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Flickr: Innovation lässt auf sich warten

Foto: Some rights reserved by poolie

Seit einigen Jahren schon bin ich mit meinen Fotos auch bei Flickr. Ich finde den Service solide, seriös und günstig. 25$ pro Jahr bin ich gerne bereit dafür zu bezahlen, dass meine Fotos ordentlich behandelt werden und mir die Rechte erhalten bleiben. Bis auf einige Verbesserungen im Frontend hat sich bei Flickr aber lange nichts mehr getan.

Ende August hat Flickr ein neue Feature präsentiert: „Geofences“ Damit kann man Locations definieren, die automatisch eine bestimmte Sicherheitseinstellung haben: Alle Fotos, die im Umkreis von 100m um meine Wohnung von mir aufgenommen wurden, sollen automatisch nur für mich und meine Familie sichtbar sein. Eine nette Funktion, aber meine Fotos sind ohnehin standardmäßig privat und ich veröffentliche sie nur bei Bedarf. Und sooo großartig ist dieses Feature nicht.

Vor einigen Monaten hat Flickr einmal die komplette Oberfläche überarbeitet. Und ich muss sagen, dass das sehr subtil gemacht wurde: Die neue Oberfläche unterscheidet sich nicht wesentlich von der alten, die Funktionen wurden aber besser angeordnet und selbst verbessert.

Mir fehlen aber einige Feature und seit ich dort Kunde bin, hat sich Flickr nicht in Richtung neuer Feature entwickelt. Bei knapp 16000 Fotos brauch ich technische Hilfe:

  1. Ich kann nicht einfach auf Fotos aus einer bestimmten Zeit zugreifen. Bei meinem Desktop-Tool Shotwell werden alle Fotos chronologisch sortiert und in Ordnern für Jahren, Monate und Tage gesammelt. Wenn ich weiß, dass ein Foto aus dem Herbst 2009 stammen müsste, kann ich es schnell finden.
  2. Schon länger kann man Fotos bei Flickr „geotaggen“ – ich kann auf einer Karte festlegen, wo ein Foto aufgenommen wurde. Ich kann hinterher aber nicht ordentlich alle Fotos von mir heraussuchen, die in einer bestimmten Gegend aufgenommen wurden. Viele meiner Fotos sind aus Kiel und aus meinen Stadtteil. Der Kartenausschnitt in der größten Zoomstufe ist immer noch so groß, dass nicht alle Fotos gefunden werden – und anzeigen kann man sie auch nicht vernünftig.
  3. Picasa kann seit längerem schon Gesichter erkennen und hilft dabei, Fotos von bestimmten Personen wiederzufinden. Ich möchte ungern, dass so ein Feature öffentlich verfügbar ist, aber intern – für mich – hätte ich das gerne auch in Flickr.
  4. Wenn man Gesichter erkennen kann, müsste es doch auch möglich sein, andere Dinge zu erkennen. Google Goggles erkennt alles Mögliche. Ich fänd es sehr hilfreich, wenn es ein Tool in Flickr gäbe, das beim Taggen unterstützt und Tags vorschlägt. Es müsste doch zumindest mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit möglich sein, Naturfotos von Autos und Autos von Menschen zu unterscheiden.

Es wäre gut, wenn ein Fotodienst wie Flickr es den Kunden so einfach wie möglich macht, Fotos zu sortieren und wiederzufinden. Am Schönsten wäre natürlich eine Open Source Galerie mit solchen Features. Aber wenn Coppermine und Menalto Gallery das beste ist, was Open Source zu bieten hat, werde ich leider noch eine Zeit bei Flickr bleiben. Es könnte aber sein, dass aus Richtung Ubuntu One, Sparkleshare oder ownCloud interessante neue Ansätze kommen.

Foto:  Some rights reserved by poolie

Pingbacks

  1. Marissa Meyer: Mach Flickr bitte wieder toll!

Kommentare

Christoph

Die Oberfläche wur­de mal über­ar­bei­tet? Wow, das war so sub­til, dass ich es nicht ge­merkt ha­be.

Gesichtserkennung möch­te ich gar nicht. Die Daten wer­den nach­her an das Bild ge­taggt (Exif oder an­de­re Formate) und der Fotograf, der es ur­spüng­li­ch gut mein­te, ver­schickt dann ir­gend­wann un­be­wusst ge­tagg­te Bilder. 

Flickr ist so­li­de, stimmt. Aber in der Tat fehlt es an Innovation und Esprit. Andere Dienste wie 500px & Co. ho­len auf. Noch hal­te ich aber die Stange 🙂

C.

lightonflux

Naja ich glau­be ja nicht das si­ch Owncloud für das ver­öf­fent­li­chen von Fotos ei­ge­nen wird. Zumd. nicht mit dem jet­zi­gen Anspruch, aber vllt fin­det si­ch jmd der mal ein schö­nes und mäch­ti­ges Plugin da­zu schreibt.

BTW: Ich bin mir nicht si­cher ob Picasa das für die Gesichtserkennung auch nutzt, da Google ja neu­li­ch ein biometrik-Unternehmen ge­kauft hat, aber OpenCV kann das Gesichtserkennen über­neh­men (OpenSource).
Nur falls du dir mal de­in ei­ge­nes Programm bau­en will­st 😉

Steffen

@Christoph: Ja, tat­säch­li­ch – Flickr hat vor ein paar Monaten mal die Oberfläche über­holt. Man konn­te da ei­ne zeit­lang no­ch hin und her wech­seln. Aber die prin­zi­pi­el­le Aufteilung ist ge­blie­ben: Oben das Menü, links das Foto, rechts Optionen zum Foto. Die ha­ben vor al­lem Funktionen zu­sam­men ge­scho­ben, die gut zu­sam­men pas­sen: Datum und Uhrzeit sind jetzt zu­sam­men mit dem Ort auf der Karte. Alle Aktionen sind in ei­nem Menü und es gibt ein wei­te­res Menü zum Sharen. Außerdem ist die Lightbox bes­ser und bes­ser in­te­griert und man kann sie mit Tastenkürzeln steu­ern.

Gesichtserkennung müss­te or­dent­li­ch ge­macht wer­den. Man kann ja viel­leicht ein­stel­len, wo die Daten ge­spei­chert wer­den – im EXIF oder nur in der Datenbank.

Simon

Also das mit dem Zeitraum geht bei mir. Ich kann rechts ne­ben un­ter mei­nem Namen auf das Datum kli­cken und lan­de dann im Archiv, wo ich vom Tag zu den Monaten und Jahren na­vi­gie­ren kann. Zudem gibt es dort ei­nen Kalender.

Von dort kom­me ich auch zur Weltkarte, die ich doch sehr hoch­auf­lö­send fin­de.

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