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GPL: Freies Tablet scheitert an chinesischen Herstellern

Foto: codswollop / photocase.com

Einen Tablet-PC, der komplett mit freier Software läuft, wollte der Pole Tomasz Sterna herstellen. 300 Euro sollte so ein Gerät kosten und aus Betriebssystem sollten Meamo, Meego oder Android benutzt werden können. Doch wie golem berichtet fand Sterna keinen Tablet-Hersteller in ganz China, der bereit war seine Kernel-Sourcen freizugeben – obwohl sie laut GPL dazu verpflichtet sind.

Hardware ist oft das Hauptproblem bei Community-Projekten – zumindest dann, wenn sie nicht mit Standard-PC-Komponenten auskommen. Ein Tablet, an dem man nach Herzenslust herumbasteln kann, ist so ein Projekt. Einen Hersteller zu finden, ist nicht leicht, wenn man kein bekannter, großer Auftraggeber ist. Und so hat auch gleich der erste Hersteller versucht, Sterna unter Druck zu setzen:

Nachdem er sich auf der sicheren Seite wähnte, machte er seinen Plan öffentlich: Wenn 250 Vorbestellungen vorlägen, würde er den Auftrag erteilen und die Geräte dann für 300,- EUR ausliefern.

Erst jetzt stellte der Hersteller in China neue Forderungen: Sterne solle einen Vorschuss bezahlen, der erst verrechnet würde, wenn ganze 10.000 Geräte verkauft seien – reichlich illusorisch für ein Community-Projekt.

Aber auch keiner  der anderen chinesischen Hersteller war bereit, das Geräte herzustellen, wenn sie dann der Community die Kernel-Sourcen freigeben müssten. Damit verstoßen diese Firmen klar gegen die Lizenzbestimmungen der GNU Public Licence (GPL) unter denen das originale Linux-Kernel steht, von dem sich ihre Software ableitet.

Während andere Firmen eher die Erfahrung machen, dass in China Produkte kopiert werden und inzwischen auch bei der Politik das Problem mit der Produktpiraterie bekannt ist, sieht es für die Durchsetzung der GPL wohl eher düster aus. Sterna macht sich entsprechend auch wenig Hoffungen und verlegt sich zunächst auf die Weiterentwicklung des Betriebssystems.

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