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Tipps: Google-frei und Spaß dabei…

Foto: photocase.com | Thomas K.

Das Titelthema des aktuellen Spiegels ist Google: „Der Konzern, der mehr über Sie weiß, als Sie selbst“ In dem Artikel zählen die Autoren auf, wie man seinen Alltag so gestalten kann, dass man praktisch nichts anderes mehr benutzt als Google – und das wird dann kritisiert. Die Alternativen werden als nur für Freaks tauglich beschrieben. Dabei kann man relativ einfach, weitestgehend Google-frei durch die Welt zu kommen.

Die Suche

Ja, Google ist eine tolle Suchmaschine. Vor allem die Suggest-Funktion oder die automatisch Korrektur „meinten Sie…“ ist schon sehr praktisch. Dieser Komfort hat aber den Preis der eigenen Daten. Und wer nicht will, dass das eigene Suchverhalten mit anderen Google-Daten zusammengeführt werden, sollte zumindest die erste Suche bei anderen Suchmaschinen starten. Ixquick ist eine gute Alternative, wenn es um den Datenschutz geht. Die Suche ist ausgezeichnet mit dem Europäischen Datenschutz-Gütesiegel.

Der Browser

Der erste Kontaktpunkt mit Google ist der Browser selbst: Google Chrome gewinnt immer mehr an Beliebtheit, weil er neben einer schnellen Technik Webseiten darzustellen auch über die schnellste JavaScript-Engine verfügt – moderne Webangebote wie Google Wave machen nur mit einem schnellen Browser Spaß.

Der Firefox ist aber immer noch eine sehr gute Alternative, dem man mit wenigen Handgriffen das meiste beibringen kann, was Chrome macht. Und dazu lässt sich Firefox recht einfach so anpassen, dass man nicht ständig unbemerkt Daten an Google sendet:

  1. Das Plugin CustomizeGoogle ermöglicht es, dass der Browser alle möglichen Datenübertragungen an Google nicht zulässt. Das funktioniert so: Wenn man eine Adresse in den Browser eingibt, wird die Webseite abgerufen. Das ist ein HTML-Quelltext aus dem heraus dann die Adressen von Bildern oder externen JavaScripten aufgerufen werden. Das Addon schaut diese Adressen nach Google-Aufrufen durch und fordert diese dann gar nicht erst an. Damit kann man zum Beispiel die Verfolgung durch Google über verschiedenste Internetseiten via Google Analytics und die Werbung von Google verhindern.
  2. Mit einem entsprechenden Suchplugin kann man die Liste der benutzbaren Suchmaschine im Ixquick erweitern.
  3. Wer unvollständige URLs oder Suchbegriffe in die URL-Zeile einfügt, wird normalerweise auch an Google weitergeleitet. Aber auch dieses Verhalten kann man dem Firefox recht einfach abgewöhnen

Mail

Google bietet eine Lösung für Mail – aber warum muss man unbedingt Google Mail benutzen? Yahoo, Hotmail, Web.de – alle bieten ebenfalls große Postfächer und Webmail.

Wer einen eigenen Webspace für seine Firmenhomepage oder seinen Blog hat, müsste eigentlich auch Postfächer dazu bekommen haben. Oft gibt es dazu auch direkt einen Webmailer.

Calendar, Text & Tables

Es ist schon sehr praktisch, wenn man gemeinsam von verschiedenen Rechner aus an Dokumenten arbeiten kann. Aber auch hier ist Google nicht der einzige Anbieter. Noch besser: Mit Feng Office gibt es eine freie Online-Office-Lösung, die dazu noch Mail unterstützt.

Analytics

Statt Google die eigenen Zugriffszahlen und die Daten der Benutzer in den digitalen Rachen zu schmeißen, gibt es mit Piwik eine freie Alternative, die komplett auf dem eigenen Server läuft.

Maps

Das freie Webmapping-Projekt OpenStreetMap ist in großen Teilen Deutschlands mittlerweile so flächendeckend und detalliert, dass es als vernünftige Alternative für Google Maps geeignet ist.

