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DamnSmallLinux: Ein zweites Leben für alte Rechner (Teil 2)

DamnSmallLinux
DamnSmallLinux

Nachdem si­ch ges­tern PuppyLinux als eher lahm auf dem Pentium 3 her­aus­stell­te, ha­be ich no­ch ein­mal zwei an­de­re Distributionen aus­pro­biert, die ver­spra­chen, auch auf al­ten Rechner zu lau­fen: Delilinux und DamnSmallLinux.

PuppyLinux ist eher als Live-Linux ge­dacht: Die Distribution lädt si­ch von CD oder USB-Stick kom­plett in den Speicher und be­legt dort nur 80-90MB. Bei ei­nem Rechner mit 64MB ist das kei­ne gu­te Idee. Also pro­bier­te ich Delilinux aus.

Delilinux

Delilinux steht für „Desktop Light Linux“ und ver­spricht auch auf ei­nem Pentium 3 in an­nehm­ba­rer Geschwindigkeit zu lau­fen. Die Installation lief auch ganz gut, bis der Punkt mit dem WLAN kam. Die Installation un­ter­stützt nur WEP als Verschlüsselung. Soweit ich es her­aus­fin­den konn­te liegt das am ver­wen­de­ten Kernel: 2.4.xx ist halt re­la­tiv alt und ver­fügt wohl no­ch nicht über WPA Unterstützung. Die kam er­st mit 2.6.x – die­ser Kernel ist al­ler­dings we­sent­li­ch grö­ßer und wür­de auf den al­ten Maschinen nicht so gut lau­fen.

Ich hat­te jetzt nur no­ch ei­ne brenn­ba­re CD – und da das Laptop mei­nen USB-Stick nicht er­kennt, mus­s­te ich mir über­le­gen, was ich mit der CD an­stel­le: Entweder die Madwifi-Treiber her­un­ter­la­den und hof­fen, dass da­mit das WLAN funk­tio­niert oder no­ch ei­ne Distribution aus­pro­bie­ren. Bei PuppyLinux hat­te das WLAN ja auch an­stands­los funk­tio­niert.

DamnSmallLinux

Also setz­te ich al­les auf ei­ne Karte und lud DamnSmallLinux (DSL) her­un­ter. DSL ist ein Derivat des Live-Linux „Knoppix“. Es ist al­so auch ei­gent­li­ch da­für aus­ge­legt, von CD oder Stick zu boo­ten, die Hardware zu er­ken­nen und dann das Desktop zu star­ten.

So ist die Installation ein we­nig ge­fakt: Auch auf der Festplatte ver­hält si­ch DSL no­ch wie ein Live-Linux. Dafür ist es ver­dammt schnell. Die Installation hat we­ni­ge Minuten ge­dau­ert – ver­mut­li­ch so lan­ge, wie das Laptop be­nö­tig­te, um die 50MB von der Live auf die Festplatte zu ko­pie­ren und den Bootmanager Grub zu in­stal­lie­ren.

Jetzt wird im­mer­no­ch bei je­dem Start die Hardware er­kannt und dann der letz­te Stand der Einstellungen aus dem Backup ge­la­den. Das aber geht wirk­li­ch schnell.

DamnSmallLinux & WPA

Leider lief auch un­ter DSL das WLAN mit WPA nicht aus der Tüte. Es gab aber im Wiki von DSL ei­ne Anleitung, die ver­sprach, dass mei­ne Karte auch oh­ne zu­sätz­li­che Software lau­fen soll­te. Nachdem ich mi­ch mal wie­der an den Umgang mit vi ge­wöhnt hat­te, war die Umsetzung ganz ein­fach. Allein die DHCP-Unterstützung war ein we­nig wi­der­spens­tig. Woran das ge­n­au liegt, kann ich nicht mehr nach­voll­zie­hen. Jetzt ha­be ich al­les so ge­macht, wie es in dem Wiki-Eintrag steht.

Praxistest

Das al­te Laptop soll vor al­lem Musik im Wohnzimmer ma­chen – da­zu be­nö­ti­ge ich vor al­lem ei­ne funk­tio­nie­ren­de WLAN-Anbindung und ei­nen Musikplayer. Das WLAN läuft jetzt und mit XMMS ist ein Player in­stal­liert, den Freunde von Winamp leicht be­die­nen kön­nen. Während ich ei­nen Internet-Radiosender strea­me, kommt der Rechner auf ei­ne CPU-Auslastung von 2-3% und 20MB RAM – man kann al­so lo­cker ne­ben­her no­ch Anderes tun.

