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Film: Religulous

Das Schema kennt man schon aus Michael Moore Filmen wie "Bowling for Columbine" oder "Fahrenheit 9/11": Ein ge­witz­ter Interviewer führt die Verbohrtheit be­stimm­ter Menschen vor und schnei­det das zu ei­nem un­ter­halt­sa­men und auf­klä­ren­den Film zu­sam­men. In "Religulous" nimmt si­ch der US-Amerikanische Komiker Bill Maher die Religion vor: Christen, wie Juden und Moslems. Und wirk­li­ch gut kommt kei­ne da­bei weg.

Unter dem Vorwand ei­nen Film mit dem Titel „A Spiritual Journey“ zu ma­chen, ist Bill Maher durch die Welt ge­reist und hat be­son­ders ab­sur­de Formen der Religiösität be­sucht:

Da ist der Abgeordnete aus Arkansas, Marc Pryor, der an die wört­li­che Bedeutung der Bibel glaubt und da­von aus­geht, dass die Welt bald un­ter­geht. Berechtigterweise fragt Maher, ob das nicht an der Motivation nagt, no­ch et­was Gutes für das Land zu tun.

Oder Jeremiah Cummings: Der ist als Sänger mit Harold Melvin & the Blue Notes be­kannt ge­wor­den und ver­dient nun of­fen­bar mit sei­nem Priestersein ei­ne Menge Kohle: Dazu ist er der Meinung, dass reich sein, ei­ne Belohnung Gottes ist. Jesus wä­re ein Freund der Reichen ge­we­sen.

Natürlich sind das zwei ab­sur­de Beispiele, wie sie nur in den USA ge­fun­den wer­den kön­nen, aber auch bei Juden und Moslems fällt Mahers Inventur nicht bes­ser aus.

Umso über­ra­schen­der, dass ge­ra­de der ehe­ma­li­ge Direktor des Observatoriums des Vatikans die auf­ge­klär­tes­te Meinung ver­tritt: Die Bibel sei vor 2000-4000 Jahren ent­stan­den und die mo­der­ne Wissenschaft gä­be es er­st seit Galilei – des­we­gen kön­ne die Bibel kei­ne wis­sen­schaft­li­chen Erkenntnisse ent­hal­ten. Und des­we­gen sei die Bibel auch nicht wört­li­ch zu neh­men.

Religulous ist in sei­ner Thematik ein Film, der si­ch stark an das US-Amerikanische Publikum wen­det. Auch wenn hier­zu­lan­de si­ch gan­ze Bevölkerungsteile al­le Jahre wie­der in Papst-Euphorie er­ge­hen, ge­hen die meins­ten dann doch wie­der nach Hause und füh­ren ver­nünf­ti­ge Leben. Religulous ist al­so vor al­lem et­was für Fans des „sich-über-Amerikaner-lustig-machens“.

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