Mobiltelefon

Google hat mit Android der Entwicklung des Mobiltelefonmarktes sicher wichtige Impulse gegeben. Es gibt aber auch hier gute, frei Alternativen. Da muss man nicht zum Apple-Sell-Out-Boy werden werden. Mit Maemo gibt es Betriebssystem für Mobiltelefone, das auf Debian/Linux basiert und entsprechend auch komplett frei ist. Das System läuft zum Beispiel auf dem aktuellen Nokia N900.

Ein wenig nachdenken…

Natürlich sind das nur einige der Alternativen und man muss nicht komplett auf Google verzichten. Aber manchmal ist es ganz gut, wenn man sich über Alternativen informiert und diese dann auch nutzt.

Google würde ich trotzdem immer dann empfehlen, wenn man etwas möglichst öffentlich haben möchte – oder wenn ich mir etwas Gutes abgucken möchte.

Links

Foto: photocase.com | Thomas K.

Kommentare

Lausbube

Mmh … klar gibt´s alternativen. Aber das hat sich irgendwie alles so eingegooglet! Es ist eben zur „reinen Normalität“ geworden, anstelle Yahoo, oder “ Ixquick “ -.. google.de in den Browser einzugeben! So verhäölt sich das irgendwie auch mit all den anderen Tools und Co Kg ..

Hans-Dieter Zimmermann

Leider ist das Firefox‐​Addon Cus­tomize­Google nicht mit der neusten Firefox Version 3.5.7 kompatibel.

Steffen

@Hans-Dieter: Ich hab gerade mal den Link auf CustomizeGoogle geändert. Die Version im offiziellen Mozilla Repository funktioniert mit dem aktuellen Firefox.

Tino

Sorry, aber Web.de mit Gmail zu vergleichen geht ja mal gar nicht. Das ist wie Bungalow und Wolkenkratzer (jedenfalls bei der kostenlosen Variante).

OpenStreetMap ist meiner Meinung nach auch keine brauchbare Alternative, da würde ich eher zu Map24 gehen.

Feng Office scheint aber ein echt guter Tipp zu sein. Kannte ich bisher nicht und sieht gar nicht so schlecht aus.

Bei Piwik vs. Analytics stimme ich dir auch voll zu. Das N900 ist aber eine instabile Krücke, leider ein totaler Fehlkauf bisher. Ich hoffe da kommen schnellstens noch ein paar Updates.

Alf

Das GMail, Chrome, Google Toolbar und Co. von privatsphärenbewussten Nutzern nicht genutzt werden sollen, ist absolut richtig.

Feng Office ist auch eine sehr coole Alternative, danke für den Tipp.

Auch wir nutzen Piwik, aber der Vergleich mit Google Analytics oder Yahoo Web Analytics hinkt noch. Piwiks Oberfläche ist recht hakelig und Conversion Tracking ein Abenteuer.

Was Ixquick (ich kannte es bis gerade eben nicht) betrifft … mmh … sehr skeptisch. Meine Suche nach „typo3 imagemagick“ hat mir Stratos FAQ auf Platz 1 gebracht und die besten Foren und Blogs ausgelassen. Da bleibt bald wohl nur noch Bing oder Y-Bing 😉

Steffen

Ich sage ja nicht, dass das alles ein 100%iger Ersatz für die entsprechenden Google-Produkte ist. Man muss sich aber überlegen, welchen Wert es hat, wenn man nicht alles bei Google nutzt.

Felix Nagel

Ich hoffe die Besucherzahlen stimmen, denn der Artikel selbst ist sinnfrei.

Yahoo, Hot­mail, Web​.de als Ersatz für gmail? Yahoo lass ich mir ja noch gefallen aber MSN und Web.de als ernsthaft gemeinter Ersatz? Also Firmen die definitiv das machen was man google bis dato nie beweisen konnte? Ähh, ja…

Bianca

Ich hätt noch einen: Mein persönlicher Favorit zu Google Wave ist http://pip.io. Dieses Tool ist meiner Meinung nach um einiges fortschrittlicher und kostet auch keinen Cent.

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