Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Mozilla : Songbird organisiert Musiksammlungen

Luscinia luscinia, Foto: dioxin | photocase.com

Steffen Voß

Songbird soll im Bereich der MP3-Player das werden, was Firefox unter den Browsern ist: Ein hervorragend funktionierendes Grundprogramm, das sich leicht per Plugin erweitern lässt. Große Worte – was steckt dahinter?­­

Jahrelang hat Winamp einen gute Job getan. Das Programm ist damals als einfacher MP3-Player gestartet und wurde dann spätestens mit der Version 5 zur umfangreichen Medienbibliothek. Meine Medienorganisation habe ich dem Programm aber nie anvertraut. Stattdessen habe ich selbst alles in Ordnern versucht zu strukturieren und wieder auffindbar zu gestalten.

Amarok, Banshee, Rhythmbox

Dann bin ich zu Linux gewechselt und musste mich mit den Programmen dort auseinandersetzen. Amarok 1.4 hat lange Zeit einen guten Job gemacht. Amarok 2 mag eine technisch hervorragende Basis sein. Die Oberfläche wirkt aber zusammengewürfelt und eine Reihe Funktionen sind verloren gegangen.

Ich habe mich dann eine Zeit lang mit Banshee probiert. Das war auch ganz gut, aber leider überhaupt nicht performant. Ständig musste ich auf das Programm warten. Und genau wie bei Rhythmbox fehlten eine Menge Funktionen und die Möglichkeit der Erweiterung per Plugin.

Songbird

Dann bin ich über Songbird gestolpert. Songbird gibt es für Windows, Linux und Mac. Und Songbird ist von Mozilla. Die Ähnlichkeit zum Firefox Browser ist überall zu erkennen – es ist sogar ein Browser integriert, so dass man über verschiedene Plugins direkt auf Informationen zu der laufenden Musik zugreifen kann.

Auch Songbird liest als erstes die MP3-Sammlung ein und sortiert sie in die eigene Datenbank. Die Oberfläche erinnert stark an iTunes – wer sich damit auskennt sollte auch mit Songbird schnell zurecht kommen. Und genau wie in iTunes gibt es verschiedene Arten, auf die Musik zuzugreifen: Per Liste, per Suche oder per Filter.

Außerdem können per Plugin weitere Funktionen nachgerüstet werden. Die Plugins gibt es wie bei Mozilla üblich in einem zentralen Repository. Einige Addons haben sich als hilfreich herausgestellt:

Fazit

Insgesamt bietet Songbird schon eine Menge von dem, was ich benötige. Es fehlt aber vor allem noch eine vernünftige Podcast Verwaltung. Doch bei allem, was Songbird noch fehlt tröstet die Hoffnung, dass die Software so aktiv, wie andere Mozilla-Projekte entwickelt wird und vor allem, dass externe Entwickler Features per Plugin nachschieben. In der von für dieses Jahr geplanten Version 1.4 soll noch das Abspielen von weiteren Formaten, Unterstützung für Metadaten von MP4 und ASF, Transkodierung in MP3 oder WMA, AAC- und MSC-Unterstützung und ein CD-Ripper kommen.

Songbird steht also auf einer breiten Basis, ist schon jetzt einer der besten Programme, die ich bisher in diesem Bereich benutzt habe und entwickelt sich in eine gute Richtung.

Links

Foto: dioxin | photocase.com

Kommentare

Melanie
Melanie:

Das klingt sehr interessant, werde ich mal antesten.

Welche Linux-Distri benutzt du denn?

29.10.2009 um 21:39
Steffen Voß
Steffen Voß:

Ich habe Ubuntu installiert und wechsel da immer zwischen Gnome und KDE (was dann Kubuntu wäre). Das kann man aber einfach dazu installieren und beim einloggen auswählen, obs die eine oder die andere Oberfläche sein soll – die Programme laufen dann auf beiden Systemen gleich…

29.10.2009 um 22:33

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