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Freifunk: Freies Netz für Alle

Foto: photocase | mathias the dread

Bevor Anfang der Neunziger Tim Berners-Lees Version des Hypertextes das Internet, wie wir es heute kennen, populär machte, hieß das Hobby mit den Modems „Datenfernübertragung“ (DfÜ). Während heute vor allem große Firmen das Geschäft mit den Netzzugängen und den Webserver bestimmen, waren es damals Leute wie Du und ich, die sich per Modem zusammen schlossen. Damals schon ließen sich Mails um die Welt verschicken – diese Vision eines Bürgernetzes kommt jetzt wieder unter dem Namen „Freifunk“.

Man nehmen einen handelsüblichen WLAN-Router und spiele eine besondere Software auf. Wenn das jeweils die Nachbarn A und B machen, stellen die beiden Router eine Verbindung zu einander her – A und B können miteinander Informationen austauschen und Daten hin und herschicken. Etwas weiter wohnt C – der hast sich auch so einen Router gebastelt und liegt im Empfangsbereich von B. So kann C über B mit A kommunizieren.

A, B und C haben ihr eigenes, kleines Netz aufgebaut. Wenn sich A einen Webserver einrichtet und Seiten ablegt, können B und C drauf zugreifen. Verfügt A über einen Internetzugang und stellt seinen Freifunk-Router so ein, dass dieser genutzt werden darf, können B und C darüber mitsurfen. Der geteilte Internetzugang ist eine praktische Ergänzung aber nicht die wichtigste Grundlage des Freifunks: Es geht um eine Internet-Infrastruktur in den Händen der Bürgerinnen und Bürger.

Freifunk als Chance für ländliche Regionen

In der dänischen Region Djursland gibt es das wohl größte Freifunkprojekt: Nachdem sich Djursland im wirtschaftlichen Abschwung sah, kein Internetanbieter die Gegend breitbandig erschließen wollte und im Jahr 2000 auch noch die letzte Regionalzeitung aufgab, nahmen die Bürgerinnen und Bürger ihr Schicksal in die Hand und begannen sich gegenseitig auf einer Fläche von 1491 km² per Freifunk zu vernetzen und sich mit Nachrichten aus der Region zu versorgen.

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