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Offene Hardware: Freiheit macht echte Innovation erst möglich

AlexFlint / photocase.com

Immer dann, wenn Hardware frei verfügbar ist, bildet sich eine begeisterte Entwickler-Community darum, die auch noch das letzte aus den Bauteilen herausholt – mehr als sich die Hersteller jemals vorgestellt haben. Mehr sogar als sie oft eigentlich wollten.

OpenWRT

Bis 2003 waren WLAN-Router geschlossene Kisten, bei denen man mit den Funktionen leben musste, die ein Hersteller in der Software implementiert hatte. Dann fand man heraus, dass auf einem Gerät ein Linux benutzt wurde. Linux steht unter der freien Lizenz GPL. Nach der GPL kann man die Software verändern und weitergeben – dann muss man aber die neuen Programmtexte veröffentlichen. Per Gericht wurde dieses Recht durchgesetzt.

Nun war klar, wie diese Geräte funktionierten und die Software wurde von von einer eigenen Community unabhängig vom Hersteller weiterentwickelt – Zu OpenWRT. Mittlerweile funktioniert OpenWRT auf einer ganzen Reihe WLAN-Router und die Software macht viele Funktionen benutzbar, die zwar immer schon in der Hardware angelegt aber in der Software nicht konfigurierbar waren.

Ein Beispiel dafür ist die Funktion, sich in ein Mesh-Netzwerk einzuhängen, wie es als Freifunk in Berlin ganze Stadtteile ins Internet bringen.

Microsoft Kinect

Microsoft ist nicht gerade bekannt als Herde von Software-Freedom-Evangelisten. Doch der Erfolg ihres aktuellsten Projektes hat sie selbst überrascht: Kinect ist ein Gerät, dass man an die XBox 360 anschließen kann, um Spiele alleine durch Körperbewegung zu steuern. Durch den Standard-USB-Anschluss lässt es sich aber auch an jedem beliebigen PC anschließen.

Das brachte einige Leute auf die Idee, einen eigenen Treiber zu entwickeln, um die Kinect auch unter Linux und Windows benutzen zu können. Kaum ein paar Tage nach Erscheinen der Hardware, waren er fertig. Seither erscheinen ständig neue Anwendungen. Forscher an der Universität in Berkeley haben zum Beispiel eine Kinect auf eine Flugdrone gebaut, die dadurch dynamisch Hindernissen ausweichen kann.

Mittlerweile hat Microsoft das Potential erkannt und stellt ein kostenloses Entwicklerpaket zur Verfügung.

Arduino

Arduino ist eine Hardware-Projekt, das von Anfang an offen geplant war. Arduino ist ein Mikrocontroller, den man im Baukastensystem um Funktionen wie LAN, WLAN, GPS oder Sensoren erweitern kann. Mit einem Entwicklertool kann man den Arduino programmieren.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl Projekte, die oft im Internet gut dokumentiert sind. Per Feuchtigkeitsmesser lässt sich die Blume damit automatisch gießen, es gibt einen Schlafphasenanalysator und manchmal twittert der Arduino auch nur, wenn der Kaffee fertig ist.

Wer sich für Arduino interessiert, sollte sich die knapp 30-Minute Dokumentation bei Vimeo anschauen.

Es entstehen unglaublich spannende Sachen, wenn man den Menschen ermöglicht, Hardware auszuprobieren, auszureizen und umzufunktionieren, um dabei zu lernen. Leider sind viele Hardwarehersteller sehr restriktiv mit ihren Produkten. Oft steckt die Angst dahinter, das Produkt könnte für die Probleme verantwortlich gemacht werden, die durch das Basteln entstehen.

Ich bin deswegen auch ein Fan von Standard-PCs – Hier funktioniert das  im Prinzip schon immer so: Ob ich auf einem PC Windows, Linux oder sonst etwas betreibe, ob ich damit im Internet surfe, eine WebCam betreibe oder ein Internetradio, wird von den Herstellern nicht vordefiniert. Begrenzt werden die Möglichkeiten nur von meiner Fantasie und meinen technischen Fähigkeiten. 

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Foto: AlexFlint / photocase.com

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