Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Netzneutralität : Konzern-Internet auf dem Vormarsch

Foto: FaceMePLS - CC BY 2.0

Steffen Voß

War das Internet mal die Hoffnung darauf, dass jeder dort ein Verleger sein könnte, läuft es jetzt doch darauf hinaus: Die Konzerne produzieren, die Menschen konsumieren. Bei der Telekom und bei Vodafone kann man sich jetzt privilegierten Zugang zu einigen der größten Netz-Angeboten dazu buchen.

Deutschland ist ohnehin schon das Land, in dem die Telekommunikations-Konzerne die allerhöchsten Preise kassieren – nirgendwo in Europa ist mobiles Internet so teuer wie bei uns. Jetzt wollen Telekom und Vodafone noch einmal extra kassieren. Verschiedene Dienste sollen dann nicht mehr auf die mickerigen Flatrates angerechnet werden.

Einseitig profitieren davon die Großen: Amazon, Google, Facebook  – Der Streaming-Dienst für anspruchvollere Filme von Mubi ist zum Beispiel nicht dabei, öffentlich-rechtliche Mediatheken, Podcasts oder Signal als Messenger. Für 5-10€ pro Kategorie gibt es bei Vodafone:

Das Tolle am Internet war doch, dass man sich selbst aussuchen kann, was einem am besten gefällt und nicht irgendwelche großen Gatekeeper. Das war das Konzept der Netzneutralität: Das Netz ist neutral und behandelt alle Dienste gleich.

Bei der Telekom allerdings gibt es den gleichen Quatsch. Da heißt der dann StreamOn. Und weil der Markt im wesentlichen aus zweieinhalb Anbietern besteht, hat der Kunde praktisch keine Wahl…

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