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Netzkultur: „Blog like nobody’s watching“

Blog
Blogging für Anfänger*innen | Foto: Christian Schnettelker - CC BY 2.0

„Ich bin ge­ra­de auf Ihr Blog kaffeeringe.de ge­sto­ßen und fand es sehr in­ter­es­sant,“ schreibt mir Marc von ei­ner Agentur, die of­fen­bar ver­sucht, Reklame in Blogs zu plat­zie­ren. Alle paar Wochen mal be­kom­me ich sol­che Mails. Angebote für be­zahl­te Artikel. Angebote für Artikel mit be­stimm­ten Verlinkungen. Angebot von ir­gend­wem, der ir­gend­was in mei­nem Blog se­hen möch­te. Ich be­ant­wor­te sol­che Mails nie. Ich hab das bis­her für Spam ge­hal­ten. Beim BarCamp Kiel ha­be ich er­fah­ren, dass Bloggen in­zwi­schen of­fen­bar ein fet­tes Business ge­wor­den ist.

Ich glau­be, Daniela Müller hat­te ih­re Session gar nicht vor­ge­stellt, des­we­gen wuss­te ich nur, was auf der Session-Karte stand: „Frage-Antwort-Runde Bloggen. Wie? Was be­ach­ten? Schleichwerbung?“ Die Session war in ei­nem der klei­nen Räume und ich mag die­sen klei­nen, di­rek­ten Sessions. Vielleicht kann ich ja et­was bei­tra­gen, denk ich mir.

In der kur­zen Vorstellungsrunde kam her­aus, dass die meis­ten der 15 Teilnehmenden schon Blogging-Erfahrung ha­ben. Es wa­ren ei­ni­ge ziem­li­ch pro­fes­sio­nel­le Bloggerinnen da­bei und Leute, die si­ch of­fen­bar mit „Blogger-Relation“ be­schäf­ti­gen. Also Leute wie die­ser Marc, dem mein Blog so ge­fällt.

Im fol­gen­den Gespräch ging es im Schwerpunkt um die Verpflichtungen, Reklame recht­li­ch si­cher zu kenn­zeich­nen. Muss man Buchrezensionen tat­säch­li­ch mit dem Hinweis „Werbung“ ver­se­hen, wenn das Buch vom Verlag ge­stellt wur­de? Leider war nie­mand mit fun­dier­ter Sachkenntnis an­we­send. Rechtsanwalt Stephan Dirks hat am nächs­ten Tag ei­ne Session da­zu nach­ge­scho­ben.

Auf der ei­nen Seite war es in­ter­es­sant zu hö­ren, dass es mitt­ler­wei­le leb­haf­te Blogging-Szenen gibt, von de­nen ich bis­her we­nig mit­be­kom­men ha­be: Familien-Blogs be­zie­hungs­wei­se Mutti- oder Papi-Blogs oder Foodblogs. Ich wuss­te prin­zi­pi­ell, dass es die gibt. Ich le­se die nur nicht. Deswegen war ich über­rascht, dass es nicht nur je­de Menge die­ser Blogs gibt, son­dern dass die dar­aus auch in­zwi­schen ein rou­ti­nier­tes Geschäft ge­macht ha­ben.

Ein we­nig zu rou­ti­niert war es Sebastian Berlein, der mit viel Liebe und Überzeugung „die be­s­te Vanille der Welt“ di­rekt aus Mexiko im­por­tiert und ver­sucht, sie hier un­ter die Leute zu brin­gen. Der hat­te echt Schwierigkeiten Kontakt zu Foodblogger zu be­kom­men, die si­ch für sei­ne Leidenschaft in­ter­es­sie­ren und nicht nur für Geld.

Ich hat­te auf kaffeeringe.de auch mal Werbung. Google-Ads und Links-Ads. Und ja, ich wer­be für Dinge, die ich gut fin­de. Für Bücher und Filme, die ich mag und für die Projekte von Freunden und Bekannten, wenn ich sie un­ter­stüt­zens­wert fin­de. Vor al­lem aber ist mein Blog mein Notizblock. Hier ver­su­che ich Gedanken, die ich in­ter­es­sant fin­de, auf den Punkt zu brin­gen – „Essays“ im wahrs­ten Sinne des Wortes. Außerdem no­tie­re ich öf­fent­li­ch tech­ni­sche Lösungen – da­mit auch an­de­re et­was da­von ha­ben.

Ob mein Blog ge­le­sen wird oder nicht, fin­de ich se­kun­där. Anke Gröner hat über ih­rem Blog ste­hen „Blog li­ke nobody’s watching“ – das fin­de ich ein wun­der­ba­res Motto. Wenn es doch den ei­nen oder die an­de­re in­ter­es­siert und wenn ich dann ab und zu ei­nen klu­gen Gedanken als Kommentar be­kom­me, freue ich mi­ch na­tür­li­ch trotz­dem.

Ich fand scha­de, dass die­ser Aspekt des Bloggens nur kurz dis­ku­tiert wur­de. Schade fand ich auch, dass auch kaum dis­ku­tiert wur­de, wel­chen Wert ein ei­ge­nes Blog als Kommunikationskanal hat, wenn man si­ch nicht dar­auf ver­las­sen kann, dass an­de­re über mei­ne Projekte be­rich­ten.

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich fin­de es gut, dass der WebMontag seit Anfang des Jahres auch ein Blog hat, in dem wir über das be­rich­ten kön­nen, was in der „Internet-Szene“ in Kiel pas­siert. Wenn wir das nicht selbst ma­chen – wer soll­te das son­st tun?

Die Session von Daniela Müller war ge­ra­de durch die­se geis­ti­ge Reibung ein Gewinn für mi­ch. Ein Blick über den Tellerrand und ein Anlass zur Reflexion über das ei­ge­ne tun. Übrigens: Wer kei­ne Werbung im Blog ha­ben will und das auch nach au­ßen zei­gen möch­te, kann das Logo von „Ad Free Blog“ füh­ren. Das muss ich wohl auch mal wie­der ein­bau­en, da­mit der nächs­te Marc si­ch sei­ne Agentur-Mail spa­ren kann.

Kommentare

Tanto katana

I bought it for my bro­ther last week and my bro­ther li­ke it very much!! Super good qua­li­ty!!! Recommend it!!!

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