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Future of Gaming: OnLive bringt Computerspiele ins Netz

Foto: Photocase | Elektro
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Online-Spiele gibt es je­de Menge: Von Farmville bis World of Warcraft. OnLive.com dreht das Rad jetzt aber no­ch ei­ne Nummer wei­ter. Denn wäh­rend die Spiele bis­her im­mer auf dem hei­mi­schen Rechner oder der Konsole lie­fen und nur qua­si die Ergebnisse des ei­ge­nen Handelns an die an­de­ren Spieler über­tra­gen wird, lau­fen bei OnLive die Spiele voll­stän­dig auf de­ren Hardware – die Übertragung er­folgt dann ähn­li­ch ei­nes Livestreams.

Moderne Computerspiele wie der Action-Titel „Crysis“ sind ech­te Herausforderungen für ak­tu­el­le Hardware. „Gamer-PCs“ sind hoch­ge­züch­te­te Maschinen, mit viel Speicher und schnel­len Grafikkarten. Und kaum hat man si­ch ei­nen neu­en Rechner ge­kauft, kommt der nächs­te Top-Titel um die Ecke und das teu­re Stück sieht schon wie­der alt aus.

Anders ist das bei den Konsolen: Dort legt der Hersteller ein­mal die Konfiguration fest und dann wer­den über Jahre Spiele auf die­sem Niveau ver­kauft, bis ein Nachfolger für die Konsole be­reit steht.

Gaming in the Cloud

OnLive um­geht all die­se Nachteile: Bei OnLive lau­fen die ganz nor­ma­len PC-Versionen von Spielen auf den Servern. Mittels aus­ge­klü­gel­ter Kompression und spe­zi­el­ler Hardware wer­den die Spiele wie ein Video an den Spieler über­tra­gen. Der hat nur sei­nen nor­ma­len Computer oder an sei­nen Fernseher an­ge­schlos­sen ei­ne so­ge­nann­te OnLive MicroConsole™ – nicht viel mehr als ein Kästchen mit HDMI-Ausgang, Internetanschluss und zwei USB-Ports für die Controller.

Der er­s­te Gedanke: Diese Übertragungen über das Netz kön­nen nie so schnell sein, dass man ein di­rek­tes Spielerlebnis be­kommt – kann sie doch, sa­gen zu­min­dest die Tester wäh­rend ei­ner in­ter­es­san­ten Live-Demo.

„Damit das al­les funk­tio­niert, wie man es vom hei­mi­schen Gerät ge­wöhnt ist – selbst HD-Darstellungen sol­len mit ei­ner DSL- oder Kabel-Internet-Bandbreite von 5 Megabit mög­li­ch sein – ha­ben Perlman und sei­ne OnLive-Truppe ei­nen neu­en Video-Codec ent­wi­ckelt, der ei­ne be­son­ders schnel­le Übertragung er­laubt. Er soll, wenn si­ch ein Spieler ma­xi­mal 1600 Kilometer vom Rechenzentrum ent­fernt be­fin­det, ver­zö­ge­rungs­frei dar­stel­len, so dass das „Spielen in der Wolke“ nicht merk­bar ist. In den Rechenzentren selbst, von de­nen Perlman auf der Welt Dutzende auf­bau­en will, ste­hen Maschinen, die die al­ler­neu­es­te Grafik-Hardware (und da­mit die best­mög­li­che Darstellungsqualität) be­sit­zen und spe­zi­ell auf das Ausliefern von Games op­ti­miert wur­den.“ — Technology Review

Der Spieler kann das Spiel auf der Top-Hardware in den Rechenzentren von OnLive be­die­nen – nie mehr wird man in Spielen die Details her­un­ter re­geln müs­sen, weil der ei­ge­ne Rechner zu lahm ist; nie mehr är­gern, weil die ei­ge­ne Konsole in die Jahre ge­kom­men ist. Konsolen wer­den über­flüs­sig.

Das Geschäftsmodell

Bemerkenswert aber nicht über­ra­schend ist es, dass OnLive al­le gro­ßen Spielehersteller da­zu be­wegt hat, Spiele zur Verfügung zu stel­len. Für die fällt näm­li­ch fast die ge­sam­te Distribution weg: Keine Zwischenhändler, kei­ne phy­si­ka­li­schen Produkte, die dann no­ch Second-Hand ge­han­delt wer­den. Stattdessen tei­len si­ch die Hersteller und OnLive die Einnahmen – wie­der ei­ne Branche in der dann in Zukunft kein Einzelhändler, kein Verleih und viel­leicht nicht ein­mal mehr ein di­rek­ter Konkurrent Geld ver­dient.

Der Artikel bei Technology Review ist no­ch recht skep­ti­sch, ob OnLive auch tat­säch­li­cher Live-Belastung stand­hält – da aber Rechenleistung al­le 2 Jahre und Bandbreite und Spiecherplatz al­le 6 Monate um die Hälfte bil­li­ger wird, soll­te das tech­ni­sch klap­pen. Bei Spielen sind in­zwi­schen auch vie­le Kunden ge­wöhnt die Produkte nur vir­tu­ell zu kau­fen („Steam„). Insgesamt zeigt si­ch der Trend, Programme ins Netz zu ver­la­gern – es wür­de mi­ch wun­dern, wenn si­ch nicht zu­min­dest das Konzept durch­set­zen wür­de. Mein Tipp: Es ist nur ei­ne Frage der Zeit, bis Google ein Angebot macht und das wird über dem für Youtube lie­gen.

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