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Videostreaming: Livestream mit Justin.tv

photocase.com - ron flehmer
photocase.com - ron flehmer

Kamera, Laptop, Internet – mehr be­nö­tigt man nicht zum Aufbau ei­nes Livestreams. Einen Streamingserver, wie no­ch vor ei­ni­gen Jahren, muss man für ge­le­gent­li­che Streams gar nicht mehr selbst be­trei­ben: Verschiedene Anbieter ha­ben si­ch dar­auf spe­zia­li­siert, der­ar­ti­ge Dienste kos­ten­los an­zu­bie­ten – so steht im Handumdrehen der Stream.

Für mei­nen ers­ten Livestream ha­be ich mir justin.tv aus­ge­sucht – es war ein­fach der er­s­te Streaming Anbieter, über den ich ge­stol­pert bin und das Streaming hat recht schnell und un­kom­pli­ziert funk­tio­niert. Dazu ist es mög­li­ch den Stream, wie bei Youtube-Videos, in die ei­ge­ne Seite ein­zu­bau­en.

Justin.tv über­nimmt das, was frü­her rich­tig viel Geld ge­kos­tet hat: Einen Server an­zu­bie­ten, auf den die Zuschauer zu­grei­fen, um den Videostream ab­zu­ru­fen. Mit ei­ner ein­fa­chen Leitung schickt man das Bild an Justin.tv und von dort aus, wie es ver­teilt.

An Justin.tv senden

Justin.tv bie­tet ei­nen ei­ge­nen Flash-Client, der Webcams und Mikrofone er­ken­nen kann – nor­ma­le DV-Kamera soll­ten auch per USB er­kannt wer­den. Der Flash-Client bie­tet al­ler­dings re­la­tiv we­nig Einstellungsmöglichkeiten – als Alternative bie­tet Justin.tv es an, dass man den Flash Media Live Encoder 3 (FME3) be­nutzt. Der FME3 ist eben­falls kos­ten­los, lässt aber ver­schie­de­ne Einstellungen zu, die für mei­nen Stream wich­tig wa­ren:

  1. Die Übertragungsrate und das Codec lässt si­ch ge­zielt ein­stel­len.
  2. Der Sound lässt si­ch kon­fi­gu­rie­ren.

Außerdem ist der Stream dann un­ab­hän­gig vom Browser und sei­nen Launen. 

Justin.tv bie­tet ei­ne kur­ze Anleitung für das Zusammenspiel mit dem FME3 an, die auch ei­ne Konfigurationsdatei um­fasst. Diese Datei wird als Profil im FME3 ge­la­den – Die Zugangsdaten für den Streaming-Server sind dann vor­kon­fi­gu­riert – man muss ich nur no­ch um den „Eingang“ küm­mern – al­so die Qualität des Video- und des Tonsignal. 

Kamera anschließen

Eine nor­ma­ler, klei­ner HD-Camcorder ließ si­ch recht leicht per USB an­schlie­ßen und strea­men: Der FME3 er­kennt den Camcorder als Gerät und wenn man ihn aus­wählt kann man den Stream star­ten. Leider war der Camcorder nicht taug­li­ch, ei­ne Veranstaltung in ei­ner gro­ßen Halle zu strea­men. Dafür ha­be ich dann ei­ne an­de­re Kamera (Sony PMW-EX1) be­nutzt, die über ei­ne we­sent­li­ch bes­se­re Optik ver­fügt und vor al­lem gut zoom­bar ist.

Die Sony-Kamera bie­tet al­ler­dings we­der über USB no­ch über Firewire ein di­gi­ta­les Signal und ei­nen SDI-Eingang hat­te ich nicht am Streaming-Laptop. Als Brücke ha­be ich das ana­lo­ge AV-Signal ge­nom­men und durch ei­ne Pinnacle MovieBox ge­schmis­sen. Die wie­der­um ver­fügt tat­säch­li­ch über ei­ne Firefire-Schnittstelle und wird vom FME3 als Kamera er­kennt.

Konfiguration

Damit die PMW-EX1 auf dem ana­lo­gen Ausgang ein Bild lie­fert, muss das im Menü ein­ge­schal­tet wer­den: Im Videomenü muss YPbPr/SDI Out Select auf SD ge­schal­tet wer­den und da­mit die Kamera-Menüs nicht mit über­tra­gen wer­den, kann dann YPbPr/SDI Out Display aus­ge­schal­tet wer­den.

Da die PMW-EX1 über XLR-Anschlüsse ver­fügt, konn­te ich auf dem Channel 1 (links) di­rekt den Saalton ab­neh­men und den FME3 auf Mono-Streaming schal­ten. 96kbps sind durch­aus aus­rei­chend für Übertragungen von Gesprächen. 

Mit der vor­han­de­nen DSL-Leistung war es mög­li­ch für den Videostream 800kbps ein­zu­stel­len zu­sam­men mit den 96kbps für den Ton wa­ren das knapp 900kbps für den Stream. Dazu emp­fiehlt Justin.tv „Deinterlace“ ein­zu­schal­ten. Das zu­sam­men er­gibt ei­ne ziem­li­ch gu­te Übertragung. 

Bei ei­ner UMTS-Übertragung und ei­ner gu­ten Verbindung, läuft es no­ch mit 300kbps für das Bild recht gut. Bei schlech­te­ren Verbindungen ha­kelt es dann doch ab und zu. 

Weiterhören

In Chaosradio Express 137 be­schäf­ti­gen si­ch Tim Pritlove und Nicolai Longolius 2 Stunden lang mit den ver­schie­de­nen Aspekten des AV Streaming. Wer ei­nen gro­ben Überblick über das Thema be­kom­men möch­te, kann si­ch dort gut ein­hö­ren.

Links

Foto: photocase.com | ron fleh­mer

Kommentare

Gast

Ich schaue im­mer auf http://tv-kino.net da mir bei Justin.tv die Qualität zu schlecht ist.

Thomas

Hallo,

so wie ich das jetzt ver­stan­den ha­be, ha­ben Sie ei­nen Camcorder mit der Pinnacle MovieBox HD ver­bun­den, da­durch flash me­dia li­ve en­coder „er­setzt“ und den Stream an ei­nen Server ge­sen­det. Auf die­sen Stream kön­nen dann User zu­grei­fen.

Ich ver­su­ch das ver­zwei­felt, be­kom­me es aber nicht hin.

Können Sie mir hel­fen?

Gruß,
Thomas

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