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Highspeed: Google will eigenes Glasfasernetz aufbauen

Foto: photocase.com | pjanze

Gestern noch drehte sich alles um Googles neues Social Media Angebot „Buzz“ und schon heute wird die Diskussion von einer neuen Ankündigung in den Schatten gestellt: Google plant den Aufbau eines Glasfasernetzes für Endkunden mit bis zu 1GBit Anbindung. Zunächst soll das „Experiment“ 50.000 – 500.000 Haushalte anbinden.

Bis vor Kurzem hatte sich Google rein auf das Angebot von Softwaredienstleitungen und Werbung konzentriert. Doch mit dem eigenen Mobiltelefon „Nexus One„, der Ankündigung selbst Strom erzeugen zu wollen und jetzt dem eigenen Glasfasernetz wird Google immer mehr zum Mischkonzern.

Ziel: Wettbewerbsdruck ausüben

Das als „Experiment“ bezeichnete Vorhaben, wird vor allem eines: Druck ausüben auf die bisherigen Internetanbieter weltweit. Bisher verfügt der durchschnittliche Amerikaner über ca. 5Mbit – die schnellste Deutschlandweit verfügbare Leitung gibt es mit VDSL von T-Home mit 50Mbit. Deutschlandweit bedeutet „natürlich“ nicht überall, sondern in den Zentren. In Norderstedt bietet aber zum Beispiel wilhelm.tel 100Mbit. Google will jetzt 1000Mbit anbieten.

Vor allem haben die Provider den Bandbreitenengpass immer dafür vorgeschobene, dass sie die Netzneutralität aufgeben wollten und bestimmte Serviceanbieter für die Übertragung ihrer Daten noch einmal extra bezahlen sollen. Google will das widerlegen und beweisen, dass man ein Netzwerk mit ultrabreiten Anbindungen aufbauen kann, und dass das bezahlbar ist. Und wenn Google das kann, müssen die anderen Anbieter, die es sich bisher in einem gut aufgeteilten Markt recht bequem gemacht hatten, nachziehen.

Wer braucht das?

Zwischen 1MBit und 16Mbit ist der Unterschied schon sehr groß gewesen: Man musste nicht mehr auf Youtube-Videos warten, Downloads sind immer schnell fertig – es sei denn man zieht sich eine Ubuntu-Installations-CD. Aber alle kleineren Downloads sind im Handumdrehen fertig.

Der Unterschied zwischen einer 16Mbit und einer 50MBit Leitung ist nicht besonders groß – dadurch verändert sich das Internetverhalten nicht. Dann ist die Ubuntu-CD eben relativ schnell. Aber die zieht man sich nicht ständig. Andere so große Downloads gibt es selten.

Der Schritt aber zum 1000Mbit ist so groß, dass völlig neue Anwendungen in Frage kommen, über die heute noch so wenig nachgedacht wird, wie 1996 über Anwendungen wie Youtube. Youtube damals einfach undenkbar mit ISDN und weit verbreiteten 56K-Modems.

Google schlägt zum Beispiel den Download von HD-Spielfilem innerhalb von Minuten vor – gähn. Die Live-Übertragung einer Universitätsvorlesung in 3D – okay. Auch nett. Was aber lässt sich mit 1000MBit in jedem Haushalt alles anstellen? Da bin ich wirklich gespannt.

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