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Playerunkown's Battlegrounds: Winner Winner Chicken Dinner!

Battlegrounds
Battlegrounds

Mit „Battle Royale“ ist in den letzten Jahren ein Spiele-Typ entstanden, der sich wachsender Beliebtheit erfreut. Dieser Modus ist so intensiv, dass ich nie gedacht hätte, dass der mir tatsächlich Spaß machen würde. Denn: In jedem Spiel hat man nur eine Chance zu gewinnen. „Playerunkown’s Battlegrounds“ ist das neueste Spiel dieses Typ.

Ich kauere im Badezimmer und halte mich an meiner Schrotflinte fest. Draußen Schritte. Jemand läuft durchs Haus. Jemand der vermutlich schon eine bessere Bewaffnung als ich gefunden hat. Ich warte. Hat er mich nicht gehört? Ich muss mich jedenfalls nicht unbedingt mit ihm anlegen. Nicht hier im engen Haus und nicht nur mit dieser 2-schüssigen Schrotflinte. Mein Puls steigt, als die Schritte näher kommen. Wenn der mich jetzt erwischt, ist das Spiel für mich aus. Die Tür zum Badezimmer springt auf, der Typ herein und das Spiel ist für mich zu Ende, bevor ich klicken kann. „Better Luck Next Time“.

Es kann nur einen geben

„Next Time“ – das bedeutet hier nicht wie in vielen anderen Spielen, dass man in ein paar Sekunden neu spawnt. „Next Time“ heißt bei „Playerunkown’s Battlegrounds“: Du kannst das Spiel verlassen und Dir eine neue Partie suchen. In anderen Spielen, wie zum Beispiel der Battlefield-Reihe, stirbt man in jeder Runde wieder und wieder und man steht wieder und wieder auf. Bei „Playerunkown’s Battlegrounds“ ist man aus dieser Runde raus. Gewinnen kann am Ende nur einer.

Zum Start sitzt man mit 100 Spielern in einem Flugzeug hoch über einer Inselgruppe mit verlassenen russischen Militäranlagen. Irgendwo über den Inseln springt man ohne Ausrüstung ab. In den Häusern finden die Spieler Waffen und Ausrüstung. Einige Autos und Motorräder stehen in der Gegend. Ab der ersten Sekunde gilt es: Jeder gegen jeden.

Damit sich nicht alle nur in irgendeinem Haus verschanzen und darauf warten, dass jemand sich doch mal raus traut, wird das Spielfeld nach und nach verkleinert. Ein Kreis legt sich über die Karte. Außerhalb des Kreises verlieren die Spieler Lebenspunkte und sterben nach und nach. Dieser Kreis wird alle paar Minuten kleiner. Das bringt immer wieder neue Dynamik in das Spiel.

Es kann also sein, dass man in einem Teil der Insel startet, der ein paar Kilometer außerhalb des ersten Kreise ist. Dann muss man sich beeilen, möglichst ein Auto finden und in den Kreis fahren. Am Ende ist der Kreis so klein, dass man sich oft fragt: Wo sollen denn hier noch fünf Leute sein? Wer am Ende übrig bleibt bekommt auch nicht viel mehr als die 99 anderen Spieler – nur auf seinem End-Bildschirm steht: „Winner Winner Chicken Dinner!“

Spannung pur

Ich habe lange keine Spiel mehr so spannend gefunden, denn ich mag diese Schocker-Spiele nicht. Ich will nicht mit der Taschenlampe durch eine düstere Raumbasis robben. Die Spannung bei Battlegrounds entsteht rein aus dem Wettbewerb mit den anderen Spielern – keine künstlichen Effekte. Man spielt immer am hellichten Tag. Trotzdem kriegt man einen echten Schreck, wenn man in ein Haus reinläuft und da ist schon jemand und schießt. Und der Adrenalinspiegel steigt tatsächlich, wenn man einen Mitspieler irgendwo schleichen hört.

Dazu kommt, dass man in jeder Partie eine einzigartige Geschichte erlebt – je nach dem, wo man abspringt, was man dort findet, auf wie viele Mitspieler man dort trifft, wie weit man sich bewegen muss, ob man dazu ein Auto benutzen kann oder zu Fuß geht. Auch nach gut 100 Runden denke ich immer noch: „Huch, hier war ich noch nie!“ Und dann wieder: „Oh ja, hier war ich schon einmal. Hier bin ich schon einmal gestorben.“ oder „Hier war schon einmal der finale Showdown.“

Da ist die Runde, als ich mit einem vierer Team abspringe – neben dem Einzelspieler- Modus kann man auch zu zweit oder viert spielen. In dieser Runde landen wir vier bei einer abgelegenen Farm. Da ist aber auch schon ein Typ von einem anderen vierer Team. Mit bl0ßen Fäusten geht er auf mich los und schlägt mich nieder. Als meine Kollegen ankommen, rennt er weg. Die zu zweit hinterher. Einer hebt mich auf, dann lauf auch ich hinterher. Alle ohne Ausrüstung. Mit bloßen Fäusten. Quer über den Acker. Nach ein paar hundert Metern finde ich eine Pistole und beende diese Runde für den Einzelkämpfer. Absurdes Gerenne, gleich zu Start.

Oder die Runde in der ich alleine fast die gesamte Partie hinter dem Kreis her renne, weil ich kein Auto finde. Am Ende gebe ich keinen einzige Schuss ab und sterbe beim ersten Kontakt mit einem Gegner.

Rambo oder MacGyver

Es gibt Runden, in denen ich dort abspringe, wo alle abspringen. Dann dauern die Partien meist nicht so lange. Aber irgendwie muss man den Kontakt mit den Mitspielern ja üben.

Es gibt Runden, da nehme ich mir Zeit, schleiche um alles herum und lasse die Konkurrenz sich gegenseitig ausschalten. Mit dieser Taktik kommt man meistens auch relativ weit. Die Top 30 sind damit immer drin. Mit ein wenig Erfahrung auch Top 20.

Ich habe noch nicht so viele Runden gewonnen. Aber die erste, die ich gewonnen habe – in der habe ich gerade mal einen Spieler erledigt. Als wir nur noch zu dritt waren, haben sich die beiden anderen gegenseitig beschossen, bis einer starb. Dann wurde der Kreis kleiner und der andere ist außerhalb des Kreis an den Verletzungen durch den Kreis gestorben.

Under Construction

Playerunkown’s Battlegrounds“ ist super spannend. Und obwohl es noch nicht einmal fertig ist wurde es bereits 2 Millionen mal verkauft. Dauerhaft sind mehr als 100.000 Spieler online! Regelmäßig gibt es Updates und die Entwickler arbeiten noch an ganz grundsätzlich Funktionen. Hier und da hakt das Spiel dann auch noch. Spieler beklagen Abstürze und starkes Ruckeln in manchen Situationen. Treffer werden falsch registriert und vieles ist noch offensichtlich unfertig. Trotzdem ist es schon echt gut und man kann bereits jetzt eine Menge Spaß damit haben. Dicke Empfehlung.

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