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Netzkultur: Ein Plädoyer fürs eigene Blog

complize / photocase.com

Tim Schlotfeldt hat sich Gedanken über das Bloggen gemacht. Zugegeben, das Thema Blogging war mal heißer – Aber dann kamen Twitter und Facebook. Tim sagt: „Is Blogging Dead? Of Course Not!“ Und er liefert gute Gründe: Offenheit und Autonomie.

Wer sein eigenes Blog betreibt bleibt Herr seiner eigenen Inhalte. Es hängt nicht vom Geschäftsmodell eines Anbieters ab, ob und wie meine Arbeit weiterverwendet werden kann. Meine Inhalte liegen in meiner Datenbank und ich kann sie in beliebiger Form ausgeben. Im Moment machen ich das als HTML und als RSS – Formate, die offen spezifiziert sind. Dadurch kann ich – oder jeder Andere – sie in beliebiger Form weiterverwenden.

Ich kann eine der URLs meiner Artikel nehmen und sie bei Twitter veröffentlichen oder bei Facebook. Und das wird auch bei jedem Nachfolger von Twitter uns Facebook so sein. (Es sei denn Apple denkt sich noch etwas in der Richtung aus)

Die Facebook Falle

Probiert das mal mit Euren Beiträge bei Facebook! Ich kann dort alte Beiträge nicht einmal ordentlich wiederfinden. Wie oft habe ich interessante Links nur dort geteilt, fünf Minuten lang „likes“ bekommen um ihnen dann beim Verschwinden im allgemeinen Strom der Informationen zuzusehen? Wie oft fiel mir später ein, dass ich da doch mal einen interessanten Artikel hatte? Facebook hat den Link in seiner Datenbank, weiß wer den geteilt, geliket und kommentiert hat und liefert entsprechend seine Werbung aus. Als Benutzer gibt es fast keinen Weg ihn wiederzufinden.

Weiterentwicklung des Blogs

Im Prinzip ist Facebook ein Web im Web. Eigentlich sollten sich doch die Menschen per World Wide Web vernetzen. Jeder kann dort einen Account in Form eines Webspaces bekommen. Auf diesem Account kann man machen was man will und man kann sich beliebig eng oder locker mit anderen Menschen verbinden.

Facebook bietet das im Kleinen an. Die Schwelle ist niedriger, weil das eigene Profil schneller gut aussieht als das durchschnittliche Blog. Dazu kommt, dass man sich schneller in Facebook zusammenfindet. Statt mühsam nach gleichgesinnten Blogs suchen zu müssen, werden mir schon bei der Anmeldung bei Facebook Leute vorgeschlagen, die ich tatsächlich kenne.

Blogging sollte mehr so gehen wie Facebook und Tumble-Blogs wie Tumblr oder Soup machen das auch schon so. Dort hat man eine einheitliche Oberfläche, in der man Fotos, Videos oder Zitate aber auch klassische Blogsposts einstellen kann. Es gibt ein Benutzerverzeichnis über das man die Beiträge Andere einfach abonnieren kann.

Ich habe aber noch keine freie Blogsoftware gesehen, die so etwas macht – Ein derartiges Content Management nicht und schon gar nicht eine einfache „Folgen“-Funktion. Die müsste dezentral sein und auf RSS basieren.

Bloggen hat noch einiges an Potential. Und ich hoffe, dass sich die Leute nicht auf Dauer mit Facebook abspeisen lassen, sondern auch die großartigen, bunten Weiten des freien Netzes selbst erkunden wollen.

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Foto: complize / photocase.com

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