Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

kino.to : Geld verdienen mit fremder Arbeit

almogon / photocase.com

Steffen Voß

Letzte Woche wurde das illegale Filmportal kino.to dichtgemacht und bundesweit Verdächtige festgenommen, die das Portal betrieben haben sollen. Die Reaktionen darauf waren zum Teil recht merkwürdig. Die Piraten haben sich sogar offiziell mit den Betreibern solidarisiert. Ich finde, es gibt einen Unterschied zwischen dem Gelegenheits-Downloader und Leuten, die mit fremder Leute Arbeit viel Geld machen.

Johnny Haeusler beschreibt es recht gut: Sicher ist die Filmindustrie kein Wohlfahrtsverein, bei dem das ganze Geld bei den Künstlern landet. Und sicher hätte sie sich intensiver um eine zeitgemäße Online-Vermarktung kümmern können.

Bei kino.to sieht aber niemand der Beteiligten Geld. Und das können nicht einmal die verrücktesten Urheberrechtsgegner wollen. Filme und Serien zu drehen kostet eine Menge Geld – und das kann man nicht über Merchandising reinkriegen. Live-Auftritte sind in diesem Bereich auch schwierig. Obwohl: „LOST – Das Musical“ – ich würd’s mir angucken!

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Foto: almogon / photocase.com

Kommentare

stephan dirks
stephan dirks:

Das was die Betreiber und vor allem die Uploader auf der einen Seite tun ist natürlich auch rechtlich von anderer Qualität, als das pure Downloaden bzw. etwas neutraler formuliert: „Nutzen“ der Plattform. Ob das überhaupt gegen urheberrechtliche Vorschriften verstößt, ist zumindest fraglich (bei uns gibts auch nen kurzen Text dazu: http://www.sdplegal.de/Aktuelles/2011/6/10/kinoto–Nutzer-im-Visier-von-Rechteinhabern-und-Staatsanwaltschaft/) . Es sieht deswegen erst einmal nicht so aus, als würden dort nun massenweise „die kleinen gehängt“, und das sehen auch die meisten ernst zu nehmenden Kollegen so.

Was die „Debatte“ um ein neues Urheberrecht angeht – die wird mE aus bestimmten Richtungen oftmals mit der Grundhaltung geführt, dass erlaubt sein muss, was möglich ist. Wie du richtig sagst, wird es auf diese Weise aber keinen sachgerechten Interessenausgleich zwischen Urhebern, „Contentindustrie“ und Nutzern/Konsumenten geben.

13.6.2011 um 08:08

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