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Film-Tipp: „Snowden“ – Zur Erinnerung

Foto: Tony Webster - CC BY 2.0
Foto: Tony Webster - CC BY 2.0

Die Enthüllungen von Edward Snowden lie­gen schon 3 Jahre zu­rück. Die meis­ten Menschen schei­nen si­ch dar­an ge­wöhnt zu ha­ben, dass die Regierungen al­les und die Bürgerinnen und Bürger nichts wis­sen. Geheimdienste füh­ren ein Eigenleben. Oliver Stone er­in­nert mit sei­nem ak­tu­el­len Film „Snowden“ an das, was uns ei­gent­li­ch viel mehr auf­re­gen soll­te.

Es ist im­mer no­ch die Geschichte un­se­rer Zeit: Nicht nur aber ins­be­son­de­re die Regierungen der USA und des Vereinigten Königreichs über­wa­chen je­des Bit, das wir durch das Netz schi­cken. Heute wahr­schein­li­ch no­ch we­sent­li­ch mehr als da­mals.

Der Film er­zählt die Biografie ei­nes über­zeug­ten, kon­ser­va­ti­ven, jun­gen Mannes, der sein Land zu­nächst als Soldat, dann als Geheimdienst-Mitarbeiter schüt­zen will. Der ge­nia­le Hacker ent­wi­ckelt Überwachungstools und muss da­bei zu­se­hen wie sie für mehr und mehr Dinge ein­ge­setzt wer­den – bis hin zum il­le­ga­len Töten per Drohne.

Nach und nach er­wacht in Edward Snowden die li­be­ra­le Seite sei­nes Patriotismus. Welche Macht darf der Staat über die Menschen ha­ben? Über Amerikaner – aber auch über Menschen in al­ler Welt.

Das Ende ist be­kannt: Snowden ent­wen­det Beweise für die Überwachung, flieht nach Hong Kong und ver­öf­fent­licht sie zu­sam­men mit er­fah­re­nen Journalisten.

Klar ist ein Oliver Stone Film ein Oliver Stone Film, so wie „JFK“ oder „Nixon“. Dafür aber schafft er es, ein brei­te­res Publikum zu er­rei­chen. In Kiel läuft der Film im­mer­hin im Cinemaxx und nicht im Kommunalen Kino, so wie „Citizenfour“ da­mals – das ist die eben­falls se­hens­wer­te, aber nicht ganz so zu­gäng­li­che Dokumentation von Laura Poitras, die die Enthüllungen da­mals be­glei­tet hat.

Snowden weiß, was die Geheimdienste kön­nen und täg­li­ch mil­lio­nen­fach tun und es ist er­schre­ckend zu se­hen, was so je­mand in sei­nem Privatleben tut, um nicht so ein­fach Opfer da­von zu wer­den: Jede Kamera ist an­ge­zapft, je­des Mikrofon kann un­be­merkt ak­ti­viert und be­lauscht wer­den. Keine Datei ist si­cher auf ei­nem nor­ma­len Rechner.

Es wä­re schlimm, wenn all die­se Veröffentlichungen ver­ge­ben ge­we­sen wä­ren. Denn nach ei­ner Änderung die­ser Politik welt­weit sieht es nicht aus.

Wer no­ch ein­mal se­hen will, wie das da­mals ge­kom­men ist mit den Enthüllungen und was ei­gent­li­ch ganz prak­ti­sch hin­ter dem an­dau­ern­den Skandal steckt, der soll­te si­ch „Snowden“ an­schau­en.

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Kommentare

andi

Der Film lief nicht lan­ge im Kino. Ich konn­te ihn aber no­ch in ei­ner Sondervorstellung se­hen. 🙂

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