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SelfHTML: HTML-Handbuch wird Wiki

Hypertext Markup Language

Nach einem ersten Anlauf 2006 ist seit dem 14. März 2010 SelfHTML endgültig auf ein Wiki umgestellt worden. Bisher wurde die Referenz für Webentwickler regelmäßig durch eine kleine, ehrenamtliche Redaktion überarbeitet. Doch die Zeiten haben sich geändert – das Web2.0 erreicht SelfHTML.

Als jemand, der seine ersten Internetseiten noch mit dem Notepad schreiben musste, weil es einfach nichts Anderes gab, weiß ich den Service von SelfHTML sehr zu schätzen. Auch heute noch schaue ich immer wieder bei seltener genutzten Tags, vor allem aber bei CSS und JavaScript gerne bei SelfHTML nach.

Als Stefan Münz 1995 SelfHTML startete, war es noch relativ kompliziert, Seiten ins Netzn zu bekommen: Jemand musste sich mit HTML auskennen, um die Seiten überhaupt zu erstellen und man musste bei komplexeren Seiten sehr organisiert vorgehen, damit die Links nicht auf einmal alle ins leere führten. Eine Redaktion und die Veröffentlichung in Form neuer Versionen (aktuell 8.1.2) waren nur logisch.

Mittlerweile aber sind die Web-Tools soweit entwickelt, dass diese Form nicht mehr zwingend ist und die Wikipedia hat bewiesen, dass auch ein offenes Wiki sehr effektiv sein kann. Auch in der Wikipedia gibt es natürlich Leute, die mehr aufpassen als andere, die über „ihren“ Bereich einen Überblick behalten und organisieren. Inhalte kann aber jeder eingeben, aktualisieren und verbessern.

Von diesem Ansatz will jetzt auch SelfHTML profitieren und startete vor einige Tagen ein Wiki unter wiki.selfhtml.org. Bisher ist noch nicht viel Inhalt zu sehen – solange das Wiki die statische Doku nicht ersetzen kann, soll sie weiter betrieben werden. Dann soll nach und nach auf das Wiki verwiesen werden.

SelfHTML sucht Hilfe

Ein Wiki lebt vom Mitmachen und so ruft das Team auf:

„Ohne eure Hilfe jedoch bleibt das Wiki das, was es derzeit ist: Ein fast leeres Grundgerüst. Daher suchen wir ab sofort Autoren! Mitmachen ist ganz einfach: Auf die Seite des SELFHTML-Wiki gehen, Benutzerkonto anlegen und losschreiben“

Ich freue mich auf ein neues Leben für SelfHTML und werde sicher auch hier und da mal etwas beitragen, wenn ich über etwas stolpere. SelfHTML insgesamt hat aber das Problem, dass es heute nicht mehr so wichtig ist, HTML zu lernen. War es zu Anfangszeiten des WWW noch unerlässlich, HTML zu können, um überhaupt etwas veröffentlichen zu können, kann man heute schnell auch so loslegen: WordPress.com, Twitter, Tumblr, Facebook & Co. machen es kinderleicht. Selbst wer sich sein CMS noch selbst installiert muss dazu kein HTML mehr können.

Abbildung: Eigener Screenshot [CC-by]

Kommentare

Swen Wacker

Weil Facebook nicht je­der­mann zu­gäng­li­ch ist, cross­pos­te ich mei­ne Antwort hier hin. Zudem ge­hör­te mei­ne Antwort eh eher hier­hin als dort­hin.

Der Oberamtsrat in mir kann nicht ver­knei­fen, dar­auf hin­zu­wei­sen, dass es SELFHTML (al­so nur Großbuchstaben) heißt 🙂 

Ich bin mir si­cher, dass dem zwei­ten Versuch mehr Erfolg ver­gönnt sein wird, als dem ers­ten; so­weit ich das über­bli­cke, ist die 2006-Front (http://www.heise.de/newsticker/meldung/SelfHTML-als-Wiki-119460.html), die u.a. zum Scheitern führ­te, nicht mehr vor­han­den.

Die mo­men­ta­ne Leere der Referenz fin­de ich üb­ri­gens gut und ziel­füh­rend. Nach der lan­gen Zeit des Brachliegens des Projektes ist es m.E. sinn­vol­ler, in ei­nem be­wuss­ten Akt Teile aus der „al­ten“ Referenz zu über­tra­gen – oder eben nicht-zu-übertragen. Die Alternative (die al­te Doku in das Wiki zu kip­pen) hät­te nach mei­nem Gefühl zu schnell ei­ne fal­sche „Ehrfurcht“ vor dem be­stehen­den Text aus­lö­sen bzw. ei­ner (nicht nur Blick auf HTML5) not­wen­di­gen Neuformulierung im Weg ste­hen kön­nen.

Ich tei­le Deine Sicht der Dinge hin­sicht­li­ch der ge­än­der­ten Adressaten der Doku. Als Stefan die Doku schrieb (und auch no­ch wäh­rend der Zeit mei­ner Mitarbeit am Projekt) war HTML zwin­gend not­wen­dig, um dem Anspruch „Everyone’s a pu­blis­her“ ver­wirk­li­chen zu kön­nen. Mittlerweile ist das durch WordPress und Co. an­ders (wenn auch nicht: ein­fa­cher) ge­wor­den. Und das ist auch gut so. Die Webkompetenz (nicht um­son­st heißt Stefan Münz’neues Projekt so) ist nicht mehr un­mit­tel­bar mit der Kenntnis von HTML und Co ver­knüpft son­dern greift auf an­de­rer Ebene. Gleichwohl gibt es, nun aber wohl in ei­nem pro­fes­sio­nel­le­ren Kontext, die Notwendigkeit, die­se Sprachen und Techniken zu _beherrschen_. Das kann und wird das nun wirk­li­ch sehr ei­gen­tüm­li­che und ge­wöh­nungs­be­dürf­ti­ge SELFHTML-Forum nie kom­plett ab­bil­den. Weshalb ei­ne HTML und Co.-Referenz auch in Zukunft ih­re Leser ha­ben wird.

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