Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Ubuntu : Tipps für den Umstieg auf Linux

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Steffen Voß

Immer wieder höre ich von Leuten, die am Umstieg von Windows auf Linux scheitern, dabei ist das gar nicht so schwer – wenn man es in kleinen Schritten angeht. Darüber hinaus sollte man wissen, dass Linux sich in den letzten Jahren stark in Richtung Benutzerfreundlichkeit entwickelt hat: Wer vor 3 Jahren noch gefrustet war, sollte vielleicht einen neuen Anlauf wagen.

Schritt 0 – Freie Software unter Windows

Als Schritt vor dem Umstieg auf Linux Programme unter Windows benutzen, die es genauso auch unter Linux gibt: Firefox, Thunderbird, OpenOffice, GIMP, Pidgin. Wer damit umgehen kann, merkt den Umstieg dann gar nicht mehr – Das Betriebssystem ist dann ja eigentlich nur noch das „Programm“, mit dem man Dateien von einem in das andere Verzeichnis verschiebt.

Schritt 1 – Live CD testen

Als nächsten Schritt würde ich empfehlen mal die Ubuntu-Installations-CD (Aktuelle Version, 32bit-Ubuntu) herunterzuladen. Wenn man von der startet, kann man testen, was das so macht und ein wenig üben, ohne dass irgendwas am Rechner verändert wird.

Hinweis: Ich empfehle auch auf 64-bit System, die 32-bit Version von Ubuntu zu benutzen. Viele Programme stehen nämlich nur als 32-bit-Versionen zur Verfügung. Linux hat bei 32-bit übrigens nicht die 4 GB RAM Beschränkung, die Windows hat. Nur einzelne Prozesse können nicht größer als 4 GB sein.

Schritt 2 – Parallelinstallation

Dann kann man Ubuntu parallel zum Windows installieren. Man wählt dann beim Start aus, welches Betriebssystem man benutzen will. Ubuntu ist dabei so clever und teilt den freien Platz auf der Festplatte mit Windows. So muss man sich keine zusätzliche Festplatte kaufen.

Prinzipielles

Und dann sollte man zum Umgang mit Linux wissen: Man muss sich Programme nicht von dubiosen Seiten aus dem Internet suchen und installieren, wie man es bei Windows tun muss. Es gibt ein zentrales Verzeichnis zertifizierter Programme, die man direkt installieren kann. Das System sorgt dann auch dafür, dass diese Programme auf dem aktuellen Stand bleiben. Unter Windows muss sich leider jedes Programm selbst darum kümmern – und wenn ein Programm es nicht tut, muss der Anwender selbst dran denken, ab und zu mal nach Updates zu suchen.

Hardware

Moderne Hardware wird eigentlich immer zumindest grundlegend unterstützt. MP3-Player, Mobiltelefone usw. werden immer zumindest als Wechselmedium erkannt. Die Bluetooth Unterstützung kam mir wesentlich besser vor als zumindest unter Windows XP. Und Drucker funktionieren eigentlich auch immer – wenn vielleicht auch nicht mit allen Sondereinstellungen, die die Windows-Treiber ermöglichen.

Windows-Relikte

Zugegeben, ich habe auch noch eine Windows-Partition – zum Spielen. Die großen, kommerziellen Spiele laufen halt nur unter Windows. Außerdem ist es ganz praktisch zwischen dem Umstieg von Arbeit auf Spielen einen ganzen Reboot-Vorgang zu haben. Da fängt man nicht „mal eben schnell“ an ne Runde zu daddeln…

Es gibt aber auch die Möglichkeit mit Crossover Windows-Programm unter Linux laufen zu lassen – nach Angaben der Hersteller oft sogar schneller als direkt unter Windows. Mit Crossover läuft bei mir zum Beispiel der Internet Explorer 6 zum Testen. Auch „Team Fortress 2“ läuft da echt flott. Mit anderen Programmen habe ich das noch nicht getestet.

Fazit

Ja, es ist ein wenig Arbeit, auf Linux umzusteigen und manchmal hat man auch echt doofe Probleme. Die gibt es aber unter Windows auch. Und wer sich über die Monopolstellung von Mircosoft beschwert, hat hier die Möglichkeit etwas dagegen zu tun.

Mittelfristig werden Betriebssysteme aber ohnehin irrelevant, wenn alle Anwendungen im Internet laufen und man als Zugang nur einen Browser benötigt. Schon jetzt kann man an dem Anteil der Apple-Laptops auf Web2.0 Veranstaltungen sehen, dass Windows nicht unumgänglich ist. Ich halte Apple aber nicht für besser als Microsoft. Das ist die Wahl zwischen Pest und Cholera…

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