Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Google Wave : One Tool to Rule Them All

Google Wave

Steffen Voß

Google hat mit „Wave“ vor einigen Tagen eine neue Software vorgestellt, die die Kommunikation im Internet radikal verändern könnte. Wave soll E-Mail und Instant Messenger ersetzen und gleichzeitig kollaboratives Arbeiten an digitalen Dokumenten ermöglichen. Und da es Open-Source ist und über eine umfangreiche API verfügt, könnte das sogar gelingen.

„E-Mail ist inzwischen vierzig Jahre alt,“ leitet Lars Rasmussen, Chef-Entwickler von Google Wave seine Präsentation auf der „Google IO“ ein. „Wie würde man E-Mail erfinden, mit all dem, was man heute im Internet bereits kann?“ – Dies war die Leitidee bei der Entwicklung von Wave.

Die Lösung sieht aus, wie eine Mischung aus einem Mail-Client und einem Instant Messenger: Es gibt Kontakte und Gespräche – Gespräche werden hier „Waves“ genannt. Man kann Kontakte zu Gesprächen einladen und entweder synchron wie im Chat diskutieren oder asynchron wie bei Mail: Wer gerade online ist, kann direkt antworten. Wer nicht online ist, kann später nachlesen und anhand einer „Playback“ funktion nachvollziehen wer was wann auf was geantwortet hat.

Waves bestehen aber nicht nur aus textlichen Beiträgen, sondern können aus allem Möglichen bestehen: Andere Medien lassen sich einfach per Drag&Drop integrieren und weitere Funktionen wie Twitter per Plugin nachrüsten.

Konvergenz

Waves sind aber nicht nur in ihrem browserbasierten Client gefangen – man kann ein Wave auch als Blogpost veröffentlichen indem man einfach das Blog als Kontakt hinzufügt – sofern die Blogsoftware das unterstützt. Kommentare im Blog werden wiederum in dem Wave angezeigt.

Universaltranslator

Es gibt eine Menge cooler Features schon jetzt und die können auch noch per API erweitert werden – das coolste Feature aber ist die Übersetzungsfunktion: Während eines Chats übersetzt die Software das Geschriebene in bis zu 40 andere Sprachen.

Fazit

Ich war erst sehr skeptisch, als ich hörte, dass Wave E-Mail, Instant Messenger, Wikis, Blogs und was weiß ich noch ersetzen sollte. In der Präsentation wirkt die Software aber überhaupt nicht überladen und so als könne sie tatsächlich jeder, der mailen kann, auch bedienen.

Kaum eines der Features ist wirklich neu – allein die nahtlose Verflechtung der Kommunikationsmittel ist genial. Und gerade darin liegt auch die Stärke: Viele Features werden von den Benutzer als intuitiv empfunden werden, weil sie die Funktionen schon aus anderen Programmen kennen.

Wenn die Entwickler es dann noch hinbekommen, bestehende Systeme wie E-Mail und ICQ usw. sinnvoll zu integrieren, steht dem Siegeszug von Wave nichts im Wege.

Ich will Wave! Jetzt! 😀

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Kommentare

Svenja-and-the-City
Svenja-and-the-City:

Ich kann es kaum abwarten, bis Wave endlich fertig ist. Google Software begeistert mich.

Für mich ist Google die Softwareschmiede des neuen Jahrtausends und hat Microsoft längst abgelöst in Hinblick auf Innovationsfreude, Einfallsreichtum und auch Sympathie.

Und so wahnsinnig teuer klingt Wave auch nicht 🙂
Gruß aus Kiel,
– Svenja –

30.5.2009 um 13:42
Steffen
Steffen:

Teuer? Wave ist Open Source – das heißt, Du kannst es Dir runterladen und auf nem Webserver installieren – so wie das jetzt bei E-Mail ist. Eine Frage der Zeit, bis man einen Wave-Zugang so wie jetzt eine Mail-Adresse hinterhergeworfen bekommt.

Und ja: Google ist defintiv die innovativste Firma der Welt. Und bis auf die Datensammelwut sehr sympatisch.

30.5.2009 um 14:18
Svenja-and-the-City
Svenja-and-the-City:

> Teuer? Wave ist Open Source

genau das meinte ich damit. Es ist „für umsonst“, wie nahezu alle Google Produkte. Super, oder?!

30.5.2009 um 18:33
Petra
Petra:

Die neue Software von Google finde schon sehr gut.Ich muss sagen, am Anfang war auch ein bisschen skeptisch, aber nun finde die Funktionen sehr gut.

1.6.2009 um 08:49

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