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Einsteigertipps: Freie Bildbearbeitung mit GIMP

Foto: Photocase | svefoc

Mit meinem Umstieg auf Linux vor einigen Jahren, musste ich auch meinen liebgewonnenen PaintShop Pro aufgeben und mich mit GIMP anfreunden. GIMP ist DAS Bildbearbeitungs-Programm unter Linux – es funktioniert auch zum Beispiel auch unter Windows und sogar auf Macs. Mittlerweile halte ich mich für ganz fit mit GIMP und möchte meine Erfahrung an Einsteiger weitergeben.

Zunächst ist die Oberfläche von GIMP ein wenig ungewohnt: Überall fliegen Fenster umher und Dateidialoge sehen komisch aus. GIMP verfügt nicht über ein festes Applikationsfenster, wie man es aus den meisten Windows-Programm gewohnt ist. Dafür kann man die Tools sehr einfach auf den heute oft üblichen, sehr großen, breiten Monitoren verteilen.

Umstieg von Photoshop leicht gemacht

Wer vorher mit Photoshop gearbeitet hat und den Look herstellen möchte, sollte sich das Video-Tutorial „Make GIMP look like Photoshop“ anschauen. Man kann sich aber auch recht schnell daran gewöhnen, dass die Fenster ein wenig loser angeordnet sind.

Erste Schritte

Alle wichtigen Funktionen sind im eigentlichen Bildfenster zu finden. Hier kann man unter dem Menüpunkt „Datei“ Bilder laden oder speichern, neue Grafiken anlegen, aus der Zwischenablage einfügen oder per Screenshot erstellen.

Unter „Bearbeiten“ finden sich die üblichen Funktionen „Rückgängig“ und „Wiederherstellen“ sowie „kopieren“, „ausschneiden“ und „einfügen“.

Sehr mächtig ist der Menüpunkt „Auswahl„: Hier kann man das, was man zuvor mit dem Lasso, dem Zauberstab oder sonst wie markiert hat, bearbeiten: Die Auswahl invertieren zum Beispiel. Das ist dann interessant wenn zum Beispiel eine Person vor einem relativ einfarbigen Hintergrund steht. Dieser lässt sich dann mit dem Zauberstab (Werkzeugleiste) markieren. Wenn man die Auswahl dann invertiert, hat man die Person ausgewählt – zumindest grob. Man kann aber auch die Auswahl um x Pixel nach verkleinern oder vergrößern usw.

Wichtig ist als nächstes, die Menüpunkte „Bild“ und „Ebene“ auseinander zu halten: Beide Menüpunkte enthalten ähnliche Unterpunkte – Nur werden die Funktionen einmal ausgeführt für die ausgewählte Ebene oder für alle Ebenen – das gesamte Bild. Das sind vor allem Funktionen, die das Bild oder die Ebene vergrößern, verkleinern drehen oder spiegeln.

Bis auf die unter „Bild“ werden alle anderen Funktionen wie die unter „Farbe“ oder „Werkzeuge“ nur auf die jeweils ausgewählte Ebene ausgeführt.

Bilder zuschneiden

Die wichtigste Aktion in der Bildbearbeitung ist das Zuschneiden. Mit dem richtigen Bildausschnitt wirkt ein mittelmäßiges Foto trotzdem richtig gut. Und bei den hohen Auflösungen moderner Digitalkameras kann man mit einem Bildausschnitt Heranzoomen nachholen. Dazu legst Du eine rechteckige Auswahl des gewünschten Ausschnitts an und wählst Bild>Auf Auswahl zuschneiden.

Bilder ausrichten

Manchmal hat man ein Foto gemacht, das nicht ganz gerade ist. Das kann man mit Bild>Transformation>beliebig drehen ändern: Es erscheint ein Dialogfenster und auf dem Bild wird ein Kreis mit einem Kreuz eingeblendet. Diesen Kreis kann man mit der Mouse verschieben – er markiert den Mittelpunkt, um den das Bild gedreht wird. Normalerweise kann man ihn an dem Punkt lassen, wo er erscheint. In den Dialog kann man per Schieberegler oder direkt per Eingabe einer Zahl den Winkel der Drehung ändern. Transparent wird dann eine Vorschau angezeigt. Zum Übernehmen der Drehung, klickst Du einfach auf „Rotieren“.

Fotos verbessern

Wenn Bilder zu dunkel, zu hell oder unscharf sind, kann man sie nicht perfekt machen, man kann sie aber durchaus verbessern – gerade für die Benutzung im Internet sind sie dann oft doch noch brauchbar. Einen ersten Versuch der Aufhellung oder Nachdunklung des Bildes kannst Du unter Farben>Automatisch>Weißabgleich bzw. Kontrastspreizung machen. Mit STRG-Z kannst Du einen missglückten Versuch wieder rückgängig machen.

Komplexer ist die Benutzung von Kurven (Farben>Kurven) – hier hast Du eine Diagonale, deren Endpunkte Du mit der Mouse verschieben kannst. Du solltest Dir auf jeden Fall das Tutorial dazu anschauen.

üben, üben, üben

Alles Weitere ist vor allem Übung. GIMP kann alles – Du musst nur herausfinden wie. Dazu gibt es aber viele gute Webseiten mit Tutorials und auch bei Youtube gibt es Lernvideos – zum Beispiel die von GIMPtricks.

Links

Foto: Photocase | svefoc

Kommentare

Axel

Wenn man si­ch an Gimp ge­wöhnt hat, macht es rich­tig Spaß. Zum Umstieg und auch zur er­gän­zen­den Lektüre kann ich be­den­ken­los http://www.amazon.de/dp/3827328047 emp­feh­len.

Steffen

Danke Axel für den Tipp. Ich hat­te da­mals, als ich an­ge­fan­gen ha­be, mi­ch mit GIMP zu be­schäf­ti­gen, nach ei­nem gu­ten Buch ge­sucht. Die Kritiken bei Amazon wa­ren aber al­le so am­bi­va­lent, dass ich mir am Ende keins ge­kauft ha­be.

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