Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Medienwandel : Sofortkultur – nicht Kostenloskultur

TimToppik / photocase.com

Steffen Voß

Bei DRadio Wissen bin ich neulich über einen Begriff von „wirres„-Blogger Felix Schwenzel gestolpert: „Sofortkultur“ – Er stellt ihn der „Kostenloskultur“ gegenüber, mit der oft von Contentanbietern beklagt wird, dass die Menschen im Internet für Content nicht bezahlen. Ich finde „Sofortkultur“ kann das Phänomen viel besser beschreiben und bietet einen besseren Schlüssel zum Verständnis des Problems und möglicher Lösungen.

Felix Schwenzel beschreibt, dass die meisten Leute nicht unbedingt darauf aus sind, Filme und Musik kostenlos zu bekommen. Sie möchten sie nur in einem bestimmten Moment haben und das so schnell wie möglich. kino.to war so eine Antwort auf diese Nachfrage: Ohne Login, Warenkorb oder Rechnungsadresse konnte man viele aktuelle Filme und Serien sehen. Sofort.

Nervig ist natürlich, wenn man sich schon damit anfreundet auf DVDs mehrere Tage zu warten und wenn man dann beim Online-Händler danach sucht, feststellen muss, dass es die DVDs noch gar nicht gibt. Nervig ist auch, wenn man sich vielleicht sogar für einen einzigen Kauf irgendwo wieder neu registrieren muss.

Immer häufiger aber sind legale Kaufmöglichkeiten in unsere Geräte integriert: Apple-Geräte haben ihr iTunes, Android hat seinen Marketplace und sogar beim Ubuntu Linux gibt es den Ubuntu One Music Store. Hier registriert man sich nur einmal und die Bezahlung läuft nach dem ersten Kauf fast unbemerkt. Und bei Fernsehlösungen wie Vodafone-TV oder Entertain von der Telekom sitzt die Bezahllösung in der Fernbedienung.

Diese Lösungen werden mit der Zeit immer besser und umfangreicher werden. Zusätzlich ermöglichen Angebote wie Apples iTunes Match, auch Inhalte aus anderen Quellen zu legalisieren. So könnte es einfach genug sein, schnell und legal an Filme, eBooks und Musik zu kommen und die Urheber zu entlohnen.

Schwieriger wird es für Zeitungen sein. Sofortkultur ist eher eine Unterhaltungskultur.

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