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Web2.0: Bewertung und Bedeutung

Wichtig! Foto: venture | photocase.com
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Das Web2.0 hat es für vie­le Menschen ein­fach ge­macht, si­ch in das Geschehen im Netz ein­zu­brin­gen. Entstanden dar­aus sind nicht nur ver­schie­de­ne Social Communities mit vie­len Millionen Mitgliedern welt­weit, son­dern auch Phänomene wie Wikipedia oder die Piratenpartei. Das Web2.0 hat zu ei­ner Demokratisierung des Informationszugangs ge­sorgt aber auch da­für, dass je­der Informationen ver­öf­fent­li­chen kann. Das Problem wird in­zwi­schen im­mer mehr­, zu er­ken­nen wel­chen Wert die Informationen ha­ben.­

Bereits in „Das Internet als Demokratiemaschine“ ha­be ich versuch­t mein Unbehagen mit den der­zei­ti­gen Trends im Internet aus­zu­drü­cken. Dabei ha­be ich ei­ni­ge Themen an­ge­ris­sen, es aber nicht ge­schafft, das wirk­li­ch auf den Punkt zu brin­gen. Vorgestern bin ich dann über ein In­terview mit Peter Kruse ge­stol­pert.

Peter Kruse ist Unternehmensberater und Psychologe mit dem Schwerpunkt „kol­lek­ti­ve Intelligenz“ – da­durch be­schäf­tigt er si­ch auch mit den Netzwerken im Internet und dem, was dort an kol­lek­ti­ver Intelligenz ent­steht.

Schwarmintelligenz vs. kollektive Intelligenz

Zunächst un­ter­schei­det Kruse zwi­schen Schwarmintelligenz und kol­lek­ti­ver Intelligenz: Schwarmintelligenz ist da­bei ei­ne nie­dere Form der Intelligenz, bei der si­ch die Individuen nach ein­fa­chen Regeln zu­ein­an­der in ei­ner Ordnung ver­hal­ten. Die kol­lek­ti­ve Intelligenz ent­steht aus der in­tel­li­gen­ten Interaktion von Menschen. 

Die Beteiligungsmetapher und das Problem ihres Erfolges

Nun hat das Web2.0 die Möglichkeit für die Interaktion sehr vie­ler Menschen mit­ein­an­der ge­bracht. Die Frage ist al­so, wie man die in­tel­li­gen­te Interaktion er­kennt. Zum Einen ist das na­tür­li­ch die klas­si­sche Fähigkeit, Informationen selbst zu be­wer­ten. Auch Kruse sagt:

„Lernt wie man sinn­voll be­wer­tet!“

Da aber kein Mensch in der Lage ist, al­le Informationen wahr­zu­neh­men, muss ei­ne Vorauswahl ge­trof­fen wer­den. Ich ha­be dar­über vor zwei Jahren schon zwei Artikel ge­b­loggt und nach ei­ner tech­ni­schen Lösung ge­sucht:

Die be­stehen­den System von tech­ni­scher Bewertung sind aber auch heu­te no­ch recht pri­mi­tiv und Kruse führt es dar­auf zu­rück, dass die be­nut­zen sta­tis­ti­schen Methode nicht in­tel­li­gent sind: Sternchen ver­ge­ben oder „Kunden, die das ge­kauft ha­ben, ha­ben auch die­ses ge­kauft.“ grei­fen meist zu kurz. Und die­se Methoden füh­ren höchs­tens zu Hypes. 

Hypes und das triviale Mittel

Ein sol­cher Hype war zum Beispiel die ePe­ti­ti­on ge­gen die Internetsperren vor ei­ni­gen Monaten: „Menschen, die si­ch für Freiheit in­ter­es­sie­ren, ha­ben die­se Petition un­ter­schrie­ben.“ Das konn­te man dann mit we­ni­gen Klicks auch tun. Das fällt eher in den Bereich Schwarmintelligenz.

Ein Moment der kol­lek­ti­ven Intelligenz konn­te man aber im Vorfeld der Petition be­ob­ach­ten: Als die Pläne für die Sperren be­kannt wur­den, wa­ren die ers­ten Blogposts no­ch recht all­ge­mein un­zu­frie­den da­mit, dass das Internet zen­siert wer­den soll­te. Der Fokus der Betrachtungen lag aber vor al­lem auf der tech­ni­schen Unzulänglichkeit der Sperren. 

Mit der Zeit sind die Beiträge aber im­mer dif­fe­ren­zier­ter und in­tel­li­gen­ter ge­wor­den. Da wur­de dann nicht mehr die tech­ni­sche Lösung be­mä­kelt, son­dern der Eingriff in das Internet an si­ch und zur Begründung wur­den im­mer aus­ge­feil­te­re Argumente vor­ge­bracht.

Nun kann aber nicht je­der die­sen Diskursen die gan­ze Zeit fol­gen und man soll­te trotz­dem in der Lage sein, si­ch über be­stimm­te Themen zu in­for­mie­ren. Allein Quantitative Methoden pro­du­zie­ren nur Hypes: Sowohl Google News als auch das Blog-Pendant riv­va he­ben auch nur das her­vor, was oh­ne­hin schon die meis­te Aufmerksamkeit hat. In die­sem Zusammenhang müs­sen zum Beispiel re­gio­na­le Themen im­mer un­ter den Tisch fal­len, wenn ich nicht ge­zielt nach ih­nen su­che.

Zwischenstand

Auch mit die­sem Artikel bin ich nicht ganz zu­frie­den. Die Ideen von Peter Kruse ha­ben mi­ch aber ein we­nig wei­ter­ge­bracht. Ich weiß jetzt, die die­se Hypes ent­ste­hen und fra­ge mi­ch wei­ter­hin, wie man ei­nen Diskurs im Internet zu­gleich in­tel­li­gent, halb­wegs über­sicht­li­ch und ein­fach zu be­die­nen ge­stal­tet.

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Foto: ven­tu­re | photocase.com

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