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Wutvögel: 42 Mio Dollar für Angry Birds

kaffeeringe.de » 42 Mio Dollar für Angry Birds

Wie das t3n Magazin berichtet, bekommen die Erfinder von „Angry Birds“ 42 Mio US-Dollar Risikokapital. Nur zur Erinnerung: Angry Birds ist ein einfaches Spielchen für Smartphones, bei dem man Level für Level mit Vögeln auf Häuser schießt. Das einfache Spielprinzip begeistert so viele Fans, wie einst das arme Moorhuhn. Ist das der Beweis dafür, dass man mit Vögeln reich werden kann, oder dafür, dass die Finanzbranche schon wieder nicht mehr weiß, wo sie ihr Geld noch nachhaltig anlegen kann?

Manche behaupten, es handele sich bei den Angry Birds um ein neokonservatives Propagandaspiel der amerikanischen Teaparty-Bewegung. Immerhin wird in jedem Level ausschließlich von links geschossen und das Ziel ist es, alles kaputt zu machen. Doch das würde bedeuten, dass die Konservativen passive, grüne Schweine wären. Die Interpretation funktioniert also nicht. Vielmehr ist Angry Birds so etwas wie Moorhuhn 2011.

Ist es aber überinterpretiert, wenn man sich fragt, wie lange sich so eine Spielidee ausreitzen lässt? Es hat zwar bis heute 35 Varianten des ursprünglichen Moorhuhn Spiels gegeben. Ob da aber die Summen bei herausgekommen sind, die eine 42$ Mio Dollar Risikoinvestor zufrieden stellen würde, finde ich fraglich.

Ich habe ja neulich schon über die wachsende Blase im Zusammenhang mit dem Mondwert von Facebook geschrieben. Ein Hamburger Unternehmer erzählte neulich auf einer Veranstaltung im Betahaus, dass seine 700 Mitarbeiter Firma noch einmal 700 Leute einstellen würden, wenn sie welche fände. Youtube steigert seine Mitarbeiterzahlen um 30% – weltweit stellt Google sogar 6000 neue Leute ein.

Keven Lin stellt in seinem Blog die Frage, ob wir uns in einer neuen Blase befinden und er analysiert empirische Daten:

„The first dot-com bubble happened around late 1990’s to 2000, and the poster child for the bubble is pets.com. If there is another bubble, we would expect to see more startups with ridiculous ideas such as location-based pet messaging app to receive significant rounds of funding or major acquisitions. As a consequence, if there is a bubble, we would see an exponentially increase in number of startups and investments.“

Auf Basis seiner Annahme kommt er zwar zu dem Schluss, dass es keine Blase sein muss, sondern einfach eine wirklich gute Zeit für Startups sein könnte. Ich finde das Investment in Angry Birds aber eine hinreichend „ridiculous idea“ – dieser Deal war Kevin Lin aber noch gar nicht bekannt, als er den Artikel schrieb…

Foto: Some rights reserved by Iain Tait

Kommentare

Mathias

Nun,ich will nicht sagen, dass Du und Lin sich komplett irren, aber:

Schauen wir einfach mal die Firma Zynga an, die auf Facebook mit Cittyvile, Farmville, Mafiawars und anderen, riesige Gewinne einfährt. Im Prinzip ist AngryBirds von Rovio nichts anderes, hier fehlt nur noch der soziale Gedanke im Spiel, der jedoch bereits mit einer Veröffentlichung auf Facebook in Kürze (Mai) bereits in Umsetzung ist.

Die Gewinne hier liegen jeseits von 100 Mio bei Zynga, da scheint ein Invest von 42Mio nicht gänzlich falsch zu sein…

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