kaffeeringe.de

Linux: Mein idealer MP3-Player

Foto: s i m o n | s t o c k / photocase.com

Für keine andere Anwendung gibt es so viele Lösungen in in de Ubuntu-Repositories wie für das Abspielen von MP3s. Fest integriert ist Banshee und auch Totem spielt auf Wunsch MP3s ab. Es gibt aber auch noch weitere Konkurrenten, die über nette Features verfügen. Allen zusammen würden meinen idealen MP3-Player ergeben.

Zunächst einmal ist Banshee 2 eine ordentliche Medienverwaltung und ein Spieler, der inzwischen neben Audio-Formaten auch Videos abspielen kann. Verschiedene Shops sind gut integriert und das Auslesen auch vieler CDs ist so praktisch, wie es gehen kann. Einziger Kritikpunkt hier ist, der Umgang mit CDs, die nicht bei MusicBrainz gefunden werden. Diese freie CD-Datenbank ist zum Beispiel bei dem CD-Ripper Brasero so integriert, dass man neue CDs einfach nachpflegen kann. So hat auch die Community etwas von der Handarbeit.

Ein echter Schwachpunkt ist die Performance von Banshee. Meine MP3-Sammlung umfasst mit 16.000 Tracks fast meine komplette CD-Sammlung. Der Start des Programms dauert ziemlich und selbst wenn Banshee schon angezeigt wird, graut das Programm noch einmal für längere Zeit aus. Noch ärgerlicher ist das, da Banshee bei der Suche im Medienverzeichnis gerne mal abstürzt.

In Sachen Performance liegt Guayadeque eindeutlich vorne. Das Programm startet in 3-5 Sekunden und ist dann voll da. Suchen gehen quasi ohne Zeitverzögerung. Guayadeque sieht ein wenig karg aus, es verfügt aber über alle Funktionen, die eine MP3-Verwaltung braucht. Und es hat zum Beispiel sogar eine umfangreich konfigurierbare Überblendfunktion und eine ganz ordentlich arbeitende automatische Playlist.

Die Tracks, die Guayadeque vorschlägt, passen tatsächlich ganz ordentlich zusammen. Bei Banshee kann man eine angeblich entsprechende Funktion mit dem Mirage-Plugin nachrüsten. Wer aber der Meinung ist, dass dort die ausgewählten Songs irgendwas mit einander zu tun haben, gehört geschlagen. Die beste automatische Playlisten-Funktion gibt es für Songbird: Smarty Pants heißt das Plugin, dass unglaublich gute Tracklists erzeugt.

Nachdem das offizielle Songbird-Team die Linux-Version von Songbird zwischenzeitlich eingestellt hat, fand sind sich ein Team zusammen, dass sich jetzt wieder darum kümmert. Sehr löblich. Vorrangiges Ziel des Teams sollte sein, die Performance in den Griff zu kriegen. Wer hier in einer größeren Medienbibliothek sucht, kann sich erst einmal einen Kaffee holen.

Mein idealer MP3-Player hat folglich die vielen Funktionen für MP3s, Videos, Internetradio, Podcasts, Shops, externe Geräte und CDs wie Banshee, die Performance und das Überblendsystem von Guayadeque und die automatischen Playlists von Songbird. Außerdem würde es nie abstürzen. Meinen idealen MP3-Player gibt es noch nicht.

Links

Foto: s i m o n | s t o c k / photocase.com

Kommentare

Alex

Mein Tipp ist Rhythmbox, mit dem bin ich zu­min­dest sehr zu­frie­den. Mit Banshee und Songbird konn­te ich mi­ch bis jetzt no­ch nie so rich­tig an­freun­den.

vinz

Ich kann Quod Libet emp­feh­len. Sehr schlank und fle­xi­bel dank Plugins.

Amaro(c)ker

Amarok ist de­fi­ni­tiv ei­nen Blick wert!

Sebastian Schack

Hab ich al­les. Heißt iTu­nes. 🙂

In mei­ner Linux-Zeit war ich aber auch amaroK-User. Die ha­ben dann aber ir­gend­wann das UI um­ge­schmis­sen und ich per­sön­li­ch fand’s da­na­ch re­la­tiv un­brauch­bar. Vermutlich ge­ra­de weil ama­roK vor­her schon so et­was wie ein iTunes-Clone war…
Wie ama­roK heu­te ist, weiß ich nicht – hab das seit be­stimmt drei Jahren nicht mehr ge­se­hen…

Steffen

Stimmt. Amarok gibt’s ja auch no­ch. Da muss ich mi­ch aber Sebastian an­schlie­ßen: Amarok 1.4 ha­be ich sehr ger­ne be­nutzt. Amarok 2.0 hat dann aber al­les über Bord ge­schmis­sen, was mal gut war. Mag sein, dass die si­ch in­zwi­schen wie­der sor­tiert ha­ben… Ich weiß auch, dass Amarok 1.4 als Clementine wei­ter­ent­wi­ckelt wird. Im Vergleich zu Banshee oder gar Songbird wirkt das aber sehr alt­ba­cken.

Quod Libet schau ich mir mal an. Das wirkt aber auch re­la­tiv re­du­ziert, oder?

Luca

Quod Libet muss ich mir auch mal an­schau­en, aber die Playlist-Verwaltung ge­fällt mir nicht so. Bin der­zeit eher ge­neigt, gua­ya­de­que wei­ter­zu­ent­wi­ckeln, wenn ich mal wie­der Zeit ha­be.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Möchtest Du benachrichtigt werden, wenn Dir hier jemand antwortet?