kaffeeringe.de

Schleswig-Holstein: Digitale Frauen organisieren sich

Leuchtturm Westerhever
Schleswig-Holstein - Ein Land mit besten Aussichten | Foto: bernjan - CC BY 2.0

Im Norden tut sich was: Nici Beckendorf organisiert gerade ein „Schleswig-Holstein-Quartier“ der Digital Media Women (DMW).

Die Digital Media Women bezeichnen sich als „Netzwerk von Macherinnen“:

„Wir arbeiten für mehr Sichtbarkeit von Frauen auf allen Bühnen – ob Konferenzen, Fachmedien oder Management Board. Unser Ziel ist, dass Frauen gleichberechtigt teilhaben und sichtbar Einfluss nehmen: offen, respektiert und wegweisend. Das ist für uns Digital Leadership. Die Digitale Transformation ist unser Spielfeld, das Netzwerken unsere Stärke.“

Das Netzwerk, das inzwischen auch ein Verein ist, kommt ursprünglich aus Hamburg und ist mir erstmals aufgefallen, als auf einem der ersten Kieler BarCamps eine ganze Reihe Digital Media Women angemeldet waren. Die sind als ziemlich beeindruckende Gruppe aufgetreten.

Sonst passiert es leider selten, dass Frauen entsprechend ihrer statistischen Repräsentation in der Bevölkerung auf dieser Art Veranstaltungen in Schleswig-Holstein auftreten. Beim WebMontag halten fast nie Frauen Vorträge. Es gab sogar WebMontage da waren gar keine Frauen anwesend. Das hat sich in letzter Zeit geändert – Vorträge von Frauen bleiben trotzdem selten.

Beim BarCamp sind zumindest sichtbar mehr Frauen anwesend. Aber auch da:

Seit diesem BarCamp mit den DMW habe ich immer mal wieder Frauen davon erzählt. Bisher ist aber nie irgendwas passiert. Dann twitterte Andreas Wittke ein Foto von der Delegationsreise der Landesregierung ins Silicon Valley:

Wie man sieht, sind die Repräsentanten eher Repräsenonkel. Das sind die Personen aus Politik und Wirtschaft, die von ihren Arbeitgebern diese Reise bezahlt bekommen – denn eingeladen waren alle Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner. Wer noch so ein Beispiel braucht: 

Hier seht ihr den Wirtschaftsausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtags auf Reise nach Oslo. Auch hier ist Wirtschaft noch ein echtes Männerthema.

Ich freue mich, dass die Delegationsreise in die USA schon jetzt eine erste Folge für Schleswig-Holstein hat: Die digitalen Frauen vernetzen sich stärker!

Organisiert Euch!

Auch das ist es, was Markus Beckedahl auf der letzten re:publica meinte, als er dazu aufrief: „Vernetzt Euch!“ – Wir haben uns heute so daran gewöhnt, dass wir alleine gut zurecht kommen und denken, dass 500 Kontakte auf Xing oder LinkedIn ein gutes Netzwerk wären. So ein loses Netzwerk ersetzt aber keine Organisation, mit der wir mehr erreichen können, als alle einzeln für sich.

Das war es auch, was ich mit meiner unbeholfenen Predigt an die Netz-Gemeinde auf dem BarCamp 2015 versucht habe zu sagen. Klug twittern allein reicht nicht: Wir brauchen diese Vereine, Verbände, Gewerkschaften, Parteien um unseren Einfluss zu vergrößern, wenn die Welt ein kleines bisschen mehr so funktionieren soll, wie wir uns das vorstellen. Und wenn diese Organisationen noch mehr das machen sollen, was ihr wollt, dann mischt Euch da noch mehr ein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Möchtest Du benachrichtigt werden, wenn Dir hier jemand antwortet?