache, dass Google Reader ein­ge­stellt wird und auch mein mitt­ler­wei­le knapp wer­den­der Speicherplatz (1/3 ist be­legt ;-)) in der Dropbox bringt mi­ch wie­der zu den Gedanken, auf own­Cloud zu set­zen.

Nun le­se ich bei Caschy in den Kommentaren viel Kritik:

http://stadt-bremerhaven.de/owncloud-5-veroeffentlicht-neue-oberflaeche-und-bald-ein-eigener-rss-reader/

Kannst Du die be­schrie­be­nen Probleme bei der Geschwindigkeit und der Synchronisierung be­stä­ti­gen?

Steffen Voß

Keine Probleme. Es ist halt nicht su­per schnell – aber okay. Vielleicht will­st Du Dir mei­nen Download-Ordner an­schau­en: http://kfrng.de/downloads Da ist nicht viel drin, aber ein biss­chen kann­st Du viel­leicht aus­pro­bie­ren, wie es si­ch an­fühlt.

dos

Ich ha­be von ei­ni­gen Leuten auch ge­hört, dass der Einsatz von MySQL ei­ne deut­li­ch bes­se­re Performance als SQLite bringt.

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