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Medien: Die iPad-Falle

designritter / photocase.com

Noch im März sollen die ersten iPads ausgeliefert werden: Der große Bruder des iPhones wird schon jetzt von einigen für den Retter des klassischen Journalismus gehalten. Die neue Allianz mit Apple könnten sich aber schnell als Phyrrussieg herausstellen.

Apple ist eine Computerfirma, die Ende der 90er vor allem deswegen schon einmal fast tot war, weil sie dafür berüchtigt war, dass man an ihre Computer keine normalen Drucker anschließen konnte – Apple war der Meinung, ein eigener Anschluss wäre der richtige Weg, den Kunden nicht nur die eigenen Rechner, sondern auch gleich noch die eigenen Drucker aufdrücken zu können.

Genau diese Firma lebt in den letzten Jahren sehr gut davon, dass sie ein geschlossenes System von MP3-Playern, Mobiltelefonen, Betriebssystem und Online-Musikhandel betreibt. Ohne iTunes bekommt man keine Musik auf den iPod und ohne App-Store keine Anwendungen auf das iPhone. Was es im iTunes-Store gibt, wird natürlich von Apple kontrolliert. So fliegt allzu Freizügiges gerne mal raus.

Ende Januar hat Steve Jobs jetzt mit dem iPad das neue Pferd im Apple-Stall vorgestellt und Magazine wie „Wired“ feiern die neuen Möglichkeiten. Andrew Nachison von WeMedia aber warnt davor den Vertrieb komplett an Apple abzugeben:

„This leads to some practical and ethical questions for media companies – and for journalists who work for them. If news companies become business partners with Apple, and they see a strong business interest both in the iPad’s success and the App Store’s approach to content distribution, you have to wonder:

  • How far will newspaper and magazine publishers go to keep Apple happy?
  • How far will Apple go to keep its publisher business partners happy?“ 

Bisher hatten die Verlage den gesamten Vertriebsweg selbst in der Hand – wenn sie sich komplett überflüssig machen und ihre Inhalte der Willkür eines einzigen Anbieters überlassen, wäre das katastrophal.

Zur Zeit lässt sich eine Konzentration viele Internetangebote auf wenige Anbieter beobachten: Jeder ist bei Facebook, jeder sucht bei Google und iTunes ist der Inbegriff für den Media-Store. Wer weiß schon, wer der zweitgrößte in jeder Kategorie ist?

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Foto: designritter / photocase.com

Kommentare

Sebs

Es ist ein Witz wie die Landschaft der deut­schen Verleger auf das Ipad war­tet. Das er­in­nert mi­ch an ei­ne Herde Gnus die dar­auf war­ten das die nächs­te Löwenbande kommt und si­ch an ih­nen satt isst.
Den Vertriebsweg ab­zu­ge­ben wird vie­le Umsätze kos­ten und vie­le Arbeitsplätze. Und das al­les nur weil kei­ne Fähigkeit zur Innovation da ist. trau­rig, aber toll fu­er Stevie. Der be­kommt noch­mal 25 mil­li­ar­den in die Spasskasse. Zuerst ha­ben ihn die tel­cos sub­ven­tio­niert und jetzt die Verlage. Das kei­ner das Schema er­kennt?

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