Steffen Voß - Technologie & Gesellschaft

Film-Tipp : „Snowden“ – Zur Erinnerung

Foto: Tony Webster - CC BY 2.0

Steffen Voß

Die Enthüllungen von Edward Snowden liegen schon 3 Jahre zurück. Die meisten Menschen scheinen sich daran gewöhnt zu haben, dass die Regierungen alles und die Bürgerinnen und Bürger nichts wissen. Geheimdienste führen ein Eigenleben. Oliver Stone erinnert mit seinem aktuellen Film „Snowden“ an das, was uns eigentlich viel mehr aufregen sollte.

Es ist immer noch die Geschichte unserer Zeit: Nicht nur aber insbesondere die Regierungen der USA und des Vereinigten Königreichs überwachen jedes Bit, das wir durch das Netz schicken. Heute wahrscheinlich noch wesentlich mehr als damals.

Der Film erzählt die Biografie eines überzeugten, konservativen, jungen Mannes, der sein Land zunächst als Soldat, dann als Geheimdienst-Mitarbeiter schützen will. Der geniale Hacker entwickelt Überwachungstools und muss dabei zusehen wie sie für mehr und mehr Dinge eingesetzt werden – bis hin zum illegalen Töten per Drohne.

Nach und nach erwacht in Edward Snowden die liberale Seite seines Patriotismus. Welche Macht darf der Staat über die Menschen haben? Über Amerikaner – aber auch über Menschen in aller Welt.

Das Ende ist bekannt: Snowden entwendet Beweise für die Überwachung, flieht nach Hong Kong und veröffentlicht sie zusammen mit erfahrenen Journalisten.

Klar ist ein Oliver Stone Film ein Oliver Stone Film, so wie „JFK“ oder „Nixon“. Dafür aber schafft er es, ein breiteres Publikum zu erreichen. In Kiel läuft der Film immerhin im Cinemaxx und nicht im Kommunalen Kino, so wie „Citizenfour“ damals – das ist die ebenfalls sehenswerte, aber nicht ganz so zugängliche Dokumentation von Laura Poitras, die die Enthüllungen damals begleitet hat.

Snowden weiß, was die Geheimdienste können und täglich millionenfach tun und es ist erschreckend zu sehen, was so jemand in seinem Privatleben tut, um nicht so einfach Opfer davon zu werden: Jede Kamera ist angezapft, jedes Mikrofon kann unbemerkt aktiviert und belauscht werden. Keine Datei ist sicher auf einem normalen Rechner.

Es wäre schlimm, wenn all diese Veröffentlichungen vergeben gewesen wären. Denn nach einer Änderung dieser Politik weltweit sieht es nicht aus.

Wer noch einmal sehen will, wie das damals gekommen ist mit den Enthüllungen und was eigentlich ganz praktisch hinter dem andauernden Skandal steckt, der sollte sich „Snowden“ anschauen.

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Kommentare

andi
andi:

Der Film lief nicht lange im Kino. Ich konnte ihn aber noch in einer Sondervorstellung sehen. 🙂

7.11.2016 um 20:09

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