Die Unterstützung für Windows-Netzwerkfreigaben lässt si­ch mit den MyDSL-Paketen leicht nach­in­stal­lie­ren und ist su­per­ein­fach zu kon­fi­gu­rie­ren. Ich hab das vor ein paar Tagen mal wie­der un­ter Windows pro­biert… Und bin mal wie­der ver­zwei­felt. Unter DSL ist das da­ge­gen so ein­fach, wie es sein soll­te.

Ich hät­te ger­ne ein­fach ein paar Verknüpfungen zu Radios und MP3s im Netzwerk auf dem Desktop von DSL ab­ge­legt, aber lei­der ist das nicht so ein­fach, wie bei an­de­ren Window-Mangern. Man muss da of­fen­bar meh­re­re Dateien für Icons und Verknüfungen an­le­gen. Da kann ich mi­ch dann spä­ter no­ch mit be­schäf­ti­gen.

Ich den­ke, dass das Thema „Linux für das al­te Laptop“ da­mit ab­ge­schlos­sen ist. DamnSmallLinux macht ei­nen ver­dammt gu­ten Job da­bei. Jetzt ha­be ich hier 10 ge­brann­te CDs mit Linux-Distributionen her­um­lie­gen – will die je­mand ha­ben?

Links

Kommentare

Mathias

DSL klingt echt gut.

Für mei­nen Teil bin ich eher we­ni­ger ein Linuxer, aber es wür­de mi­ch rei­zen, für be­stimm­te Twecke (Boxee) ein Linux vom USB Stick boo­ten zu kön­nen.

Was emp­fiehl­st Du ei­nem Windows-DAU oh­ne wirk­li­che Linux Erfahrung.

Ich ha­be zwar mal ei­ne Zeit lang Ubuntu ge­nutzt, bin aber dann wie­der bei Windows ge­lan­det…

Gruß
Mathias

Steffen

Das ein­zi­ge was man bei Linux wirk­li­ch „kön­nen“ muss ist: Suchmaschinen und Foren be­nut­zen 😀 Ich bin auch al­les an­de­re als ein Linux-Guru. Und Linux hat wie Windows sei­ne Macken – Bei Linux kann man sie aber meis­ten selbst re­pa­rie­ren. Wenn man ein we­nig Geduld hat 😉

Zum „Testen“ fin­de ich schwie­rig, weil na­tür­li­ch kein Linux so wie Windows ist. Das ist im­mer ein we­nig ne Gewöhnung. Und ge­ra­de die Mini-Linuxe sind no­ch we­ni­ger wie Windows. Auf der al­ten Möhre hier reicht mir das, dass der MP3 ab­spielt. Da ist mir der Rest – das Aussehen – egal. 

Ich hab auf mei­nem Arbeitsrechner Ubuntu lau­fen und par­al­lel n Windows, dass ich ab und zu für ne Runde Zocken boo­te. Ich ha­be mi­ch in­zwi­schen an die gan­zen Tools hier sehr ge­wöhnt – auch wenn GIMP nicht ge­ra­de der ein­fachs­te Ersatz für PaintShopPro ist. Mit PaintShopPro bin ich qua­si auf­ge­wach­sen – ich be­nutz das seit der Version 2.0 und ich konn­te die we­ni­gen Sachen, die ich brauch­te, da­mit im Schlaf. Bei GIMP kann ich das jetzt auch. Aber es war Arbeit. 

Es gibt für al­les ei­nen Ersatz un­ter Linux – und die Möglichkeit zum Beispiel FTP-Server ein­fach als nor­ma­le Quelle im System zu in­te­grie­ren, fin­de ich schon sau­prak­ti­sch. Auch wenn ich no­ch manch­mal flu­che, wenn et­was nicht so löppt, wie es soll: Linux ist ein­fach die bes­se­re Wahl. Es ist frei. Und wenn et­was nicht geht, hel­fen mit tau­sen­de von Leuten in Foren. Ich kann Bugs mel­den und sie wer­den tat­säch­li­ch ern­st ge­nom­men und ent­fernt – ver­su­ch das mal bei Microsoft & Co. 😉

Aber wenn Du ei­ne kon­kre­te Antwort für Dein Stick-Problem ha­ben will­st: Soweit ich weiß, bie­tet Knoppix den bes­ten Kompromiss zwi­schen Größe und Leistungsumfang.

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