kaffeeringe.de

Social Bookmarks: Yahoo dreht Delicious den Hahn ab [Update]

Foto: dwmd. / photocase.com

Nach Informationen des amerikanischen Tech-Blogs Techcrunch hat Yahoo vor, den Social Bookmarking Dienst Delicious abzuschalten. Aktuell werden Projekte, die nicht zum Kernbereich von Yahoo gehören auf den Prüfstand gestellt. Delicious scheint das prominenteste Opfer zu sein. Seit Mitte 2008 habe ich selbst Delicious genutzt und inzwischen echt lieb gewonnen. Mal sehen, wie es weiter geht.

Am 4. Juni 2008 habe ich zunächst testweise angefangen, meine Bookmarks bei Delicious zu speichern. Das passende Firefox-Plugin hat es einfach gemacht, die Bookmarks verfügbar zu machen. Egal an welchem Rechner – ich konnte auf meine Lesezeichen zugreifen.

Später kamen andere Anwendungen dazu: Hier auf kaffeeringe.de habe ich den RSS-Feed benutzt, um schnell kurze Linktipps zu veröffentlichen. Für ein Tutorium an der Wirtschaftsakademie habe ich den RSS-Feed für ein bestimmtes Tag in die Lernplattform fließen lassen. 

Urgestein des Web 2.0 

Delicious war 2003 unter dem Namen del.icio.us gestartet und gehört damit zu den Urgesteinen des Web2.0. Für viele Plattformen – vom Browser bis zum CMS – gibt es Plugins, die auf die API von Delicious zugreifen. So ist es zum Beispiel mit WordPress oder Serendipity möglich, tägliche Zusammenfassungen der neuen Bookmarks automatisch als neuen Artikel posten zu lassen.

Mit Scuttle oder Pligg gibt Open Source Varianten von Delicious. Kommerzielle Konkurrenten wie zum Beispiel Diigo zeigen, dass sich zum Einen Social Bookmarking weiterentwickelt hat und mehr als eine reine Sammlung von getaggten Lesezeichen bieten muss und dass man zum Anderen wie Geld mit solchen Diensten zu verdienen ist. Diigo bietet seine Basisfunktionen kostenlos und zusätzliche Funktionen in einem gestuften Premium Modell.

Mit Delicious stirbt ein Konzept 

Bastian Karwegs von folkd.com ist bei netzwertig.com der Meinung, dass Social Bookmarking generell stirbt. Links werden demnach ohnehin mehr und mehr bei Twitter und Facebook gepostet, statt sie in gesonderten Diensten zu speichern. Daraus würde früher oder später ein Social Search Dienst. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das tatsächlich die Lücke füllt. Es geht ja nicht um das finden von Dingen, die mich interessieren könnten, weil Freunde und Kollegen sie interessieren. Ich will doch vor allem für mich selbst bestimmte Inhalte wiederfinden können.

Naja, vielleicht ist Delicious noch nicht ganz tot. Bei Twitter kursiert eine Petition für den Erhalt des Dienstes.

[Update 18. Dezember 2010] Yahoo will Delicious offenbar doch nicht schließen, sondern zunächst versuchen, einen Käufer dafür zu finden. Siehe: What’s Next for Delicious?

Foto: dwmd. / photocase.com

Pingbacks

  1. Frühjahrsputz: Google entsorgt den Google Reader

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Möchtest Du benachrichtigt werden, wenn Dir hier jemand antwortet?